Deutschlands größte Frühlingsblumenschau
In Dresden öffnet die bedeutendste Frühlingsblumenschau Deutschlands, der Dresdner Frühling im Palais, für zehn Tage ihre Pforten. Im historischen Palais im Großen Garten präsentieren Gärtner, Floristen und Designer ein begehbares Gesamtkunstwerk, bestehend aus rund 40.000 blühenden Pflanzen.
Die achte Ausgabe der biennalen Ausstellung steht unter dem Titel „Blütezeiten“. Veranstaltet wird sie von der Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen (FGS) mit Unterstützung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Michael Kretschmer übernommen.
Historische Gartenkonzepte und florale Vielfalt
Das Konzept der Ausstellung wurde von Designerin Bea Berthold aus Bad Liebenstein entwickelt. Es spannt einen Bogen über fast 1.000 Jahre sächsische und europäische Kultur- und Gartengeschichte. Besucher erleben eine Zeitreise durch verschiedene Jahrhunderte, beginnend mit dem mittelalterlichen Klostergarten und den ersten botanischen Gärten der Renaissance.
Die Ausstellung führt weiter durch das Goldene Zeitalter der Niederlande, präsentiert sächsische Porzellankunst und Hochzeitsbäume des Barock bis hin zu modernen, urbanen Gartenkonzepten. Zu den Höhepunkten zählen 6.500 Tulpen in 25 Sorten, eine blühende Obstbaumallee, blühende Kartoffelpflanzen und ein Klostergarten nach Hildegard von Bingen. Ergänzt wird dies durch Reproduktionen historischer Pflanzenzeichnungen, einen vertikalen Garten sowie eine überdimensionale, mit Blumen beladene Postkutschensilhouette.
Leistungsschau der grünen Branche
Der Dresdner Frühling im Palais demonstriert die Kreativität und Leistungsfähigkeit der grünen Branche in Sachsen. Die Vorbereitung des Projekts, einschließlich Konzeption, Gestaltung sowie gärtnerischer und floristischer Arbeiten, nahm etwa ein Jahr in Anspruch.
Projektleiter ist der Dresdner Gartenbauingenieur Wolfgang Friebel, ehemaliger Gartenmeister vom Schlosspark Pillnitz. Er verantwortet die Auswahl und Beschaffung der Pflanzen aus rund 30 beteiligten Gärtnereien sowie dem Grünen Forum Pillnitz. Die floristischen Arbeiten werden von Floristmeisterinnen, Schülern und Umschülern des Dresdner Instituts für Floristik ausgeführt.
Ein Blütenfest mit langer Historie
Das Palais im Großen Garten, Veranstaltungsort der Schau, zählt zu den ältesten Barockbauten im deutschsprachigen Europa und ist ein bedeutendes Denkmal Dresdens. Obwohl das Gebäude im Zweiten Weltkrieg ausbrannte und im Inneren noch Spuren der Zerstörung sichtbar sind, war es bereits im 19. und 20. Jahrhundert Schauplatz spektakulärer Blüten-, Pflanzen- und Früchteschauen. Diese begründeten den Ruf Dresdens als europäisches Zentrum der Gartenkunst.
Der Dresdner Frühling im Palais, der in seiner heutigen Form seit 2006 stattfindet, orientiert sich an der 3. Internationalen Gartenbauausstellung von 1907 in Dresden. Schon damals wurden eindrucksvolle Schaubeete angelegt und große thematische Gesamtbilder geschaffen.
Der 8. Dresdner Frühling im Palais ist vom 28. Februar bis 8. März täglich von 9 bis 20 Uhr im Palais im Großen Garten geöffnet. Der Eintritt beträgt 11,50 Euro, ermäßigt 6,50 Euro. Karten sind an den Tageskassen sowie im Vorverkauf und online erhältlich, wobei für Vorverkaufskarten Gebühren anfallen. Inhaber von Vorverkaufskarten erhalten einen schnelleren Zugang zur Ausstellung.
