Herausforderungen im alpinen Wegebau
Die Firma Wechs ist seit über 50 Jahren auf den Bau von Forst- und Wirtschaftswegen im Allgäu spezialisiert. Ein aktuelles Projekt umfasst die Verlängerung eines Waldwegs auf dem Kienberg um mehrere hundert Meter. Dabei kommt ein Cat Kettenbagger 325F L zum Einsatz, dessen Fahrer Gerhard Martin von seinem Arbeitsplatz aus einen direkten Blick auf Schloss Neuschwanstein hat.
Die Arbeiten erfordern höchste Präzision und Anpassungsfähigkeit an die alpine Umgebung. Mit einem Meißel arbeitet sich der Bagger durch kalkhaltige Felsen, um den Weg zu ebnen und gleichzeitig zu verbreitern. Ein zentrales Ziel ist die Schonung vorhandener Ressourcen: Das vor Ort gewonnene Gestein wird zerkleinert und direkt in den Wegebau integriert, um den Materialtransport von extern zu minimieren.
Für die vielfältigen Aufgaben, wie das Entfernen von Bäumen, Wurzeln und Felsbrocken, sind häufige Wechsel zwischen verschiedenen Anbaugeräten wie Hammer, Sortiergreifer und Schwenklöffel erforderlich. Zusätzlich wird eine Gesteinsfräse eingesetzt, die das Unternehmen auch für Sanierungsarbeiten an Forst- und Wirtschaftswegen nutzt. Ein weiteres wichtiges Detail ist die Anlage eines entsprechenden Dachprofils mit Querneigung zum Hang, um einen effizienten Wasserabfluss zu gewährleisten und die Holzernte mit Schleppern zu ermöglichen. Der Weg muss zudem mit einer Trag- und Deckschicht massiv aufgebaut und teilweise profiliert werden.
Die besonderen Bedingungen im Natur- und Wasserschutzgebiet erfordern den Einsatz von biologischem Hydrauliköl. Eine weitere Anforderung an die Baumaschine ist ihre Stabilität und Manövrierfähigkeit auf engstem Raum. Aus diesem Grund wurde der Cat Kettenbagger mit asymmetrischen Bodenplatten ausgestattet, die eine Spurbreite von 2,80 Metern ermöglichen – eine Reduzierung gegenüber den üblichen drei Metern. Seniorchef Reinhard Wechs betont den Vorteil dieser Anpassung, insbesondere in den engen Verhältnissen des Gebirges.
Eine weitere Besonderheit ist die Kurzheck-Bauweise des Baggers, die das Manövrieren im Wald auf engstem Raum erleichtert. Gerhard Martin, der Baggerfahrer, äußerte anfangs Bedenken hinsichtlich der Standsicherheit, sieht darin jedoch mittlerweile keinen Nachteil mehr. Um die nötige Reichweite zu gewährleisten, wurde ein extra langer Stiel gewählt, der auch Abbrucharbeiten ermöglicht – ein weiteres Geschäftsfeld des Unternehmens. Die Firma Wechs setzt zudem auf einen Monoausleger, der seitlich neben der Kabine angebracht ist. Diese kompakte Konstruktion wird von vielen Unternehmen im Allgäu bevorzugt, da sie das Beladen von Lkw auch bei wenig Platz erlaubt und zudem weniger verschleißanfällig ist als ein Gelenkausleger.
Diese positiven Erfahrungen führten dazu, dass auch bei einem Cat Minibagger 310 der neuen Generation ein Monoausleger zum Einsatz kommt. Die Geschäftsführung legt Wert darauf, Mitarbeiter bei der Wahl von Arbeitsgeräten einzubeziehen, da dies Motivation und Leistung steigert. Gerade im Wegebau sind die Erfahrungen der Mitarbeiter von unschätzbarem Wert, da sie oft eigenverantwortlich und wirtschaftlich handeln müssen.
Zum Maschinenpark der Firma Wechs gehören neben dem 325F L auch ein Cat Kettenbagger 320B L, ein 311 sowie ein Radlader 938H. Bei der Auswahl der Maschinen spielen Betriebskosten, ein niedriger Kraftstoffverbrauch, geringe Reparaturanfälligkeit und eine gute Ersatzteilversorgung eine entscheidende Rolle, da die Baumaschinen im Gebirge extremen Belastungen ausgesetzt sind.
Die Geschäftsführung des Familienunternehmens wird seit dem letzten Jahr von Kilian, Marcel und Jakob Wechs in fünfter Generation geführt. Kilian Wechs verantwortet den Erd- und Tiefbau, während Jakob Wechs sich um den Hochbau kümmert. Marcel Wechs leitet die Werkstatt, die nicht nur den eigenen Maschinenpark instand hält, sondern auch Reparaturen für externe Kunden durchführt. Er betont die Wichtigkeit, Maschinen selbst zu steuern, um deren Technik beurteilen zu können.
Der neue Minibagger Cat 310 überzeugt durch seine Technik, insbesondere die serienmäßige Joystick-Lenkung, die von Fahrer Linus Golsner als komfortabler und präziser bewertet wird. Die Load-Sensing-Hydraulik mit elektronisch geregelter Axialkolben-Verstellpumpe ermöglicht schnelle Arbeitstakte, beispielsweise beim Aushub für Garagen, der dann auf Lkw verladen und zur firmeneigenen Aushubdeponie transportiert wird. Das Unternehmen verfügt zudem über Kieslagerplätze. Die Firma Wechs, die 2020 auf 125 Jahre Firmengeschichte zurückblicken konnte, betreibt auch ein Transportgeschäft, einschließlich Material- und Schwertransporte, und besitzt eine Konzession für den Betrieb von Linienbussen zur Personenbeförderung ins Giebelhaus.
