Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Am 20. Juni erreichte die Sonne ihren höchsten Stand im Jahr und machte den Tag mit 16 Sonnenstunden zum längsten in ganz 2024. Gleichzeitig markierte die Sommersonnenwende den kalendarischen Sommeranfang (meteorologisch haben wir bereits seit dem 1. Juni Sommer). Für den Garten bedeutet das, dass die Zeit der meisten Zwiebelblumen nun vorbei ist.

Zwiebeln und Knollen erfüllen ähnliche Aufgaben. Beide sind verdickte Pflanzenteile, die in erster Linie der Überdauerung dienen. (Foto: fluwel.de.)

Tulpen, Narzissen und Hyazinthen sind schon lange verblüht – einige letzte Alliumsorten recken ihre bunten Kugeln noch final in den Himmel, bevor auch sie den Stars des Sommergartens ihren großen Auftritt lassen: Dahlien, Zantedeschia und Begonien. Die Knollengewächse begeistern uns bis zum Herbst mit ihren leuchtenden Farben und fröhlichen Blüten. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Knolle und Zwiebel?

Überdauerung und Vermehrung

Zwiebeln und Knollen erfüllen ähnliche Aufgaben. Beide sind verdickte Pflanzenteile, die in erster Linie der Überdauerung dienen: Sie helfen dabei, ungünstige klimatische Bedingungen wie kalte Winter oder Trockenperioden zu überstehen. Geschützt im Boden speichern sie lebensnotwendige Nährstoffe, auf die die Pflanze in schwierigen Zeiten sowie für den Austrieb im nächsten Jahr zurückgreifen kann. Eine weitere wichtige Funktion von Zwiebeln und Knollen ist die Vermehrung. Neben der Fortpflanzung über Samen können sich diese Gewächse vegetativ vermehren, also ohne bestäubte Blüten – durch sogenannte Brutknospen.

Schalen und Miniaturpflanzen

„Zwiebeln entstehen aus dem untersten Spross der Pflanze und mehreren übereinanderliegenden Blättern“, weiß Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek von Fluwel. „So kommt es zur typischen Schalenstruktur, die wir auch von unseren Speisezwiebeln kennen.“ In ihrem Inneren wird bereits im Herbst die Pflanze für den kommenden Frühling angelegt, versorgt und gut geschützt. „Würde man eine Tulpe oder Narzisse vor der Pflanzung im Herbst vorsichtig öffnen, käme tatsächlich eine kleine Miniaturpflanze zum Vorschein“, erklärt der Niederländer. „Das hilft ihr beim schnellen Austreiben und Blühen.“ Die vegetative Vermehrung von Zwiebelblumen erfolgt über Tochterzwiebeln an der Mutterzwiebel, die zu eigenständigen Pflanzen heranwachsen können. „Tulpen und Narzissen sind die wohl bekanntesten Beispiele für Zwiebelblumen, aber auch Lilien und die spätsommerlichen Nerinen gehören zu dieser vielfältigen Gruppe“, so van der Veek.

Wurzelknollen, Rhizome und Sprossknollen

Knollen bilden sich entweder ebenfalls aus dem untersten Sprossabschnitt der Pflanze oder aus den Wurzeln. Ihre Struktur ist homogen und fest wie bei der hierzulande berühmtesten Knolle: Der Speisekartoffel. Anders als bei Blumenzwiebeln wird in ihrem Innern keine Miniaturpflanze angelegt. „Bei der Vermehrung ist es wichtig zu wissen, um welche der insgesamt drei Knollenvarianten es sich handelt“, betont van der Veek. Sprossknollen und Rhizome werden aus dem Spross gebildet. Durch einfache Teilung entstehen mehrere kleine Knollen, die aus den sogenannten Augen erneut austreiben können. Ein gutes Beispiel hierfür sind Pfingstrosen, deren Rhizome bei der Vermehrung für den Handel in kleinere Stücke mit drei bis fünf Augen geschnitten werden. Sie sind die Wachstumspunkte, aus denen im nächsten Frühjahr neue Stängel und Blüten wachsen werden.

„Bei Wurzelknollen ist mehr Aufmerksamkeit geboten. Da sie aus den Wurzeln entstehen, kann aus ihnen allein keine neue Pflanze wachsen. Aus diesem Grund muss immer ein Teil des alten Sprosses erhalten bleiben“, so van der Veek. „Dahlien sind ein gutes Beispiel für diese Art der Vermehrung. Aus der fingerähnlichen Wurzelknolle entsteht nur dann wieder eine Pflanze, wenn auch der Sprossansatz vorhanden ist.“

Breites Sortiment vom Experten

Mehr Informationen rund um Zwiebel- und Knollengewächse, ihre Pflanzung und Pflege, gibt es online ''(siehe Link). Dort zeigt Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek ein breites Sortiment an Frühlingsblühern , das schon jetzt für die Pflanzzeit im Herbst bestellt werden kann. 186 Tulpen, 104 Narzissen und 82 weitere frühjahrsblühende Arten laden im Onlineshop zum Stöbern ein. Ganz neu ist auch ein breites Pfingstrosenangebot mit über 70 verschiedenen Sorten, das staunen lässt.

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