Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Der Apfel ist mit Abstand das beliebteste Obst der Bundesbürger. „An apple a day keeps the doctor away“ ist eine nationale, wie international bekannte Redewendung. Für die Fachgruppe Obstbau und die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisation Obst und Gemüse e.V. steht der Apfel exemplarisch für die gesamte deutsche Obst- und Gemüsewirtschaft.

v.l.: Udo Hemmerling, stellv. Generalsekretär DBV, Joerg Hilbers, Geschäftsführer Fachgruppe Obstbau (BOG), Dr. Henning Ehlers, Hauptgeschäftsführer DRV, Bertram Fleischer, Generalsekretär ZVG, Dr. Christian Weseloh, Geschäftsführer BVEO. (Foto: Peter Adamik)

Der Selbstversorgungsgerad für Äpfel liegt in Deutschland bei 61,2 %. Für Obst insgesamt bei 13,7 % und für Gemüse bei 35,6 %*. Die Selbstversorgungsgrade liegen somit in Deutschland weit unter der Möglichkeit, die Bedarfe komplett mit heimischer Produktion zu decken. Die Vorzeichen, dass diese Werte weiter fallen, sind aktuell Realität. Denn der andauernde politisch getriebene landwirtschaftliche Transformationsprozess, die Corona-Pandemie sowie der Ukraine-Krieg haben gewaltige Folgen für die gesamte grüne Branche. Die explodierende Energiepreise, gestörte Lieferketten, massive Verteuerung und schlechte Verfügbarkeit der Betriebsmittel wirken sich drastisch auf die heimische Produktion aus.

Es ist die Kaufentscheidung des Konsumenten, welche Herkunft beziehungsweise Produktionsrichtung gestützt wird. Vor diesem Hintergrund möchte die deutsche Obstbranche mit der Aktion „Zeit der deutschen Äpfel – Natürlich von nebenan“ auf ihre Vorzüge aufmerksam machen. Deshalb werden am 24. September 2022 an über 300 publikumsreichen Standorten Äpfel mit dem Verkaufslogo „Geerntet in Deutschland“ durch Mitglieder der Fachgruppe Obstbau und weiteren Beteiligten der Branche verteilt. Die Aktion soll durch teilnehmende Erzeugerorganisationen im Lebensmitteleinzelhandel verlängert werden. Hier wird auf die Wiedererkennung und Verbreitung des Verkaufslogos „Geerntet in Deutschland“ gesetzt, um das Bewusstsein der Verbraucher für die Wahl von deutschen Äpfeln zu schärfen.

Die Aktion „Zeit der deutschen Äpfel – Natürlich von nebenan“ findet Unterstützung in den Trägerverbänden des deutschen Obstbaus. Der Deutsche Bauernverband e. V. (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband e. V. (DRV) und der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) unterstützen die gemeinsame Aktion der Fachgruppe Obstbau und der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO).

„Äpfel haben eine immense Bedeutung für die gesamte Obstbranche und tragen wesentlich zu einer gesunden Ernährung bei. Wir müssen die heimische Produktion stärken und die Erzeugerinnen und Erzeuger in Deutschland unterstützen. Gerade in den aktuell schwierigen Zeiten ist dies enorm wichtig“, betont DRVHauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers. Er macht deutlich: „Politik und Lebensmitteleinzelhandel müssen ein klares Bekenntnis für Lebensmittel ‚Made in Germany‘ abgeben und auch danach handeln.“

Gleichzeitig müssen auch die Verbraucher über die Vorzüge deutscher Äpfel informiert sein: „Wer deutsche Äpfel kauft, schützt das Klima und die Umwelt, fördert die eigene Gesundheit und unterstützt die heimischen Obstbaubetriebe. Dies muss noch mehr in der Breite bekannt sein. Daher ist die Aktion keine beliebige PR-Aktion, sondern eine wichtige Aufklärungskampagne“, stellt der stellvertretende Generalsekretär des DBV, Udo Hemmerling, heraus.

Sichtbar gemacht wird die Aktion mit dem Verkaufslogo „Geerntet in Deutschland“. Dieses Verkaufslogo wurde entwickelt, um Verbrauchern beim Einkauf eine Kennzeichnung von deutscher Ware zu bieten. „Wir setzen auf die Wiedererkennung des Logos. Im Idealfall greift der Verbraucher in den darauffolgenden Wochen zu heimischer Ware und unterstützt somit die hiesigen Erzeuger“, erklärt Bertram Fleischer, Generalsekretär des ZVG und fasst zusammen: „Mit unserer Aktion wollen wir verdeutlichen, dass der Verbraucher es mit seinem Einkaufsverhalten in der Hand hat, ob es auch künftig ausreichend deutsche Qualitätsprodukte gibt. Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland kann keiner wollen.“

*Quelle: AMI Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH; 2020/2021

 

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