Aus- und Weiterbildung, Verbände

Black and White - die Saisonalen Gärten der Insel Mainau 2018

20.03.2018

27 Auszubildende und 9 Studierende haben von Ende Februar bis Mitte März die Saisonalen Gärten auf der Insel gebaut. Die fünf Gärten, die alle unter dem Motto „Black and White“ stehen, sind das Ergebnis des Gartengestaltungswettbewerbs, der 2017 für Studierende der Universität Ankara und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf von der Insel Mainau ausgeschrieben wurde.

Nachwuchs gestaltet mit Praxisnähe und Teamgeist

Bereits zum 16. Mal haben Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau gemeinsam mit Studierenden der Landschaftsarchitektur die Saisonalen Gärten auf der Insel Mainau realisiert. Das Projekt entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg. Norgard Österle, Ausbildungsbeauftragte der Region Hochrhein-Bodensee, dankte der Mainau für die kontinuierliche Unterstützung dieses besonderen Praxisformats.

Für die angehenden Planer bietet die Umsetzung vor Ort einen unmittelbaren Realitätscheck. Entwürfe werden nicht nur am Computer entwickelt, sondern direkt in gebaute Räume übersetzt. Dabei zeigt sich schnell, wo Plan und Wirklichkeit voneinander abweichen.

Praxis trifft Planung

„Für mich als Studierende ist so eine Projektumsetzung das Beste, was einem passieren kann. Man erlebt die Arbeiten direkt vor Ort“, sagt Christin Laqua, die im 5. Semester Landschaftsbaumanagement studiert. „Und da kann es schon mal vorkommen, dass etwas, was auf dem Plan gut aussah, in Realität noch einmal nachgearbeitet werden muss. Bei der Umsetzung verlasse ich mich voll auf die Auszubildenden mit denen ich im Team zusammenarbeite. Man spürt, dass sie genau wissen, was zu tun ist.“

Die Auszubildenden bringen durch ihre duale Ausbildung fundierte Fachkenntnisse und vor allem praktische Erfahrung mit. Dieses Know-how ist bei der Umsetzung anspruchsvoller Entwürfe entscheidend.

„Ich bin bereits das dritte Mal dabei. Dadurch weiß man, wie es hier abläuft und man kennt sich auf der Mainau gut aus. Und als Azubi im 3. Lehrjahr kommen bei Fragen dann auch mal die Anderen auf einen zu“, so Katharina Meßmer, Auszubildende bei Schwehr Garten- und Landschaftsbau in Engen. „Ich freue mich besonders darauf, die Gärten im Sommer nach Projektende noch einmal anzuschauen, denn besonders mit der Bepflanzung sehen sie dann noch einmal ganz anders aus.“

Auch Berufseinsteiger profitieren vom Projektformat.

„Toll, dass die Mainau so ein Projekt hat. Im normalen Arbeitsalltag erhält man viele Anweisungen von Vorgesetzen. Hier kann man auch eigenständig arbeiten und sammelt dabei viele Erfahrungen, die einem weiterhelfen“, so Daniel Küsters, Auszubildender im 1. Lehrjahr bei Grimm garten gestalten in Hilzingen.

Herausforderung Winterbaustelle

Die erste der drei Workshop-Wochen war von extremer Kälte geprägt und warf die Teams baulich zurück. Dank hoher Motivation gelang es jedoch, in der zweiten Woche den Rückstand aufzuholen. Am Ende standen die Gärten nahezu planmäßig.

„Die Schwierigkeiten des Wetters sind im Winter immer eine Herausforderung, in diesem Jahr eine besonders große“, so Matthias Wagner, Leiter Referat Gartenplanung Mainau GmbH und Projektleiter der Saisonalen Gärten. „Das Besondere an diesem Projekt ist für mich zum einen, mit unkonventionellen Baumaterialien Gärten zu gestalten. Die Entwerfer gehen oft sehr frei an ihre Entwürfe, ohne sich allzu viele Gedanken über die eigentliche Umsetzung zu machen. Dies bringt dann für die bauliche Umsetzung stets große Herausforderungen mit sich, ist aber jedes Mal aufs Neue spannend. Zum anderen ist die Zusammenarbeit von den Auszubildenden mit den Studierenden immer wieder eine lohnende Erfahrung. Denn das, was am Computer so leicht im Bereich von Millimetern zu planen ist, ist in der Realität beim Bau etwas völlig anderes. So lernen beide Seiten ungemein viel voneinander. Dies zu begleiten und zu unterstützen ist bereichernd.“

Die fünf Saisonalen Gärten – „Heart’s Desire – Herzenswunsch“, „Dancing Deadwood – der tanzende, abgestorbene Wald“, „Voodoo“, „Every light is creating a shadow – Jedes Licht formt seinen eigenen Schatten“ und „The dry Jungle – End of the Beginning“ – sind von Mitte Mai bis Mitte Oktober 2018 zu besichtigen.

An der Umsetzung beteiligt waren folgende Fachbetriebe:

  • GRIMM Garten gestalten GmbH, Hilzingen
  • Kappler Garten- und Landschaftsbau, Wangen
  • Gartenforum Dipl. Ing (FH) Eva Eisenbarth, Konstanz
  • Haas GmbH Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Wangen i. Allgäu
  • Schwehr Garten- und Landschaftsbau, Engen
  • Schöppler GmbH, Meßkirch
  • R. Denzel Garten- und Landschaftsbau, Singen
  • Ritzmann Garten- und Landschaftsbau, Klettgau
  • Bohl Gartenbau, Radolfzell
  • Widenhorn Gärten am See, Sipplingen
  • Mainau GmbH
  • Kaiser Gärten, Fischingen
  • Paul Saum Garten- und Landschaftsbau, Hohenfels-Liggersdorf
Zurück