Berufsbegleitender Meisterkurs qualifiziert Fach- und Führungskräfte für die Praxis
Am 25. April 2019 erhielten 13 Absolventinnen und Absolventen des Garten- und Landschaftsbaus in der Landwirtschaftskammer Hamburg nach bestandener Prüfung ihre Meisterbriefe. Die frisch ausgebildeten Meisterinnen und Meister hatten zuvor den berufsbegleitenden Meistervorbereitungskurs des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg erfolgreich abgeschlossen.
Der Lehrgang erstreckte sich über 15 Monate und wurde vom Fachverband in Eigenregie durchgeführt. Damit unterscheidet sich Hamburg von vielen anderen Bundesländern, in denen die Vorbereitung auf die Meisterprüfung überwiegend an Fachschulen in Vollzeit erfolgt.
Berufsbegleitendes Modell mit langer Tradition
Seit 1991 bietet der Hamburger Fachverband im zweijährigen Rhythmus einen Meisterkurs für bis zu 20 Teilnehmer an. Das Konzept verbindet die berufliche Tätigkeit im Betrieb mit regelmäßigen Unterrichtseinheiten im Bildungszentrum des Hamburger Hauses des Landschaftsbaus. Über den Großteil der Ausbildungszeit findet der Unterricht an zwei Abenden pro Woche statt.
Ergänzt wird das Modell durch einen zweimonatigen Vollzeit-Blockunterricht im Winter. Dadurch können die Teilnehmer ihre berufliche Tätigkeit fortführen und müssen ihre Arbeit im Betrieb nicht für die gesamte Dauer der Weiterbildung unterbrechen.
„Die Teilnehmer arbeiten weiterhin in ihren Betrieben und müssen somit ihr Berufsleben für die Meisterschule nicht unterbrechen. Blockunterricht in Vollzeit gibt es bei uns nur zwei Monate lang und zwar im Winter, wenn sich die angehenden GaLaBau-Meisterinnen und -Meister einfacher in ihrem Betrieb freistellen lassen können“, sagt Sylvia Eggers, Referentin für Nachwuchswerbung beim FV HH und seit 20 Jahren Koordinatorin der Meisterlehrgänge.
Der Meisterkurs, dessen Teilnehmer nun ihren Meisterbrief erhielten, begann im Dezember 2017 und endete im Februar 2019. Nach den abschließenden Prüfungen vor der Landwirtschaftskammer Hamburg im März wurden die Ergebnisse bekanntgegeben.
Fachkräfte für einen wachsenden Markt
Die Meisterbriefe wurden im Rahmen der Freisprechungsfeier von Kammerpräsident Andreas Kröger, LWK-Geschäftsführer Hans-Peter Pohl sowie dem langjährigen Vorstandsmitglied des Fachverbands Hamburg, Diethard Possehn, überreicht.
„Der landschaftsgärtnerische Berufsstand hat nun 13 neue Meisterinnen und Meister, und die brauchen wir nötigst! Die Auftragsbücher der Hamburger Fachbetriebe sind bis zum Rand gefüllt, und wir brauchen Sie als hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte, um diese Aufträge zu erfüllen. Sie werden die Baustellen und auch die Auszubildenden betreuen, die vielleicht später einmal in Ihre Fußstapfen treten. Sie haben viel zu tun und viel vor sich, und dabei wünsche ich Ihnen ganz viel Erfolg“, sagte Andreas Kröger.
Die Bedeutung qualifizierter Führungskräfte im Garten- und Landschaftsbau wächst angesichts der anhaltend hohen Nachfrage nach landschaftsgärtnerischen Leistungen weiter. Meister übernehmen dabei nicht nur Verantwortung auf Baustellen, sondern auch bei der Ausbildung des Fachkräftenachwuchses.
„Nach Ihrer Prüfung kommt nun ein neuer Abschnitt, in dem Sie das Gelernte in die Praxis umsetzen und sich neuen Herausforderungen stellen werden. Gestalten Sie die Zukunft des GaLaBaus mit und warten Sie nicht nur darauf, was kommt! Sie werden in Ihrem Beruf immer Nachhaltiges schaffen!“
Praxisprojekt für Hamburger Behörde
Zum festen Bestandteil der Meisterausbildung gehört ein praxisorientiertes Projekt. Dabei bearbeiten die Teilnehmer reale Aufgabenstellungen und durchlaufen sämtliche Schritte eines Projekts – von der Bedarfsermittlung über die Planung bis hin zur Kalkulation und Präsentation.
„Diese praxisbezogenen Aufgaben führen die behandelten Lerninhalte perfekt zusammen. Die Teilnehmer der Meisterkurse erfragen projektspezifische Kundenwünsche, erstellen reale Aufmaße vor Ort, ermitteln den Bedarf, diskutieren Ideen, bringen die Pläne zu Papier und kalkulieren schließlich das Angebot. Die größte Herausforderung ist zumeist die Präsentation der Entwürfe vor den Kunden bzw. Projektpartnern“, erläutert Sylvia Eggers.
Für den aktuellen Meisterkurs stellte die Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ihre Außenanlagen als Projektfläche zur Verfügung. Aufgabe war die Entwicklung von Gestaltungsvorschlägen für eine repräsentative Neugestaltung unter Berücksichtigung der denkmalgeschützten Gebäudefassade. Zusätzlich sollten Fahrrad- und Pkw-Stellplätze in die Planung integriert werden.
Die Teilnehmer bearbeiteten die Aufgabe in drei Gruppen und präsentierten ihre Konzepte anschließend Vertretern der Behörde sowie Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen.
Positive Resonanz auf die Entwürfe
Die vorgestellten Konzepte stießen bei den Verantwortlichen auf großes Interesse. Besonders hervorgehoben wurden die praxisnahen Lösungsansätze sowie die transparente Darstellung der späteren Pflege- und Unterhaltungskosten.
„Ihre Ideen, Ihr Konzept, aber auch Ihre Aufklärung über die mit der Umgestaltung verbundenen Kosten und die spätere Pflege hat die Jury begeistert! Sie haben uns aufgezeigt, dass man für die Umsetzung eines solchen Projektes Profis wie Sie braucht! Wir werden in Kürze entscheiden, welche Ihrer Vorschläge wir umsetzten werden, und Sie dann informieren. Ihr Konzept wird nicht in der Schublade verschwinden, denn es ist politisch absolut gewollt, dass Teile davon zum Leben erweckt werden!“
Mit der erfolgreichen Freisprechung endet für die 13 Absolventinnen und Absolventen die Meisterausbildung. Eine weitere Feier mit Familien und Wegbegleitern ist im Hamburger Haus des Landschaftsbaus vorgesehen. Der nächste Meistervorbereitungskurs soll im Dezember 2019 starten.
