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71. Tarmstedter Ausstellung: Brückenbau für mehr Akzeptanz in der Landwirtschaft

Die 71. Tarmstedter Ausstellung fördert den Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Festredner betonten die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Fortschritt für die Branche. Die Veranstaltung dient als wichtiges Forum, um Akzeptanz zu schaffen und Innovationen zu präsentieren.

Nachhaltigkeit und Fortschritt im Fokus der Landwirtschaft

Die 71. Tarmstedter Ausstellung positioniert sich als wichtiges Forum für die moderne Landwirtschaft. Die Branche steht vor Herausforderungen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Tierwohl und gesellschaftliche Akzeptanz. Während der Eröffnungsfeier, an der rund 800 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und dem ländlichen Raum teilnahmen, betonten die Festredner die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Fortschritt.

„Wir brauchen die Landwirtschaft in Niedersachsen, und sie gehört in die Mitte der Gesellschaft“, sagte die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast.

Die Ministerin hob hervor, dass die Ausstellung ein Treffpunkt für den ländlichen Raum sei und gratulierte zum 40-jährigen Bestehen der Tierschau. Diese sei nicht nur für Landwirte und Züchter von Bedeutung, sondern biete auch Verbrauchern die Möglichkeit, Tiere live zu erleben.

Dirk Gieschen, Geschäftsführer der Ausstellung, unterstrich die Funktion der Veranstaltung als Plattform zur Verbindung von Landwirtschaft und Verbrauchern.

„Es ist uns als Messefamilie eine besondere Verpflichtung, in diesen Zeiten Brücken zu bauen. Den Besuchern zu erklären wie Landwirte arbeiten und die Bevölkerung aus Stadt und Land zu verbinden.“

Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), bezeichnete die Tarmstedter Ausstellung als Schaufenster der Innovation, das Überblick und Markttransparenz schaffe und die Akteure der Branche zusammenführe.

In seinem Festvortrag wies Paetow darauf hin, dass sich die Landwirtschaft in Deutschland in einer anspruchsvollen Phase befinde. Er betonte die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung der Ziele.

„Wenn wir unsere Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit in die richtigen Bahnen lenken wollen, müssen wir uns an der Gesamtheit der Ziele orientieren“, sagte Paetow.

Es gehe nicht mehr ausschließlich um Ertrag und Milchleistung, sondern auch um Grundwasserschutz und Artenvielfalt. Neben der Kostenersparnis sei eine umfassende Betrachtung der Auswirkungen der Landwirtschaft auf Natur, Umwelt und Ernährungssicherung erforderlich. Landrat Hermann Luttmann, Schirmherr der Ausstellung, äußerte sich zuversichtlich hinsichtlich zukünftiger Fortschritte in der Agrarwirtschaft und betonte, dass Nachhaltigkeit und Fortschritt kein Widerspruch sein müssen.

„Ausnahmslos alle Landwirte müssen erkennen, dass es ein ‚Weiter so!‘ nicht gibt, sondern handeln.“

Die Tarmstedter Ausstellung ist bis zum kommenden Montag täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Über 750 Aussteller präsentieren auf rund 18 Hektar Neuheiten und Produkte aus den Bereichen Landwirtschaft, Tierzucht und Erneuerbare Energien. Ergänzt wird das Angebot durch Themen für Haus, Garten, Freizeit und Genuss. Ein Rahmenprogramm mit Fachvorträgen und Showeinlagen auf dem Tierschaugelände richtet sich an ein breites Publikum.

Die Ausstellungsleitung erwartet zwischen 90.000 und 100.000 Besucher.

12.07.2019

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