Messen und Veranstaltungen, Naturschutz

Schutz der Antarktis: Herausforderungen durch Forschung und Tourismus

Die Antarktis steht unter besonderem Schutz, doch Tourismus und Forschung nehmen zu. Das Umweltbundesamt fordert regulierende Maßnahmen, um Umweltbelastungen einzudämmen und die einzigartige Natur zu bewahren.

Menschliche Aktivitäten belasten den Kontinent

Trotz des Schutzstatus nehmen Tourismus und Forschung in der Antarktis zu. Das Umweltbundesamt (UBA) betont die Notwendigkeit regulierender Maßnahmen, um Umweltbelastungen wie Vermüllung und landschaftliche Zerstörung einzudämmen. Alle von Deutschland ausgehenden Aktivitäten in der Antarktis, ob touristisch oder wissenschaftlich, bedürfen der Genehmigung durch das UBA.

Tourismus und Forschung nehmen in der Antarktis zu. Gerade in den stark genutzten Gebieten der Antarktis ist es besonders wichtig, hier regulierend und lenkend entgegenzuwirken. Nur so können wir Zivilisationsspuren, wie die ‚Vermüllung‘ und landschaftliche Zerstörung wirksam eindämmen.

Die Forschung im ewigen Eis liefert wertvolle Erkenntnisse für die Bio-, Geo- und Klimaforschung. Jedoch steigt in Gebieten mit vielen wissenschaftlichen Stationen der Druck auf die Umwelt. Besonders betroffen ist die Fildes-Halbinsel auf King George Island, die aufgrund ihrer vergleichsweise leichten Erreichbarkeit und ihres eisfreien Zustands die höchste Dichte an Forschungsstationen aufweist. Dort konzentriert sich im Südsommer auch das Leben von Seevogel- und Pinguinkolonien.

Die Fildes-Halbinsel dient mit ihrem Interkontinentalflughafen zudem als logistische Drehscheibe für Polarforscher und Touristen. Zum Schutz der sensiblen Flora und Fauna setzt sich das UBA für anspruchsvolle internationale Richtlinien und Beschlüsse der Antarktisvertragsstaaten ein.

Auswirkungen von Unterwasserlärm und Pinguinbeständen

Neben lokalen Umweltproblemen auf der Fildes-Halbinsel breitet sich Unterwasserlärm durch Schifffahrt und Forschung großräumig im Südozean aus. Forschungsgeräte wie Airguns oder Luftpulser, die zur Erkundung des Meeresuntergrundes eingesetzt werden, können die Kommunikation von Walen und Robben über Distanzen von bis zu 2.000 Kilometern stören. Da Wale und Robben sich im Meer hauptsächlich über das Gehör orientieren, erschwert übermäßiger Lärm die Nahrungssuche oder Partnersuche und kann gefährdete Arten wie Blau- oder Finnwale zusätzlich beeinträchtigen.

Aktuelle Untersuchungen, die vom UBA in Auftrag gegeben wurden, werten Satellitenbilder aus, um die Pinguinbestände antarktisweit zu erfassen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass dramatische Bestandseinbußen auf eine klimabedingt veränderte Krillverteilung im Meer zurückzuführen sind. Krill, kleine Leuchtgarnelen, sind eine Hauptnahrungsquelle für Pinguine sowie für zahlreiche Vögel, Fische und Meeressäuger.

Der jährliche Antarctica Day am 1. Dezember, initiiert von der Stiftung „Our Spaces – Foundation for the Good Governance of International Spaces“, soll auf den außergewöhnlichen Status und den wissenschaftlichen sowie ästhetischen Wert des Kontinents aufmerksam machen.

Historie des Antarktis-Schutzes

Die Antarktis ist ein von Wasser umgebener Kontinent, der jahrhundertelang von einem riesigen Eispanzer bedeckt und nahezu unberührt war. Nach der Ära der Entdecker und Walfänger zeigten vor allem Forscher großes Interesse an dem Kontinent. Um territoriale Konflikte und militärische Nutzung zu verhindern, wurde 1959 der Antarktis-Vertrag geschlossen. Dieser sieht vor, dass die Antarktis „im Interesse der gesamten Menschheit“ ausschließlich für friedliche Zwecke genutzt wird.

Mit dem Umweltschutzprotokoll (USP) zum Antarktisvertrag, das 1998 in Kraft trat, verpflichteten sich die Vertragsparteien zu einem umfassenden Schutz der antarktischen Umwelt und zum Verbot des kommerziellen Rohstoffabbaus. Das Umweltschutzprotokoll-Ausführungsgesetz (AUG) setzt das USP in deutsches Recht um und überträgt dessen Vollzug und Überwachung dem Umweltbundesamt.

28.11.2014

Zurück