Messen und Veranstaltungen

25 Jahre Deutsche Baumpflegetage in Augsburg

Die Deutschen Baumpflegetage haben in Augsburg ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 1.450 Fachleute aus 17 Nationen diskutierten aktuelle Herausforderungen der Baumpflege. Im Mittelpunkt standen Klimawandel, klimaresistente Stadtbäume sowie der fachübergreifende Austausch zwischen Praxis, Forschung und Planung.

Internationale Fachveranstaltung rückt Klimawandel und nachhaltige Baumpflege in den Fokus

Die Deutschen Baumpflegetage haben ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert und ihre Stellung als bedeutendste europäische Fortbildungsveranstaltung für die Baumpflege unterstrichen. Zur Jubiläumsveranstaltung kamen im April 1.450 Fachleute aus 17 Nationen nach Augsburg.

Neben Teilnehmern aus Europa reisten auch Fachbesucher aus Neuseeland, Australien, Japan, Kanada, den USA und Russland an. Erstmals waren zudem Baumpfleger aus Indien, Hongkong, Israel und Tunesien vertreten. Mehr als 40 praxisorientierte Fachvorträge von Referenten aus sieben Ländern gaben Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Zukunftsthemen der Branche.

„Seit ihrer Gründung steht bei den Deutschen Baumpflegetagen der gesunde und nachhaltige Umgang mit Bäumen im Mittelpunkt. In Augsburg kommen Menschen zusammen, die für die ältesten Lebewesen dieser Erde leben und arbeiten“, sagte Veranstalter Prof. Dr. Dirk Dujesiefken zur Eröffnung der Tagung.

Internationaler Treffpunkt der Baumpflege

Die Veranstaltung entwickelte sich seit ihrer Gründung im Jahr 1993 von einer regionalen Fachtagung zu einem internationalen Branchentreff. Zum Jubiläum würdigte Dujesiefken insbesondere die Arbeit des Fachbeirats, der Vertreter unterschiedlicher Fachrichtungen vereint.

„Zusammen bilden diese Menschen das Rückgrat und kreative Fundament der Deutschen Baumpflegetage und machen die Veranstaltung zu dem, was sie heute ist“, erklärte Dujesiefken.

Auch die Stadt Augsburg hob die Bedeutung der Veranstaltung hervor.

„Die Deutschen Baumpflegetage haben im Laufe der Jahre internationale Bekanntheit erlangt. Die Umweltstadt Augsburg ist stolz, seit 25 Jahren Ausrichtungsort dieser zukunftsweisenden Veranstaltung zu sein“, sagte Umweltreferent Reiner Erben.

Ein besonderer Programmpunkt war der Vortrag des französischen Forstbotanikers Francis Hallé. Der Wissenschaftler präsentierte seine Forschungsergebnisse zur Kronenarchitektur erstmals auf einer deutschen Fachtagung.

Interdisziplinärer Austausch im Mittelpunkt

Ein zentrales Anliegen der Deutschen Baumpflegetage bleibt der fachübergreifende Dialog zwischen unterschiedlichen Disziplinen. Neben Baumpflegern nahmen unter anderem Gärtner, Förster, Landschaftsplaner, Straßenbaubehörden, Parkverwaltungen, Naturschützer, Sachverständige und Wissenschaftler teil.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass ein guter und nachhaltiger Umgang mit Bäumen nur dann möglich ist, wenn die Fachleute in den unterschiedlichen Bereichen verstehen, was in ihren Nachbardisziplinen passiert“, sagte Dirk Dujesiefken.

Als Fachpartner brachte der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) zahlreiche Planer nach Augsburg. Im Fokus standen unter anderem der Umgang mit Gehölzen im Klimawandel sowie die Trockenheitsverträglichkeit von Straßenbäumen.

Klimawandel prägt Fachprogramm

Auch die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) widmete sich den Auswirkungen des Klimawandels auf Stadtbäume. Im Rahmen des Projekts „Stadtgrün 2021“ untersucht die LWG gemeinsam mit sieben Baumschulen Baumarten auf ihre Eignung für zukünftige Stadtklimate.

Im Außenbereich der Messe präsentierte die LWG gemeinsam mit mehreren Baumschulen einen „Zukunftswald“ mit rund 70 Baumarten und Sorten, die als besonders klimaresistent gelten. Dazu zählten unter anderem verschiedene Lindenarten, Feldahorn, Säulenulme, Hainbuchen sowie Zürgelbäume.

Die Präsentationen stießen auf großes Interesse und boten viel Raum für fachlichen Austausch zwischen Praxis, Forschung und Planung.

Themenausstellungen mit starkem Praxisbezug

Mehrere Themenausstellungen ergänzten das Fachprogramm der Jubiläumsveranstaltung. Vorgestellt wurden unter anderem Baumschädlinge, Baumkrankheiten sowie Erkenntnisse zur Pflanzung und Wurzelentwicklung von Bäumen.

Weitere Beiträge beschäftigten sich mit Konflikten zwischen Mensch und Baum im urbanen Raum sowie mit dem Einsatz von Käferspürhunden zur Erkennung von Schädlingen.

Die Inhalte der Fachvorträge wurden im „Jahrbuch der Baumpflege 2017“ veröffentlicht. Die Publikation dient vielen Fachleuten als Nachschlagewerk und umfasst mittlerweile 21 Ausgaben.

Der Termin für die nächsten Deutschen Baumpflegetage steht bereits fest: Die 26. Ausgabe der Veranstaltung findet vom 24. bis 26. April 2018 erneut in Augsburg statt.

02.05.2017

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