Messen und Veranstaltungen

61. Tarmstedter Ausstellung: Genug über die Krise geredet

11.07.2009

Ausstellungsleiter Dirk Gieschen sprach das passende Motto für die 61. Tarmstedter Ausstellung aus: Wir haben genug von der Krise geredet, jetzt ist es an der Zeit, dass wir alle etwas dagegen tun. Und tatsächlich: Von gelegentlichen Regenschauern unbeeindruckt, strömten mit dem Öffnen der Kassenhäuschen die Besucher in Scharen auf das Veranstaltungsgelände der größten landwirtschaftlichen Regionalausstellung in Norddeutschland.

Zuversichtliche Stimmung zur Eröffnung

Bereits bei der Eröffnungsveranstaltung der Tarmstedter Ausstellung, an der rund 800 Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung teilnahmen, war eine überwiegend zuversichtliche Stimmung spürbar.

Einigkeit bestand darüber, dass die Krise zwar weiterhin andauert, die Landwirtschaft jedoch über erhebliche Potenziale verfügt, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Bio-Energien, die sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum entwickelt haben.

Bio-Energie als Zukunftsperspektive

In seiner Festrede auf der offiziellen Eröffnungsfeier skizzierte Dr. Josef Auer, Analyst der Deutschen Bank, die wirtschaftlichen Perspektiven. Er warnte davor, sich von den derzeit niedrigen Energiepreisen täuschen zu lassen.

Nach der Rezession sei erneut mit steigenden Preisen für fossile Energieträger wie Öl zu rechnen. Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, alternative Energien konsequent voranzutreiben.

Kritik an politischen Rahmenbedingungen

Dr. Auer betonte, dass sich Bio-Energie spätestens bei einem Ölpreis von 200 US-Dollar pro Barrel rechne. Vor diesem Hintergrund kritisierte er die Besteuerung von Biokraftstoffen, da diese Investitionen in eine zentrale Zukunftstechnologie gefährde.

Die sogenannte „Teller-Tank-Diskussion“ bezeichnete er als überholt. Auch die häufig zitierte „Tequila-Krise“ in Mexiko sei nicht auf die energetische Nutzung von Biomasse zurückzuführen, sondern auf eine verfehlte Subventionspolitik der USA.

Nachhaltigkeit und positive Bilanz der Ausstellung

Zugleich wies Dr. Auer auf die natürlichen Grenzen der Bio-Energie hin und mahnte, die Nachhaltigkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Im Anschluss dankte Dirk Gieschen, Geschäftsführer der Ausstellungs-GmbH, den rund 200 Mitarbeitenden sowie den zahlreichen Besuchern und Ausstellern, von denen viele der Veranstaltung seit Jahrzehnten verbunden sind. Die umfassende Neugestaltung des 17 Hektar großen Ausstellungsgeländes habe die Attraktivität der Messe deutlich gesteigert.

Ausblick und Besucherinformation

„Ich bin überzeugt, dass wir im nächsten Jahr sagen können: Krise war gestern“, erklärte Dirk Gieschen mit Blick auf das Gesamtergebnis.

Die Tarmstedter Ausstellung ist noch bis einschließlich Montag täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Erwartet werden bis zu 100.000 Besucherinnen und Besucher, die sich für die Themen Landwirtschaft, Familie und Freizeit interessieren.

Zurück