Friedhofspflege und Friedhofsgestaltung, Verbände und Organisationen

Bessere Steine für den Friedhof: Tradition und Verantwortung

Grabzeichen auf dem Friedhof setzen einem Menschen ein Denkmal. Steine sind dabei ein zentrales Element, das der Steinmetz in Form bringt. Er schafft individuelle Hinweise des Nicht-Vergessens und langlebige Zeugen der Geschichte.

Nachhaltigkeit und Ethik im Natursteinhandel

Ein Grabzeichen auf dem Friedhof setzt einem Menschen ein Denkmal. Diese Tradition hat sich über lange Zeit erhalten, auch wenn sich Form und Gestaltung der Gedenkzeichen wandeln. Steine bleiben dabei ein zentrales Element, das der Steinmetz in Form bringt. Er schafft individuelle Hinweise des Nicht-Vergessens, langlebige Zeugen der Geschichte oder einfache Orte der Erinnerung.

Obwohl es heute vordergründig bequemere und preiswertere Alternativen des Gedenkens gibt, behält der Friedhof seine Bedeutung als öffentlicher Kommunikationsraum oder individuelle Gedenkstätte. Seine Akzeptanz in der Bevölkerung ist ungebrochen, ebenso wie die Nachfrage nach einem individuellen Ort des Gedenkens mit einem Zeichen.

Alternative Bestattungsformen sind Ausnahmen und erhalten oft hohe mediale Aufmerksamkeit. Für die Gestaltung von Grabzeichen sind natürliche Materialien jedoch alternativlos. Natursteine sind witterungsbeständig, langlebig und vielfältig in Farben, Strukturen und Vorkommen. Sie sind weltweit verfügbar und bieten grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Fertigung von Steinprodukten kann industriell in fernen Produktionsstätten oder individuell in einer meisterlichen Werkstatt erfolgen. Steine werden aus aller Welt importiert. Unterschiedliche Produktionsbedingungen in den Erzeugerländern und international organisierte Handelsbeziehungen ermöglichen es, dass importierte Steinprodukte aus Asien oder Südamerika oft günstiger angeboten werden als europäische Steine.

Besonders bei Natursteinimporten aus asiatischen Ländern ist der Steinmetz auf das Qualitätsbewusstsein und die Verlässlichkeit seiner Handelspartner angewiesen. Nur die dort tätigen Unternehmen kennen die Produktionsbedingungen vor Ort. Importeure sind dafür verantwortlich, in den Steinbrüchen, Produktionsstätten und auf den Transportwegen für angemessene Arbeits- und Lebensbedingungen zu sorgen. Sie garantieren diese Bedingungen gegenüber den Verbrauchern und dem Steinmetz.

Der Handwerker vor Ort muss den Versprechungen der Händler oder den Zertifizierungen unabhängiger Agenturen und Vereine vertrauen. Dies gilt für alle nach Europa importierten Natursteine, unabhängig davon, ob sie zu Produkten für den Friedhof, Pflastersteinen, Bodenbelägen, Wandbekleidungen oder Küchenarbeitsplatten verarbeitet werden. Missstände wie menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in den Gewinnungs- und Produktionsstätten der Erzeugerländer sollen im internationalen Natursteinhandel wie bei anderen Waren ausgeschlossen werden. Der Steinmetz muss im Sinne seiner Kunden davon ausgehen, dass die von ihm angebotenen Produkte fair produziert und fair gehandelt sind.

Eine Garantie dafür kann der Steinmetz nicht selbst geben. Dies obliegt zuverlässigen, vor Ort tätigen Unternehmen, Importeuren oder Händlern. Naturstein ist ein Produkt des individuellen Bedarfs. Wie bei vielen Konsumgütern sind die Gewinnungs- und Produktionsbedingungen dann besonders wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig, wenn die Wege zwischen Erzeuger und Verbraucher kurz sind und sich die Beteiligten kennen. Umweltfreundliche Produktionsweisen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sind in Europa selbstverständlich und gesetzlich geregelt. Dies kann der Steinmetz vor Ort jederzeit garantieren.

Das Handwerk stellt eine kundennahe Wirtschaftsform dar, die einen Gegenentwurf zur anonymen Welt des Handels und der Massenproduktion bildet. Der Steinmetz ist der kompetente Ansprechpartner, wenn es um natürliche Steine geht, und bringt diese nicht nur auf dem Friedhof in Form.

07.12.2014

Zurück