Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Robert Spreter, Geschäftsführer des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“, dankte im Rahmen des Fachkongresses „Mehr Vielfalt wagen! Zukunftsorientierte Handlungsansätze für artenreiches Grün in der Stadt“ 39 Kommunen für ihr vorbildliches Engagement im kommunalen Biodiversitätsschutz. Der Fachkongress bildete den Abschluss des fünfjährigen Projektes „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“, in dem das Bündnis den gleichnamigen Bundeswettbewerb konzipiert und durchgeführt hat.

Im Rahmen des Zukunftsprojekts angelegte Blühwiese auf einem Grundstück der hanova Wohnen GmbH. (Foto: Stefan Rüter)

Kinder der nahegelegenen Kita „Maulwurfshügel“ halfen beim Setzen von 2.500 Krokuszwiebeln und nutzen den Park des Klinikums Lippe (Standort Lemgo) künftig als Raum zur Naturerfahrung. v.l.n.r.: Christian Ritterbach (Pressesprecher des Klinikums Lippe), Jürgen Braunsdorf (Projektkoordination Biodiversität Kreis Lippe), Dr. Axel Lehmann (Landrat Kreis Lippe), Erzieherinnen und Kinder der Kita „Maulwurfshügel“ (Foto: C. Ritterbach / Klinikum Lippe)

Als „Insekten- und Reptilienburg“ wurde ein ca. 50 m² großer, mit grobem Schotter und Kalksteinen bedeckter Sand/Lehm-Hügel angelegt, wärmeliebende Reptilien finden hier zahlreiche Versteckmöglichkeiten und Plätze zum Sonnen. (Foto: Sonja Mohr-Stockinger / Kommbio)

Im Jahr 2020 erhielten die Kommunen für ihre ausgewählten Projektideen zur Förderung von Stadtnatur und Insekten ein Preisgeld in Höhe von je 25.000 Euro. In den Jahren 2021 bis 2023 konnten hierdurch zukunftsorientierte Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt vor Ort umgesetzt werden. Das Projekt wurde im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Robert Spreter: „Das im Bundeswettbewerb Naturstadt ausgeschüttete Preisgeld war gerade den kleineren Kommunen eine wertvolle Hilfe bei der Umsetzung ihrer Zukunftsprojekte. Viele Kommunen brachten zudem eigene Mittel ein und wurden teils von zahlreichen Ehrenamtlichen unterstützt.“

Zum Abschluss des Projektes „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ präsentierten sich alle 39 ausgezeichneten Zukunftsprojekte vom 3. bis 4. Juli 2024 auf dem Fachkongress „Mehr Vielfalt wagen!“ in der Landeshauptstadt Hannover. Die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer konnten sich über aktuelle Ansätze zur Förderung von Stadtnatur und insbesondere von Insekten im Siedlungsraum informieren und sich mit anderen Kommunen sowie weiteren Akteurinnen und Akteuren austauschen und vernetzen.

Die im Projekt ausgezeichneten Städte, Gemeinden und Landkreise haben ihre Grünflächenpflege insektenfreundlich umgestaltet, partizipativ Blühwiesen und natürliche Niststrukturen angelegt oder heimische Gehölze gepflanzt. Einige haben begonnen, Moore zu revitalisieren und Abschnitte von Fließgewässern zu renaturieren.

Andere haben sich der naturnahen Pflege und insektenfreundlichen Gestaltung von Kindergarten- und Schulgeländen verschrieben. Zudem konnte durch diverse Umweltbildungsmaßnahmen gezielt die Bedeutung von Natur in der Stadt vermittelt werden.

Mit diesen und weiteren Maßnahmen wurden in 39 kommunalen Projekten naturnahe Lebensräume für Tiere, Pflanzen und Menschen neu geschaffen, städtisches Grünzukunftsorientiert weiterentwickelt und zudem die Klimaresilienz der Kommunengefördert.

Mit ihrem Engagement zeigen die ausgezeichneten Kommunen vielfältige Ansätze, wie die Ziele der im Jahr 2019 beschlossenen Handlungsprogramme der Bundesregierung- dem Masterplan Stadtnatur und dem Aktionsprogramm Insektenschutz - umgesetzt werden können. Hierdurch leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und besitzen einen Vorbildcharakter für andere Städte, Gemeinden und Landkreise.

Die Umsetzung aller Zukunftsprojekte erfolgte bis Mitte 2023 und wurde vom Bündnis„Kommunen für biologische Vielfalt“ fachlich begleitet. Der Wettbewerb wurde vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ durchgeführt und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm: 1. Link
Mehr über die Arbeit des BMUV im Bereich „Stadtnatur und Insektenschutz“: 2. Link

 

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