Optimale Nährstoffversorgung für Stadtbäume
Bäume und Sträucher prägen das Stadtbild, schaffen Erholungsräume und tragen zur Lebensqualität bei. Ihre ökologischen Funktionen sind vielfältig: Sie binden Kohlendioxid, produzieren Sauerstoff, filtern Feinstaub, dämmen Lärm, spenden Schatten und regulieren die Luftfeuchtigkeit. Zudem bieten sie Lebensraum für Tiere.
In urbanen Gebieten sind die Lebensbedingungen für Gehölze jedoch oft schwierig. Wurzelwerke finden nur unzureichenden Raum, Böden sind verdichtet oder versiegelt, was zu Mangel an Wasser, Luft und Nährstoffen führt. Die Durchschnittstemperatur in Innenstädten ist aufgrund von Stau- und Strahlungswärme höher, was die Taubildung verhindert. Hinzu kommen Schäden durch Tierurin, Streusalz, Abgase und mechanische Einwirkungen. Auch in Gärten und Parks kann der Entzug von Herbstlaub zu Nährstoffmangel führen. Viele dieser Belastungen sind im städtischen Umfeld nicht zu vermeiden.
Um die Vitalität und Gesundheit der Bäume unter diesen Bedingungen zu erhalten, ist eine verbesserte Nährstoffversorgung entscheidend. Ein guter Ernährungszustand ist die Basis für die Standfestigkeit und Verkehrssicherheit von Gehölzen.
Tiefenvorratsfütterung für schwierige Standorte
Für Bäume an schwierigen Standorten bietet das Unternehmen Hauert den organisch-mineralischen NPK-Dünger Baumfutter® an. Dieser enthält neben Stickstoff, Phosphat und Kalium auch Magnesium sowie die Spurenelemente Kupfer, Eisen, Bor und Mangan. Die Rezeptur wurde von Michael Maurer, einem Begründer der modernen Baumpflege in Deutschland, entwickelt.
Idealerweise werden die Gehölze durch eine sogenannte Tiefenvorratsfütterung mit den Nährstoffen versorgt. Bei diesem speziellen Verfahren wird die Düngergabe in den oberen Wurzelbereich eingebracht, dafür werden Fütterungslöcher mit einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern in den Boden gebohrt oder gestochen. Die Tiefe ist abhängig von dem Wurzelwachstum des jeweiligen Baumes – im Regelfall sind es etwa 40 bis 50 Zentimeter.
Die Vorratsfütterung sollte im Bereich der erweiterten Wurzelfläche erfolgen. Wenn die Standortbedingungen es zulassen, beginnt man etwa drei Meter von den äußeren Ästen der Baumkrone entfernt und arbeitet sich in Kreisbahnen zum Stamm vor. Zwischen den einzelnen Löchern wird ein Abstand von rund 80 Zentimetern empfohlen. Bei eingeschränkten Platzverhältnissen können die Abstände reduziert werden. Im Straßenraum ist es wichtig, die größtmögliche Fläche zu versorgen.
Depotwirkung und Bodenbelüftung
Pro Loch werden etwa 400 bis 600 Gramm Baumfutter benötigt. Auf offenen Flächen werden die Löcher bis etwa zehn Zentimeter unter den Rand mit Baumfutter gefüllt und offen gelassen. Auf befestigten Flächen werden sie mit grobkörnigem Kies oder Splitt verschlossen. Eine fachgerecht ausgeführte Tiefenvorratsdüngung bewirkt eine Depotwirkung von etwa sechs bis neun Jahren, in der die Nährstoffe gleichmäßig an die Bäume abgegeben werden. Eine gleichzeitige Bodenbelüftung kann das Bodenleben im Wurzelbereich aktivieren.
Natürlich kann man das Baumfutter auch ganz klassisch ins Pflanzsubstrat einmischen. In diesem Fall versorgt es die Pflanzen für mehrere Monate mit Nährstoffen.
Die baumspezifische Düngung verbessert nicht nur den Ernährungs- und Gesundheitszustand, sondern fördert auch eine gute Verankerung und Verwurzelung im Erdreich, insbesondere bei Jungbäumen in der Anwuchsphase. Zudem unterstützt Baumfutter die Wundheilung und regt die Bildung von Abwehrstoffen an, weshalb der Einsatz vor und nach baumchirurgischen Eingriffen ratsam ist.
Linderung von Streusalzschäden
Für Bäume an ungünstigen Standorten, insbesondere auf asphaltierten und gepflasterten Flächen, empfiehlt Hauert zusätzlich das flüssige Dünge- und Kräftigungsmittel Arbostrat®. Dieses Produkt wurde zur Start- und Ergänzungsdüngung entwickelt, stimuliert das Feinwurzelwachstum und verbessert die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Pflanzen. Das auf organischer Basis hergestellte Tonikum wird im Verhältnis 1:20 mit Wasser gemischt.
Die Pflanzen sollten zwei- bis dreimal im Abstand von sechs Wochen damit gegossen werden.
Von April bis September kann man die Nährlösung ausbringen. Besonders im Frühjahr aber sind viele Gehölze dankbar für die Versorgung mit Arbostrat, denn das Tonikum lindert die Schäden, die das Streusalz im Winter am Wurzelwerk hinterlassen hat.

