Branche gewinnt weiter Nachwuchs und setzt auf gezielte Ausbildungsinitiativen
Die Ausbildungszahlen im Garten- und Landschaftsbau entwickeln sich weiterhin positiv. Nach aktuellen Erhebungen des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) und des Ausbildungsförderwerks Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (AuGaLa) haben sich die Azubizahlen im Jahr 2022 erneut erhöht. Insgesamt 3.197 neue Ausbildungsverträge wurden in umlagepflichtigen Betrieben abgeschlossen – ein Zuwachs von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch über alle Ausbildungsjahre hinweg zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend: Bundesweit befanden sich 7.826 Auszubildende in der Branche, was einem Plus von 2,5 Prozent entspricht. Damit bestätigt sich die anhaltende Attraktivität des Berufsbildes Landschaftsgärtner*in für junge Menschen.
Nachwuchs bleibt überwiegend männlich
Die Geschlechterverteilung im Garten- und Landschaftsbau bleibt weiterhin deutlich unausgewogen. Rund 86 Prozent der Auszubildenden sind männlich, während der Anteil weiblicher Azubis bei 14 Prozent liegt. Trotz zunehmender Bemühungen um Diversität zeigt sich hier weiterhin Entwicklungspotenzial für die Branche.
Ausbildung als strategische Aufgabe
Die steigenden Zahlen werden auch als Ergebnis kontinuierlicher Nachwuchsarbeit gewertet. Gleichzeitig unterstreicht die Branche die Bedeutung von Ausbildung als zentrale Zukunftsaufgabe. Angesichts globaler Krisen, wirtschaftlicher Unsicherheiten und wachsender Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt gewinnt die Qualifizierung junger Fachkräfte weiter an Bedeutung.
„Dazu gehört, jungen Menschen – auch Geflüchteten – berufliche Perspektiven zu geben, sie aus- und fortzubilden, faire Arbeitsbedingungen und zeitgemäße Arbeitszeitmodelle zu schaffen und die Menschen angemessen zu bezahlen.“
Im Wettbewerb um Fachkräfte hat sich die Situation grundlegend verändert: Unternehmen müssen sich zunehmend aktiv um Nachwuchs bemühen. Investitionen in Ausbildung und Personalentwicklung gelten daher als entscheidender Faktor für langfristigen Unternehmenserfolg.
„Denn in Zeiten des Fachkräftemangels bewerben sich längst die Unternehmen um Arbeitskräfte, nicht mehr umgekehrt. Nur wer in gutes Personal sowie dessen Aus- und Fortbildung investiert, sichert dauerhaft seine unternehmerische Zukunft.“
Breite Nachwuchskampagnen zeigen Wirkung
Die positive Entwicklung ist auch auf die enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure zurückzuführen. Neben dem BGL und dem AuGaLa engagieren sich die Landesverbände sowie Sozialpartner wie die IG BAU und zahlreiche Betriebe aktiv in der Nachwuchswerbung.
Zum Einsatz kommt ein breiter Kommunikationsmix aus Social-Media-Kampagnen, einem Azubi-Blog mit authentischen Einblicken in den Berufsalltag sowie klassischer Öffentlichkeitsarbeit. Ergänzend setzen viele Betriebe auf direkte Ansprache und regionale Aktivitäten, um junge Menschen für den Beruf zu gewinnen.
Neue Formate wie die Social-Media-Initiative „diedreivomgalabau“ auf TikTok und Instagram vermitteln seit Ende 2022 auf unterhaltsame Weise Einblicke in die Ausbildung. Damit positioniert sich der Garten- und Landschaftsbau zunehmend modern und zielgruppengerecht im Wettbewerb um Nachwuchskräfte.
