Grenzregion im Fokus: Arbeitskräftemangel und Exportstrategien
David Freimann, Geschäftsführer von Les Callunas d´Alsace in Bischoffsheim, berichtete, dass Saisonarbeitskräfte aufgrund des Mindestlohns nicht günstiger, aber leichter verfügbar seien als einheimische Mitarbeiter. Ein Beispiel für die Auswirkungen des Arbeitskräftemangels war ein zu frühes Stecken von Stecklingen aufgrund des Ramadans, was zu Bewurzelungsproblemen führte, da die Stecklinge zu weich waren. Trotz höherer Endverkaufspreise für Pflanzen in Frankreich profitieren die Produzenten kaum, da die Sozialabgaben ebenfalls höher sind und die Absatzmengen aufgrund der Preise kaum steigerbar sind.
Der Betrieb von Freimann, spezialisiert auf gefärbte Callunen, setzt daher auf den Export nach Skandinavien, Belgien und in die Türkei. Richard Sonnendrucker aus Bilwisheim ergänzte, dass viele französische Betriebe die Produktion bereits eingestellt hätten, da es keinen Markt für große Mengen gebe. Er selbst konzentriert sich auf sehr starke Qualitäten. Er resümierte:
An geringen Qualitäten verdient die gesamte Wertschöpfungskette nichts.
Sonnendrucker sieht Töpfe mit Hinweisen auf regionale Herkunft nur dann als sinnvoll an, wenn sie in qualitativ guten Endverkaufsbetrieben angeboten werden, da sie sonst dem Image schaden könnten. Seine Spezialitäten sind hochpreisige, dekorierte Pflanzschalen für Supermärkte und der Verkauf hochwertiger Qualitäten an Gartencenter.
Anpassungsstrategien und Zukunftsaussichten im Gartenbau
Christian Kammerer in Geispolsheim begegnet dem hohen Importdruck von Beet- und Balkonware, indem er seinen Betrieb zu je einem Drittel in Produktion, Cash & Carry sowie Endverkauf aufteilt. Er verkauft Poinsettien, Cyclamen und Chrysanthemen in seinen drei eigenen Gartencentern in Töpfen mit dem Aufdruck „la production regionale“.
Die Trennung von Züchtung und Produktion ist ein Ziel, das Geranien Endisch mit dem Kauf im Jahr 2009 und dem aktuellen Erweiterungsbau in Essingen verfolgt. Die hohe Sonneneinstrahlung am Standort und die guten Lichtverhältnisse im Neubau sind vorteilhaft für die Jungpflanzenproduktion. Manfred Sitorius und Marcel Endisch hoben zudem die logistisch ideale Lage und den Innenausbau hervor.
Während der Azerca-Sommerreise zeigten die Teilnehmer Zuversicht für den Herbstverkauf. Callunen und Eriken sind in guten Qualitäten auf den Feldern verfügbar. Aufgrund eines etwas geringeren Angebots in diesem Jahr ist bereits ein reges Interesse des Handels zu verzeichnen. Gerhard Friedrich, Vorsitzender der Azerca, stellte fest:
Wie auch die französischen Kollegen sehen wir Azercaner eine Zukunft für den Gartenbau.


