Dünger und Substrate, Verbände und Organisationen

48. Deutscher Torf- und Humustag: Branche warnt vor Folgen eines Torfausstiegs

Beim 48. Deutschen Torf- und Humustag in Bad Zwischenahn warnte die Branche vor den Folgen eines Torfausstiegs in Niedersachsen. Hersteller und Verbände befürchten mehr Torfimporte, höhere CO2-Emissionen sowie Nachteile für den Gartenbau und setzen auf sachliche Aufklärung.

Branche kritisiert geplanten Torfausstieg und fordert sachliche Debatte

Der 48. Deutsche Torf- und Humustag des Industrieverbands Garten (IVG) in Bad Zwischenahn stand im Zeichen der politischen Debatte um ein mögliches Ende des Torfabbaus in Niedersachsen. Vertreter der deutschen Torfindustrie sowie des Gartenbaus warnten vor weitreichenden ökologischen und wirtschaftlichen Folgen eines Ausstiegs aus der heimischen Torfgewinnung.

Die niedersächsische Landesregierung verfolgt das Ziel, den Torfabbau zu beenden. Aus Sicht der Branche würde dies jedoch nicht zu einem geringeren Torfverbrauch führen, sondern vor allem zu steigenden Importen aus dem Baltikum. Damit verbunden wären zusätzliche CO2-Emissionen durch längere Transportwege sowie eine stärkere Belastung intakter Hochmoore außerhalb Deutschlands.

Branche fordert sachlichen Dialog

Beim Branchentreffen wurde deutlich, dass die Hersteller von Erden und Substraten weiterhin für neue Abbaugenehmigungen eintreten wollen. Im Mittelpunkt steht dabei eine offene und sachorientierte Kommunikation ohne ideologische Zuspitzung.

Alexander Neubacher, Redakteur des Nachrichtenmagazins Spiegel, griff dieses Spannungsfeld in seinem Gastvortrag „Ökofimmel – wer schützt die Umwelt vor den Umweltschützern“ auf. Basierend auf seinem gleichnamigen Buch beleuchtete er Umweltmaßnahmen, die trotz guter Absichten unerwartete negative Auswirkungen nach sich ziehen können.

Neubacher verwies auf Beispiele, bei denen politische Entscheidungen ökologische Fehlentwicklungen ausgelöst hätten. Die Diskussion um den Torfabbau ordnete er in diesen Zusammenhang ein. Die deutsche Torfindustrie versuche mit wissenschaftlicher Expertise und sachlichen Argumenten auf mögliche Folgen eines nationalen Ausstiegs hinzuweisen.

Importe könnten Umweltbilanz verschlechtern

IVG-Geschäftsführer Johannes Welsch und Henning Sannemann, Präsident des Wirtschaftsverbands Gartenbau, kritisierten in ihrer Begrüßung einen bislang fehlenden intensiven Dialog mit Umweltminister Stefan Wenzel und Landwirtschaftsminister Christian Meyer.

Nach Einschätzung der Branche würde ein Ende der heimischen Torfgewinnung den Bedarf an Kultursubstraten nicht reduzieren. Stattdessen müssten größere Mengen Torf importiert werden. Neben höheren Transportemissionen befürchten die Unternehmen geringere Möglichkeiten zur Renaturierung ehemaliger Abbauflächen in Deutschland.

Zudem sieht die Branche wirtschaftliche Risiken. Genannt wurden mögliche Arbeitsplatzverluste sowie steigende Kosten und Qualitätsverluste bei Kultursubstraten für den Gartenbau. Torf gilt dort weiterhin als wichtiger Ausgangsstoff für die Kultivierung von Gemüse-, Zier- und Baumschulpflanzen.

Neues Siegel für verantwortungsvollen Torfabbau

Die Fachabteilung Substrate, Erden, Ausgangsstoffe (SEA) des Industrieverbands Garten (IVG) kündigte an, die Kommunikation über die ökologischen Standards des heimischen Torfabbaus weiter auszubauen. Dazu soll das Siegel „Responsible Produced Peat (RPP)“ beitragen.

Mit der Kennzeichnung wollen die Unternehmen dokumentieren, unter welchen ökologischen Rahmenbedingungen der Torfabbau in Deutschland erfolgt. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und die Diskussion über die Zukunft der Torfgewinnung stärker auf fachlicher Grundlage zu führen.

01.11.2013

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Industrieverband Garten (IVG) e.V.

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40549Düsseldorf
Deutschland

Tel.:+49 211 909998-00
Fax:+49 211 909998-51

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