Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG weihte aktuell mit der Initiatorin, der Stiftung für Mensch und Umwelt, das neue, naturnahe „Trittsteinbiotop“in der Adolfstraße im Wedding ein. Die zuvor versiegelte Fläche präsentiert sich nun als Natur-Oase – eine kleine Attraktion für Bienen, Schmetterlinge und Menschen gleichermaßen

Über das neue Trittsteinbiotop freuen sich insbesondere (v.l.n.r.): Nöck Gail (Einrichtungsleiter, Vorstand – Zirkus Internationale), Katrin Heinze (Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz), Dr. Corinna Hölzer (Stiftungsleitung), Alexander Stöckl (Vorstandsmitglied Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG), Cornelis Hemmer (Stiftungsleitung) sowie Dominik Jentzsch (Stiftungsmitarbeiter) © Stiftung für Mensch und Umwelt, Peter Müller

Das neue Trittsteinbiotop weckt schon bei den Kleinsten sofort Interesse. © Stiftung für Mensch und Umwelt, Dominik Jentzsch

Dieses „Trittsteinbiotop“ ist das letzte von insgesamt drei, verteilt auf die Ortsteile Wedding, Westend und Reinickendorf. Die Mission: Lust machen auf mehr Natur vor der Haustür!

Das ca. 20 m 2 große Trittsteinbiotop bietet auf kleinster Fläche heimische Stauden und Naturstrukturen. Die alten Pflastersteine wurden zur Beetumrandung wiederverwendet. Auch kleine Pflanzungen, die Kinder von der naheliegenden Zirkusschule „Zirkus Internationale“ zuvor angelegt hatten, sind integriert. Und obwohl der Standort recht schattig ist, wird es dort im neuen Jahr farbenfroh blühen. Dafür sorgen unter anderem Kriechender Günsel, Pfirsichblättrige Glockenblume und Wald-Erdbeere. Hinzu kommen Frühjahrsblüher, welche die Anwesenden bei der Einweihungsfeier gestern pflanzten. Beteiligt waren Kinder des Zirkus Internationale, Vertreter der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG und der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz.

„Das Trittsteinbiotop zeigt, dass durch kleine Eingriffe das Gesicht eines Innenhofs verändert werden kann. Es gibt zu viele versiegelte Flächen, auch in Wohnquartieren“, so der technische Vorstand Alexander Stöckl. Ob Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Vögel, Igel, Eidechsen oder Kröten… alle Wildtiere brauchen solche naturnahen „Inseln“ zur Nahrungssuche und zum Verstecken, Wärmen, Brüten und Überwintern, auch in der Stadt. Die Stiftung für Mensch und Umwelt war gerührt vom Applaus der anwesenden Kinder der Zirkusschule bei der gestrigen Feier. Sie freuen sich mit der Nachbarschaft, wenn sie zukünftig an Blumen vorbei zur Zirkusschule gehen können.

„Immer mehr Genossenschaften entscheiden sich, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern und der Natur etwas Gutes zu tun, so auch die 1892. Diese Entwicklung ist großartig. Und wir brauchen sie dringend, angesichts des Artenschwundes“, so Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer, Leiter der Stiftung für Mensch und Umwelt.

Hintergrund zur neuartigen naturnahen Gestaltung

Insgesamt wurden drei Trittsteinbiotope im Jahr 2022 in Wohnquartieren von der Stiftung für Mensch und Umwelt realisiert. Der Senat für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz unterstützte das Projekt. Projektbegleitend wurden Umfragen bei Mieterinnen und Mietern durchgeführt. Es entsteht ein Video zu den Trittsteinbiotopen und eine Broschüre, die Lust auf Natur in Wohnquartieren machen soll. Diese Art von naturnaher Gestaltung passt zur Berliner Biodiversitätsstrategie und zeigt, dass ökologische Aufwertung und Ästhetik sowie die Akzeptanz der Bewohner vereinbar sind.

 

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