Historische Straßen mit belastbarem Betonpflaster saniert
Asphalt kam aus optischen Gründen nicht infrage, Naturstein hatte sich in der Vergangenheit als zu wenig belastbar erwiesen. In der Gemeinde Flörsheim-Dalsheim fiel die Wahl deshalb auf ein spezielles Betonsteinpflaster, das historische Anmutung mit hoher Tragfähigkeit verbindet. Besonders im Ortsteil Dalsheim, der mit seiner nahezu vollständig erhaltenen Fleckenmauer aus dem 14. Jahrhundert viele Besucher anzieht, spielte die Gestaltung der Straßen eine zentrale Rolle.
Die rund 3.000 Einwohner zählende Gemeinde liegt im Landkreis Alzey-Worms und ist stark vom Weinbau geprägt. Entsprechend hoch ist die Verkehrsbelastung durch Winzertraktoren. Viele Straßen jenseits der Ortsmauer befanden sich seit Jahren in einem schlechten Zustand. Die vorhandenen Beläge aus Naturstein, Asphalt und Beton waren stark beschädigt, sodass eine grundlegende Sanierung in drei Bauabschnitten beschlossen wurde.
Anforderungen durch Denkmalschutz und Nutzung
Für die etwa 10.000 Quadratmeter Verkehrsflächen suchten die Planer einen Belag, der sowohl den Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht wird als auch den täglichen Belastungen standhält. Neben Traktoren nutzen auch Liefer- und Müllfahrzeuge die Straßen regelmäßig, wodurch hohe Scherkräfte entstehen.
„Wir haben es hier zwar nicht mit schnell fahrendem Schwerlastverkehr zu tun, aber immerhin werden die Flächen sehr intensiv von den Traktoren der zahlreichen Winzer befahren. Diese Belastungen hält ein normales Natursteinpflaster auf Dauer nicht aus.“
Die Entscheidung fiel auf das ArcoStrada-Segmentbogenpflaster aus der CombiStabil-Produktfamilie von Beton Pfenning aus Lampertheim. Das System verbindet die Optik eines klassischen Kleinpflasters mit den Vorteilen eines Vollverbundpflasters aus Beton.
Segmentbogenpflaster mit System
Optisch ähnelt das Pflaster einem herkömmlichen Naturstein-Segmentbogen. Tatsächlich besteht es jedoch aus nur zehn unterschiedlichen Steinelementen. Zwei bis drei miteinander verbundene Kleinsteine werden durch tiefe Scheinfugen optisch getrennt, sodass der Eindruck vieler Einzelsteine entsteht. Winkelsteine sorgen für saubere Übergänge im Bogenverlauf.
Die 10 cm starken Steine sind mit seitlichen Markierungen versehen, die eine sichere und zügige Verlegung ermöglichen. Der entscheidende Vorteil liegt jedoch in der Stabilität. Eine integrierte D-Punkt-Fugensicherung gewährleistet die optimale Kraftübertragung zwischen den Steinen. Die systembedingt gleichmäßige Fugenbreite erhält die notwendige Elastizität der Pflasterdecke.
„Belastungen stellen für uns bei diesem Pflaster kein Problem dar.“
Natursteinoptik mit regionalem Bezug
Auch optisch fügt sich das Betonpflaster in das historische Umfeld ein. Der Farbton „basaltmix“ sowie leicht gebrochene Kanten und eine unregelmäßige Oberflächentextur lassen die Steine wie Naturstein wirken. Das Pflaster wurde von der Denkmalbehörde ausdrücklich genehmigt.
„Basalt ist für unsere Region eine typische Oberfläche. Mit diesem Farbton konnten wir die bisherige Farbwirkung der Straßen beibehalten, sodass sie sich weiterhin zurückhaltend in das historische Umfeld einfügen.“
Der erste Bauabschnitt wurde 2014 und 2015 umgesetzt. Seitdem zeigt sich das Pflaster unverändert stabil und optisch ansprechend. Verschiebungen sind bislang nicht erkennbar. Der zweite Bauabschnitt soll bis Anfang September 2016 abgeschlossen sein, rechtzeitig zum nächsten Fleckenmauerfest. Dann können Besucher die sanierten Straßen ebenso wie die historische Mauer in mittelalterlicher Atmosphäre erleben.


