Der Naturpark Nagelfluhkette: Ein grenzübergreifendes Schutzgebiet
Der neu eröffnete Naturpark Nagelfluhkette stellt den ersten grenzübergreifenden Naturpark Bayerns dar. Er verbindet das Allgäu mit Vorarlberg. Fünfzehn bayerische und österreichische Gemeinden haben sich zusammengeschlossen, um ein fast 400 Quadratkilometer großes Gebiet zu schützen und touristisch nachhaltig zu nutzen. Dieses Gebiet ist geprägt von Nagelfluhgestein.
Der Naturpark Nagelfluhkette besteht überwiegend aus Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten. Er bietet Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten wie Auerhuhn, Steinadler, Allgäu-Frauenmantel und Steinnelke. Diese finden sich in den Wäldern, Mooren, Wiesen, Weiden, Trocken- und Magerstandorten des Parks.
Natürlich wird der Naturpark nun nicht unter einer 'naturschutzfachlichen Käseglocke' konserviert. Denn gerade die Alpwirtschaft im Bergbereich ermöglicht die Gestaltung und Pflege der vielfältigen, attraktiven und teilweise ökologisch hochwertigen Kulturlandschaft. Das bleibt auch so.
Bedeutung der Naturparks für Bayerns Zukunft
In Deutschland gibt es insgesamt 96 Naturparks. Mit der Aufnahme der Nagelfluhkette bedecken die bayerischen Naturparks nun fast 35 Prozent der Landesfläche, was über 24.000 Quadratkilometern entspricht.
Naturparks sind nicht nur für den Naturschutz von Bedeutung, sondern auch ein wichtiger Faktor für den Tourismus und die Entwicklung ländlicher Regionen.
Die Bezeichnung 'Naturpark' ist ein Qualitätssiegel, durch das die regionale Wirtschaft und der Fremdenverkehr einen Aufschwung erfahren.
Das übergeordnete Ziel der Naturparks ist die Schaffung großräumiger Vorbildlandschaften. Hierbei sollen Naturschutz, nachhaltige Landnutzung und naturverträglicher Tourismus miteinander in Einklang gebracht werden.
Seit Beginn der Naturparkförderung im Jahr 1967 wurden fast 75 Millionen Euro an staatlichen Fördermitteln bereitgestellt. Für das Jahr 2008 sind rund 2,5 Millionen Euro vorgesehen.
Das Gestein Nagelfluh: Ein geologisches Phänomen
Nagelfluh ist eine Gesteinsart, die im Volksmund auch als "Herrgottsbeton" bekannt ist. Die gesamte Kette von Immenstadt im Oberallgäu über den Hochgrat bei Oberstaufen bis zum Hochhädrich besteht aus dieser Formation.
Das Gestein entstand aus Schlamm, Schutt und Geröll, das während der Alpenbildung von urzeitlichen Flüssen transportiert und abgelagert wurde. Im Zuge der weiteren Auffaltung der Berge verfestigte sich diese Masse.
Übersicht der bayerischen Naturparks nach Fläche
Bayern verfügt über 18 Naturparks mit einer Gesamtfläche von 2.451.055 Hektar (1 ha = 10.000 m²):
- Naturpark Altmühltal: 296.200 ha
- Naturpark Augsburg - Westliche Wälder: 117.500 ha
- Naturpark Bayerische Rhön: 124.500 ha
- Naturpark Bayerischer Wald: 307.700 ha
- Naturpark Bergstraße - Odenwald: 200.000 ha
- Naturpark Fichtelgebirge: 102.000 ha
- Naturpark Frankenhöhe: 110.500 ha
- Naturpark Frankenwald: 102.250 ha
- Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst: 234.600 ha
- Naturpark Haßberge: 80.400 ha
- Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald: 138.000 ha
- Naturpark Oberer Bayerischer Wald: 179.600 ha
- Naturpark Oberpfälzer Wald: 81.700 ha
- Naturpark Spessart: 171.000 ha
- Naturpark Steigerwald: 128.000 ha
- Naturpark Steinwald: 24.645 ha
- Naturpark Hirschwald: 27.760 ha
- Naturpark Nagelfluhkette: 24.700 ha