Vielfältige Berufsbilder und moderne Arbeitsprozesse machen die Branche attraktiv
Der Garten- und Landschaftsbau entwickelt sich zunehmend zu einer modernen und technisch geprägten Branche. Digitalisierung, vernetzte Baustellenprozesse und moderne Maschinen verändern nicht nur den Arbeitsalltag in den Betrieben, sondern auch die Anforderungen an Fachkräfte und Auszubildende.
Immer mehr Unternehmen setzen inzwischen auf digitale Bewerbungsprozesse und sprechen Bewerber gezielt online an. Gleichzeitig wächst der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern in nahezu allen Bereichen der Branche.
Digitale Baustelle gewinnt an Bedeutung
Nach Einschätzung des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen e. V. (VGL NRW) bietet die Digitalisierung den Betrieben zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsabläufe effizienter und transparenter zu gestalten.
„Der digitale Wandel bietet vielfältige Chancen für unsere Betriebe, sich modern und innovativ auszurichten“, sagt Karl Jänike vom VGL NRW.
Der Verband beobachtet, dass moderne Technik und der hohe Maschinenanteil in vielen Betrieben zunehmend als attraktiver Faktor bei Bewerbern wahrgenommen werden. Digitale Technologien tragen zudem dazu bei, Baustellenmanagement, Planung und Dokumentation nachhaltiger und wirtschaftlicher zu organisieren.
Zu den eingesetzten Lösungen zählen unter anderem moderne Messtechnik, mobile Arbeitsdatenerfassung, digitale Bauakten sowie vernetzte CAD-Anwendungen mit direkter Schnittstelle zur Buchführung.
Großer Fachkräftebedarf in vielen Bereichen
Die Anforderungen an den Garten- und Landschaftsbau wachsen kontinuierlich. Themen wie Klimaanpassung, Regenwassermanagement, Stadtgrün, Biodiversität sowie die Gestaltung von Freizeit- und Erholungsflächen sorgen für einen steigenden Bedarf an Fachkräften.
Entsprechend breit ist das Spektrum der gesuchten Berufe. Mitgliedsbetriebe des VGL NRW suchen unter anderem Gärtner, Baumpfleger, Maschinisten, Pflasterer, Techniker, Lkw- und Baggerfahrer, Mechaniker, Vermesser, Lagerkräfte, Bürofachkräfte und Landschaftsarchitekten.
Viele Tätigkeiten erfordern inzwischen neben handwerklichem Können auch technisches Verständnis und den sicheren Umgang mit digitalen Arbeitsmitteln.
Aus- und Weiterbildung werden ausgebaut
Um Betriebe und Mitarbeiter auf die digitale Entwicklung vorzubereiten, bietet der VGL NRW ein umfangreiches Seminar- und Schulungsangebot an. Die Angebote richten sich an Berufseinsteiger, Fachkräfte sowie Jungunternehmer.
Neue digitale Lernformate wie Webinare, Lernvideos, Apps und Online-Communities ergänzen dabei klassische Schulungen. Besonders während der Corona-Pandemie hätten digitale Lehrmittel dazu beigetragen, die Ausbildung trotz Schulschließungen fortzuführen.
„Innovationen verschieben Standards – mehr und mehr Betriebe verstehen heute unter einem praxisorientierten Baustellenmanagement selbstverständlich moderne Messtechnik, vernetzte CAD-Lösungen, mobile Arbeitsdatenerfassung bzw. eine digitale Bauakte mit direkter Schnittstelle zur Buchführung“, erklärt Martin Losem vom Präsidium des VGL NRW.
Spezialisierung eröffnet unterschiedliche Karrierewege
Die rund 1.000 Mitgliedsbetriebe des VGL NRW decken ein breites Leistungsspektrum ab. Einige Unternehmen konzentrieren sich auf Privatgärten, andere auf kommunale oder öffentliche Projekte. Hinzu kommen Spezialisierungen in Bau- oder Pflegeleistungen.
Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der technischen Ausstattung und den Anforderungen an die Beschäftigten wider. Nach Angaben des Verbands bietet die Branche deshalb auch Quereinsteigern gute Entwicklungsmöglichkeiten und langfristige Perspektiven in einem zukunftsorientierten Arbeitsumfeld.


