Aus- und Weiterbildung

35 Prozent mehr Ausbildungsverträge: Grüne Zunft Schleswig-Holsteins begrüßt neue Auszubildende

08.08.2021

Wer seine Liebe zur Arbeit in der Natur zum Beruf machen möchte, hat auch in Schleswig-Holstein die Wahl zwischen sieben gärtnerischen Fachrichtungen: Garten- und Landschaftsbau, Baumschule, Zierpflanzenbau, Staudengärtnerei, Gemüsebau, Obstbau und Friedhofsgärtnerei.

Azubi-Begrüßungstag im Gartenbauzentrum Ellerhoop

Am 7. August begrüßten die Thea Tietgen und Bruno Tietgen Stiftung zur Förderung der gärtnerischen Berufsausbildung in Schleswig-Holstein sowie die Landwirtschaftskammer die neuen Nachwuchskräfte im Rahmen eines Azubi-Begrüßungstags im Gartenbauzentrum (GBZ) Ellerhoop.

Ausbildungszahlen deutlich gestiegen

Von den insgesamt 170 Auszubildenden, die im August dieses Jahres in Schleswig-Holstein mit ihrer gärtnerischen Berufsausbildung begonnen haben, kamen 81 in Begleitung ihrer Familien ins GBZ. Insgesamt nahmen rund 180 Auszubildende, Ausbilder und Angehörige an der Veranstaltung teil.

„Es freut uns sehr, dass in diesem Jahr so viele junge Menschen nach Ellerhoop gekommen sind. Die Thea Tietgen und Bruno Tietgen Stiftung möchte Ihnen als Berufsanfängern mit dieser Veranstaltung einen Überblick darüber geben, was Sie in den kommenden zwei oder drei Jahren erwartet“, sagte Klaas Denker, Vorsitzender der Stiftung.

Frank Möller, Fachbereichsleiter Gärtnerische Berufsbildung bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, beglückwünschte die angehenden Gärtnerinnen, Gärtner sowie Werkerinnen und Werker im Gartenbau zu ihrer Berufswahl. Aktuell befinden sich rund 630 Jugendliche in Schleswig-Holstein in einer gärtnerischen Ausbildung. Stand August ist die Zahl der Ausbildungsverträge gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent gestiegen.

Grüne Branche mit Zukunftsperspektive

Die Fachkräfte des Gartenbaus wirkten mit ihren Produkten und Dienstleistungen aktiv dem Klimawandel entgegen, betonte Möller. Das entspreche dem Nachhaltigkeitsgedanken vieler junger Menschen. Auch die Corona-Pandemie habe der Attraktivität der grünen Berufe keinen Abbruch getan.

Insbesondere der Garten- und Landschaftsbau verzeichne eine sehr gute Auftragslage. Viele Menschen investierten verstärkt in ihre Gärten und schätzten ihr „grünes Wohnzimmer“ mehr denn je. Da viele Arbeiten im Freien stattfinden, sei die Branche von pandemiebedingten Einschränkungen nur gering betroffen gewesen.

Aktuell gibt es in Schleswig-Holstein rund 2.000 Gartenbaubetriebe mit etwa 15.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 910 Millionen Euro. Die stärkste Fachsparte ist der Garten- und Landschaftsbau mit rund 800 Betrieben und einem Umsatz von etwa 400 Millionen Euro.

Einführung in die Berufsausbildung

Im weiteren Verlauf des Begrüßungstages erhielten die neuen Auszubildenden einen Überblick über ihre Ausbildung an den drei Lernorten Betrieb, Berufsschule und Überbetriebliche Ausbildung. Vertreter aller sechs gärtnerischen Berufsschulstandorte des Landes stellten ihre Schulen vor und informierten über den schulischen Teil der Ausbildung.

Anschließend lernten die Auszubildenden ihre künftigen Ausbilderinnen und Ausbilder in der Überbetrieblichen Ausbildung kennen, die im Rahmen von Lehrgängen im GBZ durchgeführt wird. In kleinen Gruppen wurden sie über das Gelände geführt und mit den Einrichtungen vertraut gemacht.

„Die große und positive Resonanz zeigt uns, wie wichtig es ist, junge Menschen zu Beginn ihrer Ausbildung abzuholen, zu informieren und zu motivieren. Das möchten wir auch weiterhin tun“, zog Klaas Denker ein positives Fazit der Veranstaltung.

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