Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die aktuelle Auswertung der Zufriedenheitsumfrage „DSI Land- und Baumaschinen“ zeigt auf, dass die Händler unzufriedener werden – Große Unterschiede zwischen den Fabrikaten verzeichnet

Ulf Kopplin

Karl Josef Duffner (Bilder/Copyright: LandBauTechnik-Bundesverband)

Das „Händlerzufriedenheitsbarometer DSI Land- und Baumaschinen“ ist ein wichtiges Instrument des LandBauTechnik-Bundesverbands, um das Verhältnis der Händler zu ihren Fabrikaten widerzuspiegeln. Und wenn man ein kurzes Fazit aus der diesjährigen Befragung zieht, dann zeigt sich auf den ersten Blick: Die Zufriedenheit der Händler mit ihren Fabrikaten ist noch gut, aber sie sinkt. Denn schon auf dem zweiten Blick werden Schwachstellen sichtbar.

„Als LandBauTechnik-Bundesverband ist uns daran gelegen, das Verhältnis der Händler zu ihren Fabrikaten stetig zu unterstützen, aber eben auch die Schwachstellen zu finden, um diese bilateral mit dem Hersteller anzusprechen und im besten Fall abstellen zu können. Dazu befragen wir einmal jährlich alle Fachbetriebe, wie zufrieden sie in fünfzehn Kategorien mit ihren Fabrikaten sind, und messen die Ergebnisse untereinander aber auch individuell für jedes Fabrikat gegenüber den Vorjahren“, erklärt Ulf Kopplin, Präsident des LandBauTechnik-Bundesverbands bei der diesjährigen Pressekonferenz.

Dabei sollen die einzelnen Fabrikate sich nicht mit- oder untereinander messen, sondern die Befragung als Frühwarnsystem nutzen, um zu erkennen, an welcher Stelle sich der Unmut zu ihrem jeweiligen Fabrikat sammelt, um hier konkrete Handlungsansätze in der Praxis zu finden.

„Nach unseren Erfahrungen nimmt die Branche das gerne an“, sagt Ulf Kopplin. In Zahlen ausgedrückt, sind in diesem Jahr 665 Bewertungen zusammengekommen. So konnte der Bundesverband in 2023 für22 Fabrikate eine Einzelbewertung erstellen. Insgesamt am zufriedensten ist der Fachhandel mit dem Image der von ihnen vertretenden Fabrikate, es ist der Bestwert aller Kategorien und fast ein Drittel aller Händler gaben hier ein „sehr gut“. Und auch auf die Frage nach der Zufriedenheit mit der Profitabilität ihrer Fabrikate gab es gar kein „ungenügend“, kaum „mangelhaft“ oder „ausreichend“, dafür für fast die Hälfte ein „gut“. Die schlechteste Bewertung gab es für die Gewährleistungskonditionen.

„Da wir die Befragungen zum vierten Mal durchführen, können wir nun auch Entwicklungen abbilden und genau sehen, welches Fabrikat sich bei welcher Frage wie entwickelt hat“, sagt Ulf Kopplin. Dabei wird sichtbar, dass die Durchschnitts-Zufriedenheitswert auf einem hohen Niveau (15,7)bewegt, jedoch im Vorjahr noch deutlich besser abschnitt (16,3), im Mittel also um 0,7 Punkte gefallen ist. „Das ist schon ein wenig besorgniserregend“, so Kopplin.

Präsidenten-Statement zu Auswirkungen der aktuellen Zinsentwicklung

Neben der DSI gab es bei der diesjährigen Pressekonferenz ein weiteres Thema, das Präsident Ul fKopplin in aller Deutlichkeit ansprach. „Das hohe Zinsniveau, die um sich greifende Inflation und Rezession sowie die verzögerten Auswirkungen durch Lieferengpässe während der Corona-Pandemie und des immer noch anhaltenden Ukraine-Kriegs, die wir nun in aller Deutlichkeit zu spüren bekommen, das alles sind Faktoren, die uns Händler gerade nicht nur belasten, sondern in die Knie zwingen“, so der Präsident des LandBauTechnik-Bundesverbands. Hier brauche es zwingend schnelle und zielführende Lösungen. Viele Händler können schon jetzt ihre Finanzierungslinien nicht mehr bedienen.

"Es ist die Pflicht der Hersteller, nun gemeinsam mit den Händlern Lösungswege zu finden. Wir können diese Krise nur gemeinsam überstehen“, findet Kopplin deutliche Worte und kündigt an, dass er noch Anfang Oktober dazu einen Präsidentenbrief veröffentlichen wird, in dem er den Herstellern seinen Standpunkt erläutern und zu einem konstruktiven Miteiandern aufrufen wird. „Dafür müssen wir uns Zeit nehmen, denn die Lage ist ernst“, so das Statement des Präsidenten.

Ausblick auf die Agritechnica 2023

Abschließend gab Karl Josef Duffner, stellvertretender Vorsitzender des LandBauTechnik-Bundesverbands, einen Ausblick auf die verbandlichen Aktivitäten auf der diesjährigen Agritechnica. „Es freut uns sehr, dass wir uns endlich wieder in den Messehallen in Hannover treffen können,und daher bieten wir an unserem Stand auch wieder viele Möglichkeiten, zusammenzukommen und sich auszutauschen. Das Händler- und Dienstleistungszentrum ist als Lounge angelegt, in der sich Händler treffen – mit Kollegen, Mitarbeitern, interessanten Dienstleistern und ihrer Verbandsorganisation. Auch international, denn unser europäischer Dachverband CLIMMAR ist hier ebenfalls ideeller Träger.“

Gemeinsam mit der DLG bespielt der Verband einen 800 Quadratmeterstand in Halle 2, auf dem neben dem Händlerzentrum auch die „Werkstatt Live“ zu finden ist. Hier stellt der Verband den Beruf und die Karrieremöglichkeiten des Land- und Baumaschinenmechatronikers ausführlich und live vor.

„Geplant sind jeweils 30-minütige Shows, die ab zehn Uhr stündlich laufen. Unser „Team Werkstatt Live“ freut sich auf zahlreiche Schulklassen, um sie für unsere Branche und unseren Beruf zu begeistern“, so Karl Josef Duffner.

Neben dem „Infopoint Ausbildung“ für Schüler, Eltern und Lehrer wird es auch einen „Infopoint Weiterbildung“ geben, an dem die Kollegen vom LBT Forward die neuen und zum Teil noch in Vorbereitung befindlichen Karriereoptionen ausführlich darstellen. „Außerdem laden wir die Partner der STARKEN TYPEN-Kampagne zu einem Abend ein, es wird eine Mitgliederversammlung des Versorgungswerk geben und hoffentlich viele weitere Treffen und Gespräche“, so Duffner weiter, „wir freuen uns also, viele bekannte und gerne auch neue Gesichter an unserem Stand E40 in Halle 2 begrüßen zu dürfen.“

 

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