Seminar des Fachverbands zeigt Strategien gegen Fachkräftemangel im GaLaBau auf
Der zunehmende Fachkräftemangel und die demografische Entwicklung stellen viele Betriebe im Garten- und Landschaftsbau vor wachsende Herausforderungen. Besonders in Thüringen verschärfen sinkende Einwohnerzahlen und die hohe Pendlerquote die Situation auf dem Arbeitsmarkt.
Wie Unternehmen auf diese Entwicklung reagieren können, war Thema eines Seminars des Fachverbands GaLaBau Hessen-Thüringen e.V. in Zusammenarbeit mit dem IWT-Institut der Wirtschaft Thüringens GmbH. Die Veranstaltung wurde mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert und basierte auf einer vorherigen Umfrage unter Mitgliedsbetrieben des Fachverbands.
Fachkräftemangel wird für Betriebe zur Belastung
In der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt referierte Nina Weigelt über die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Branche. Im Mittelpunkt standen Strategien zur langfristigen Mitarbeiterbindung sowie Maßnahmen zur Gewinnung neuer Auszubildender und Fachkräfte.
Viele Betriebe sehen sich bereits heute mit Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen konfrontiert. Gleichzeitig wird es zunehmend wichtiger, vorhandene Mitarbeiter langfristig im Unternehmen zu halten und deren Arbeitsfähigkeit gezielt zu fördern.
Die Teilnehmer diskutierten intensiv darüber, wie Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern können. Neben klassischen Maßnahmen spielten dabei auch flexible Ansätze zur Personalentwicklung und Nachwuchswerbung eine Rolle.
Offener Austausch über Herausforderungen im Betriebsalltag
Nach Angaben der Organisatoren wurde besonders der praxisnahe Charakter des Seminars positiv aufgenommen. Statt umfangreicher theoretischer Daten standen konkrete Erfahrungen und der direkte Austausch zwischen den Betrieben im Vordergrund.
„Das Seminar entstand auf ausdrücklichen Wunsch vieler Unternehmer und kam bei den Teilnehmern gut an“, sagte Stefanie Rahm, FGL-Referentin für Nachwuchswerbung.
Im Verlauf der Diskussion wurde wiederholt die zunehmende Bürokratie kritisiert. Zudem bemängelten viele kleinere Betriebe die begrenzten finanziellen Möglichkeiten für Weiterbildungs- und Fördermaßnahmen ihrer Mitarbeiter.
Nachwuchswerbung auch mit kleinem Budget
Ergänzend stellte Stefanie Rahm verschiedene Maßnahmen zur Azubi- und Mitarbeitergewinnung vor. Dabei ging es insbesondere um Möglichkeiten, mit überschaubarem Budget auf potenzielle Bewerber aufmerksam zu machen.
Auch der Einsatz sozialer Medien wurde thematisiert. Mehrere Teilnehmer berichteten von positiven Erfahrungen mit Plattformen wie Facebook bei der Ansprache von Auszubildenden und Fachkräften. Gleichzeitig wurde auf den zusätzlichen organisatorischen Aufwand hingewiesen.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Themen wie Mitarbeiterbindung, Nachwuchsgewinnung und Arbeitgeberattraktivität für den Garten- und Landschaftsbau zunehmend an Bedeutung gewinnen.
