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Hecke aus Thujas schneiden


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Verfasst am: 24. 10. 2007 [10:09]
Moderator
Themenersteller
Dabei seit: 31.01.2007
Beiträge: 14
Hallo,

als "Garten-Neuling" stehe ich vor folgender Situation/Frage: Vor etwa 4 Jahren haben wir unser Haus bezogen und in unserem Garten (ca. 6 * 10m) ringsherum Thujas gepflanzt, aus denen "irgendwann" mal eine Hecke werden soll.

Die Thujas waren beim Pflanzen ca. 40-50 cm hoch und wurden im Abstand von ca. 1 m nebeneinander gepflanzt.

Mittlerweile sind die Thujas zwischen ungefähr 180 und 230 cm hoch, so dass ich langsam aber sicher darüber nachdenken muss, wie und wann ich die geplante Hecke schneiden soll.

In meiner simplen Denke bin ich davon ausgegangen, dass ich "einfach ringsherum" eine entsprechende Höhe (z.B. ca. 160 cm) "abstecke" und dann fleißig drauf los schneide.

Aber ich glaube, so geht's nicht, oder? Zwischenzeitlich habe ich irgendwo gelesen, dass die Thujas konisch - also nach oben etwas verjüngend - geschnitten werden sollen.

Außerdem sollte man wohl nicht allzu viel abschneiden, was sich in diesem (ersten) Fall aber nicht vermeiden lässt.

Gibt es irgendwelche hilfreichen Hinweise und Tipps zu folgenden Fragen:
  • WANN ist der beste Zeitpunkt für den Schnitt?
  • WOMIT hat sich das Schneiden bewährt?
  • IST die Form wirklich konisch zu halten?
  • WIE pflege ich die geschnittene Hecke bzw. die geschnittenen Äste?
  • WAS habe ich vergessen zu fragen?

Es wäre schön, hier ein paar Tipps zu erhalten.

Gruß
Moderator
Verfasst am: 24. 10. 2007 [10:13]
Gelöschter Benutzer Hallo Moderator,

unser Nachbar hat sein (unbewohntes) Grundstück mit Thujen umpflanzt. Da er selber keine Möglichkeit hat sie zu pflegen übernehmen wir ein kleines Stück davon und haben gute Erfahrungen gemacht.

Mein Mann schneidet sie einmal im Jahr, meistens im Frühsommer, einfach mit der Heckenschere. Erst benutzten wir eine "handbetriebene" aber das wurde uns dann doch zu mühsam und wir kauften eine handelsübliche elektrische Version.

Wir stecken die gewünschte Höhe ab und sägen die dicksten und höchsten Äste mit einer Handsäge weg und die Seitentriebe kommen unter die Heckenschere. Manchmal werden einige Ästchen vorübergehend braun aber das gibt sich von alleine wieder.

Allerdings würde ich am Anfang nicht zuviel wegschneiden, das hat das Heckenstück, welches ein zweiter Nachbar pflegt ziemlich übel genommen.

Damit die Thujen im Laufe der Jahre unten nicht verkahlen (sieht furchtbar aus und wird sofort von Wildwuchs besetzt) würde ich immer wieder mal, in die entstehenden kleinen Lücken, einen Steckling pflanzen.

Ob diese Vorgehensweise nun gärtnerisch richtig ist, kann ich Dir leider auch nicht sagen aber wir sind mit dem Ergebnis immer zufrieden gewesen.

Viel Erfolg und herzliche Grüße
PaddyMaggie
Verfasst am: 24. 10. 2007 [10:15]
Moderator
Themenersteller
Dabei seit: 31.01.2007
Beiträge: 14
Hallo PaddyMaggie,

vielen Dank für die Info.
Mengenmäßig dürfte es jedoch schon einiges sein, was ich oben abschneiden muss, wenn ich auf "meine" Höhe kommen will. Macht es Sinn, dies etappenweise durchzuführen und immer mal so 5-10 cm abzusäbeln?

Vielleicht sollte ich auch auf den nächsten Frühsommer warten, damit die Thujen genügend Zeit haben, sich zu erholen. Auch wenn das ein paar Zentimeter mehr bedeutet, die ich abschneiden muss.

Erfolgt der Schnitt bei euch auch konisch, also von unten nach oben verjüngend? Das soll angeblich sinnvoll sein...

Gruß
Moderator
Verfasst am: 24. 10. 2007 [10:30]
Gelöschter Benutzer Hallo,
den Garten unseres ersten Eigenheimes säumte auch eine (bläuliche) Thujahecke. Mit dieser machte ich die folgende Erfahrung:
Was den Höhenschnitt betrifft verzeihen Thujas alles. Die Hecke kann sofort auf die gewünschte Höhe geschnitten werden. Allerdings treiben die Bäume danach an der Schnittstelle wild (besenartig) aus. (Diese Reaktion zeigen bekanntlich sämtliche Bäume und Sträucher nach einem scharfen Rückschnitt.) Der "Breitenschnitt" ist etwas problematischer, weil Thujen bei scharfem Rückschnitt in der Breite gerne mit bleibender Verkahlung reagieren. Bei diesem Schnitt sollte man vorsichtig "operieren" und niemals bis fast zum Stamm zurückschneiden. Der empfohlene Ausgleich mit nachwachsenden Bäumchen trägt insgesamt nicht zur Problemlösung bei! Die Verjüngung nach oben ist entbehrlich.
Nun allgemein zu Thujen: Damals vor 30 Jahren, als wir diese Hecke pflanzten, waren wir recht jung und wir wollten für uns sein, weshalb wir auf diese eigentlich unschöne Hecke kamen. Heute, im fortgeschrittenen Alter, neigen wir zu lebenden Hecken; solchen also, die am Wechsel der Jahreszeiten teilnehmen. Thujen, wie alle (vermeintlich pflegeleichten)
Koniferen und sonstigen immergrünen Gewächse erinnern uns zu sehr an Friedhöfe!
Das Grundstück unseres vor fünf jahren gebauten Hauses wird von einer Vielfalt an Pflanzen gesäumt; darunter insbesondere auch solche, deren Früchte den Gaumen erfreuen, wie Weinstöcke, Brombeeren, Himbeeren, und Säulenobst in allen Sorten.
Natürlich sollen einzelne Bemerkungen nicht als Kritik gesehen werden, denn schliesslich soll jeder Mensch nach seiner Facon seelig werden.
Gruss
Devina
Verfasst am: 24. 10. 2007 [10:32]
Moderator
Themenersteller
Dabei seit: 31.01.2007
Beiträge: 14
Hallo Devina,

vielen Dank für deine Anmerkung.
In der Breite wird das wahrscheinlich nicht so viel werden, da ich eine entsprechend breite Hecke haben möchte. Wie sieht's denn mit dem Zeitraum aus? Ist das jetzt nicht schon zu spät für dieses Jahr oder macht das nicht (viel) aus?

Das "weg" von Thujen hin zu Variationen von Pflanzen kann ich nachvollziehen. Aber ich warte damit noch so 30 Jahre :badgrin: Zudem ist unser Garten recht klein (6 x 10m), so dass hier nicht viel Spielraum ist...mal schaun.

Gruß
Moderator

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 24.10.2007 um 10:33.]
Verfasst am: 24. 10. 2007 [10:35]
Gelöschter Benutzer Hallo Moderator,
ja, da warte ruhig noch....ich benötigte ja auch 30 Jahre! Nun zum Zeitpunkt: Die Hecke kannst ruhig im August "runterputzen", weil da bis zur Vegetationsruhe noch lang hin ist, und ein Wundverschluss von den Bäumen selbst noch problemlos gemeistert wird. Wenn Du magst, so verschliesse alle Stämmchen von mehr als 2cm Durchmesser mit
Baumwachs. Aber die Thujen ertragen viel, nur nicht gerade einen Rückschnitt in der Breite bid fast zum Stamm s.oben).
Was meine heutige Alternative angeht schicke ich Dir mal Fotos. Du siehst dann, wie man mit geringem Platzverbrauch eine (für sich) nette Einfriedung schaffen kann.

Gruss
Devina
Verfasst am: 24. 10. 2007 [10:41]
Moderator
Themenersteller
Dabei seit: 31.01.2007
Beiträge: 14
Hallo Devina,

Danke für den Tipp, werde mich also auf die Suche nach einer E-Säge begeben... icon_wink.gif
Gruß
Moderator

PS: Das Angebot mit den Bildern nehme ich gerne an.
Verfasst am: 10. 12. 2009 [22:27]
SHunte
Dabei seit: 10.12.2009
Beiträge: 2
Hallo,

wir haben auch gute Erfahrungen mit einem Schnitt im August/September gemacht. Eher September, dann sind alle Vögel definitiv weg icon_wink.gif
Verfasst am: 29. 01. 2010 [16:24]
Anka85
Dabei seit: 29.01.2010
Beiträge: 1
Thujas schneidet man im Juli August das ist der beste Zeitpunkt.Thujas sind schnittverträglicher als Chamaecyparis. Beim Schnitt sollte man aufpassen das man die Hecke unten breiter lässt und nach oben hin schmaler wird. Macht man dies nicht verkahlen die Hecken von unten sehr schnell das gilt für jede Hecke. Am besten schneidet man Hecken mit einer SCHARFEN Heckenschere da sonst schnell braune Stellen an den Triebenden entstehen.
Ich würde keine Setztlinge zwischen den Lücken pflanzen da sie es ziemlich schwer haben sich durchzusetzten. Wenn man eine junge Hecke hat und sie 2 mal im Jahr schneidet schließen sich die Lücken von selber.
Außerdem blaue Thujas gibt es nicht es ist dann Chamaecyparis die man nicht bis ins alte Holz zurückschneiden sollte das sie aus den alten Holz nicht wieder austreiben!!!!!


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