Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Beim diesjährigen UBi-Dialogforum haben sich heute rund 300 Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft sowie Branchen- und Naturschutzverbänden in Berlin getroffen, um gemeinsam über mehr Engagement der Wirtschaft beim Biodiversitätserhalt zu diskutieren.

Diskussion beim UBi Dialogforum 2024 (© DLR/Kerstin Hille)

Bundesumweltministerin Steffi Lemke betont, nachhaltig und umweltfreundlich wirtschaftende Unternehmen zu unterstützen. Auf dem Podium erörterte Jan-Niclas Gesenhues, Parlamentarischer Staatssekretär des BMUV, die Chancen und Herausforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Diverse Praxisbeispiele vermitteln den Teilnehmenden, wie Unternehmen konkret zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen können. 

Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Eine gesunde Natur ist notwendig für unser Überleben – auch für unser wirtschaftliches Überleben. Das Weltwirtschaftsforum zählt den Verlust der biologischen Vielfalt zu den größten ökonomischen Risiken der nächsten zehn Jahre. Ganze Branchen hängen von den Leistungen der Natur ab. Die Wirtschaft trägt aber auch Verantwortung und muss sich für den Erhalt der Natur engagieren, nicht nur am Produktionsstandort, sondern gerade auch in der Lieferkette. Das Projekt `Unternehmen biologische Vielfalt` bringt Firmen, Initiativen und Verbände der Wirtschaft zusammen, die sich für Artenvielfalt und gesunde Ökosysteme stark machen und versuchen, im Einklang mit der Natur zu wirtschaften. Das unterstütze ich als Bundesumweltministerin gerne.“ 

Ein inhaltlicher Schwerpunkt des diesjährigen Dialogforums von „Unternehmen Biologische Vielfalt – UBi“ (veranstaltet von der „Biodiversity in Good Company“-Initiative) ist die Integration von Biodiversität in Nachhaltigkeitsberichten. Bei der Podiumsdiskussion erörtern Dr. Jan-Niclas Gesenhues (Parlamentarischer Staatssekretär des BMUV), Anna Alex (Unternehmerin und Investorin von Nala Earth), Wolfgang Schubert-Raab (Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe) sowie Dr. Nicolas zur Nieden (Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) aktuelle Entwicklungen, Vorteile und Herausforderungen des Reportings.

Dr. Jan-Niclas Gesenhues, Parlamentarischer Staatssekretär: „Die EU-Berichtspflichten und auch globale Reporting-Standards sind ein wichtiger Hebel, weil damit eine systematischere Berücksichtigung von Biodiversität in der Wirtschaft erfolgt. Zum einen wird mehr Wissen über die Biodiversitätsrisiken und bessere Daten in den Unternehmen generiert. Andererseits führt die Berichterstattung zu mehr Transparenz gegenüber Investoren und der Gesellschaft. Dies alles trägt zur Umsetzung der Vereinbarungen bei, die auf der Weltnaturschutzkonferenz im Dezember 2022 in Montreal beschlossen wurden.“

In den Nachmittagsforen werden für die Wirtschaftsbranchen Tourismus, Bau und Textil praktische Ansätze und Wege zur Integration von Biodiversität in Unternehmen aufgezeigt. Vorgestellt werden konkrete branchenspezifische Tools, Strategien, Konzepte und Maßnahmen, mit denen Unternehmen durch den Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Biodiversität nicht nur einen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz leisten, sondern auch ihre eigene Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit stärken können.

Zudem gibt es ein Nachmittagsforum speziell für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die einen Einstieg in das Thema Biodiversität suchen. Auch sie haben auf dem diesjährigen Dialogforum die Möglichkeit, sich durch verschiedene niedrigschwellige Vernetzungs- und Beratungsformate Ideen und Unterstützung für die Integration von Biodiversität ins eigene Unternehmensmanagement zu holen und mit Expert*innen aus Wissenschaft, Naturschutz und Politik ins Gespräch zu kommen.

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Biodiversität und Wirtschaft sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn wir funktionierende Ökosysteme verlieren, folgt ein hoher wirtschaftlicher Verlust. Das BfN fördert deshalb den Austausch und die Vernetzung zwischen Wirtschaft, Naturschutz und Politik. Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, warum es aus wirtschaftlicher Sicht wichtig ist, am Naturschutz mitzuwirken.“

Hintergrundinformationen:

Um die Wirtschaft in allen Branchen zu unterstützen und dort das Thema Biodiversität voranzubringen, haben bereits 2013 das damalige Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und  das damalige Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) gemeinsam mit Wirtschafts- und Naturschutzverbänden die Aktions- und Dialogplattform „Unternehmen Biologische Vielfalt 2020 - UBi 2020“ ins Leben gerufen. Das aktuelle Projekt Unternehmen Biologische Vielfalt – UBi wird seit Ende 2021 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das BfN mit Mitteln des BMUV gefördert. Das UBi-Projekt wird von fünf Projektpartnern durchgeführt: Biodiversity in Good Company-Initiative e.V., Bodensee-Stiftung, DIHK Service GmbH, Global Nature Fund und Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP).

 

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