Berufsbegleitend zum Meister im Garten- und Landschaftsbau in Hamburg
Während in vielen Bundesländern die Vorbereitung auf die Meisterprüfung in Vollzeit an Fachschulen erfolgt, geht Hamburg seit Jahrzehnten einen eigenen Weg. Der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg e. V. (FGL HH) organisiert die Meisterausbildung in Eigenregie und berufsbegleitend. Ein Modell, das sich seit mehr als 30 Jahren bewährt hat.
Der Alltag der Meisteranwärterinnen und Meisteranwärter ist klar strukturiert. Tagsüber arbeiten sie weiterhin in ihren Betrieben, zweimal wöchentlich findet abends Unterricht im Bildungszentrum des „Hamburger Hauses des Landschaftsbaus“ (HHL) statt. Über fast anderthalb Jahre hinweg verbindet der Kurs Praxis im Betrieb mit fundierter theoretischer Weiterbildung.
Modell mit hoher Praxisnähe
Seit 1991 bietet der FGL HH alle zwei Jahre einen berufsbegleitenden Meistervorbereitungskurs für maximal 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. Nahezu jeder Lehrgang war bislang ausgebucht. Die Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung macht das Hamburger Modell für viele Fachkräfte im Garten- und Landschaftsbau besonders attraktiv.
„Die Teilnehmer arbeiten weiterhin in ihren Betrieben und müssen somit ihr Berufsleben für die Meisterschule nicht unterbrechen. Blockunterricht in Vollzeit gibt es bei uns nur zwei Monate lang und zwar im Winter, wenn sich die angehenden GaLaBau-Meisterinnen und -Meister einfacher in ihrem Betrieb freistellen lassen können“
Koordiniert wird der Lehrgang seit vielen Jahren von Sylvia Eggers, Referentin für Nachwuchswerbung beim FGL HH. Die Kombination aus überwiegend berufsbegleitendem Unterricht und einer kurzen Vollzeitphase ist bundesweit eher die Ausnahme und wird von den Teilnehmenden besonders geschätzt.
Beste Abschlussquote bisher
Wie erfolgreich dieses Ausbildungskonzept ist, zeigte sich beim Meistervorbereitungskurs, der Ende März 2023 abgeschlossen wurde. Von insgesamt 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestand nahezu der gesamte Kurs die Meisterprüfung vor der Hamburger Landwirtschaftskammer.
„Das hatten wir noch nie und es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“
Bei der Freisprechungsfeier am 11. Mai in der Landwirtschaftskammer bedankte sich der Fachverband beim Koordinationsteam. Die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen erhielten jeweils einen Sämling des Urweltmammutbaums (Metasequoia glyptostroboides) als symbolisches Geschenk. Die Meisterbriefe überreichten Kammerpräsident Andreas Kröger, LWK-Geschäftsführerin Nadine Eckhoff sowie der Vorsitzende des FGL HH, Ludger Plaßmann.
Meister als Schlüssel für nachhaltige Stadtentwicklung
Ludger Plaßmann betonte die Bedeutung der neuen Meisterinnen und Meister für die Branche und die Stadt Hamburg. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen sei die Auftragslage der Fachbetriebe weiterhin gut. Um diese bewältigen zu können, brauche es qualifizierte Fach- und Führungskräfte.
„Sie als Landschaftsgärtner-Meister:innen sind die Expertinnen und Experten, die Enthusiasten und die Kämpfer:innen für ein lebenswertes Hamburg!“
Auch Kammerpräsident Andreas Kröger richtete den Blick nach vorn und hob die Verantwortung der Absolventinnen und Absolventen im Kontext von Klimawandel und Stadtentwicklung hervor.
„Gestalten Sie die Zukunft unserer Stadt, denn Sie sind eine wichtige Stellschraube in Zeiten des Klimawandels!“
Dr. Ina Tjardes, neue Amtsleiterin im Bereich Agrarwirtschaft der Hamburger Umweltbehörde, unterstrich ebenfalls die Rolle der Meisterinnen und Meister als Multiplikatoren für mehr Grün in der Stadt.
„Es ist eine große Aufgabe, noch mehr Potential für Grün in der Stadt zu wecken!“
