Spiel- und Sportplätze - Freizeitanlagen

Auslaufmodell Kunstrasenplatz? Mit Quarzsand rollt der Ball auch weiterhin

10.05.2023

Ein mögliches EU-Verbot von Mikroplastik stellt viele Kunstrasenplätze infrage. Quarzsand bietet bei fachgerechter Pflege eine ökologische und spieltechnisch gleichwertige Alternative zum Kunststoffgranulat.

Mikroplastik-Debatte eröffnet Chancen für mineralische Füllstoffe

Kunstrasenplätze sind im kommunalen Sportstättenbau etabliert. Sie sind ganzjährig bespielbar, vergleichsweise pflegearm und bieten konstante Bedingungen. In die Kritik geraten ist jedoch das häufig eingesetzte gummielastische Kunststoffgranulat, das als Mikroplastik in die Umwelt gelangen kann.

Rund 5.200 Großspielfelder und etwa 800 kleinere Kunstrasenplätze existieren derzeit in Deutschland. Jährlich kommen bislang rund 200 neue Anlagen hinzu. Ein mögliches EU-weites Verbot von Mikroplastikpartikeln könnte jedoch erhebliche Auswirkungen auf bestehende und geplante Plätze haben.

Mikroplastik im Fokus der Regulierung

Nach Erhebungen der Europäischen Chemikalienagentur ECHA gehen rund zwei Drittel der primären Mikroplastik-Verschmutzung in Europa auf Kunstrasenplätze zurück. Der jährliche Austrag wird auf etwa 16.000 Tonnen geschätzt. Ziel der vorgeschlagenen Beschränkung ist es, in 20 Jahren rund 500.000 Tonnen Mikroplastik einzusparen.

Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts UMSICHT legen nahe, dass die Verluste je Anlage höher ausfallen könnten als bislang angenommen. Bei einer Standardfläche von 7.000 Quadratmetern verliert ein Platz demnach durchschnittlich drei Tonnen Granulat pro Jahr.

Gesundheitliche Risiken durch Mikro- und Nanoplastik werden wissenschaftlich intensiv diskutiert. Die Partikel wurden in Gewässern, Nahrungsmitteln und inzwischen auch im menschlichen Blut nachgewiesen. Konkrete gesetzliche Verbote für Bestandsanlagen bestehen derzeit nicht, Förderungen für neue Plätze mit Kunststoffgranulat wurden jedoch weitgehend eingestellt.

Empfehlung zu natürlichen Füllstoffen

Der Deutsche Fußball-Bund empfiehlt Vereinen und Kommunen seit 2021, auf Systeme ohne Kunststoffgranulate zu setzen. Als Alternative rückt insbesondere Quarzsand in den Fokus. Mineralische Füllstoffe stabilisieren die Fasern und ermöglichen ein natürliches Spielverhalten.

Bei rein sandverfüllten Systemen ist eine regelmäßige Pflege entscheidend. Niederschläge und intensive Nutzung können zu Verdichtungen führen, wodurch die Dämpfungseigenschaften nachlassen. Eine fachgerechte Dekompaktierung der Sand- und gegebenenfalls Granulatschicht stellt die Elastizität wieder her.

Bei sachgerechter Wartung sind die Spieleigenschaften von Sand- und Granulatsystemen vergleichbar. Zusätzlichen Komfort können biologische Zuschlagstoffe wie Kork oder geschredderte Olivenkerne bieten.

Qualität des Füllmaterials entscheidend

Für Sportstättenbetreiber spielt die Kornform eine wichtige Rolle. Kantengerundete Körner reduzieren die Abrasion an den Fasern und verbessern das Spielgefühl. Ebenso sind Reinheit und eine gleichmäßige Körnung maßgeblich für die Bespielbarkeit.

Quarzsande mit Korngrößen von 0,3 bis 0,8 Millimetern beziehungsweise 0,3 bis 1 Millimeter entsprechen den Vorgaben der DIN 18035-7:2019-12 für mineralische Füllstoffe. Mehrfach gewaschene, entschlammte und getrocknete Produkte reduzieren Staubentwicklung und unerwünschten Bewuchs.

Für Kommunen und Vereine eröffnet der Einsatz von Quarzsand eine ökologische Perspektive für bestehende und neue Sport- und Freizeitanlagen. Bei konsequenter Pflege bleibt der Platz dauerhaft funktionsfähig – auch ohne Kunststoffgranulat.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Wolff & Müller Quarzsande GmbH

Schwieberdinger Str. 107
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Deutschland

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