Gabionen als Trend im modernen Landschaftsbau – Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Moderner Landschaftsbau umfasst heute mehr als reine Massenbewegungen. Spezialunternehmen erstellen zunehmend komplexe Nebenbauwerke zur Hangsicherung, Wasserführung und zum Erosionsschutz. Neben Stützbauwerken aus Gabionen und Natursteinen kommen auch bewehrte Erden und Drainagesysteme zum Einsatz. Eine wachsende Bedeutung haben Sicht- und Lärmschutzbauten, darunter befestigte Wallaufschüttungen und Lärmschutz-Gabionen-Systeme. Diese aus steinbefüllten Drahtkörben bestehenden Konstruktionen bieten eine ästhetische Alternative zu Kunststoff- oder Stahlwänden, absorbieren und dämmen Schall aktiv. Zudem bieten sie bautechnische Vorteile, von der Hangsicherung bis zum Recycling von unbelastetem Straßenaufbruch vor Ort.
Tatsächlich liegen Gabionen heute voll im Trend. Seit vielen Jahren bieten wir diese Bauweise neben Bewehrten Erdbauwerken und massiven Steinverbauungen an. Aber gerade in den letzten beiden Jahren konnten wir im gesamten süddeutschen Raum in zahlreichen Projekten jährlich um die 20.000 m³ Gabionen verbauen.
Dies bestätigt Christina Ilchmann, seit 2002 geschäftsführende Gesellschafterin der Nacken Landschaftsbau Steisslingen GmbH. Bei kleineren Projekten arbeitet das Unternehmen im direkten Kundenauftrag mit eigenen Ingenieurleistungen. Überwiegend sind die Nacken-Teams jedoch als Subunternehmer in Bauabläufe eingebunden. Sie erstellen mit autarker Maschinenausstattung die Korbgerüste mit Vor- oder Hinterfüllung und koordinieren die Baustofflogistik für die oft kilometerlangen Wandsysteme mit Höhen von bis zu 9,0 Metern.
Im Gegensatz zu angelieferten und vorverdichteten Fertig-Gabionen "verdrahten" die Nacken-Mitarbeiter die einzelnen Korbelemente auf tragfähigen Fundamenten selbst, verfüllen die Schüttung und verdichten die eingebauten Lagen bei Bedarf. Dieses Verfahren bietet Vorteile durch geringere Material- und Transportkosten sowie die Wiederverwertung vorhandener Schüttgüter. Durch den gezielten Einbau einer vorderen Sichtschicht aus bestimmten Steinmaterialien werden optische und akustische Anforderungen erfüllt.
Hier müssen natürlich vor allem Arbeitshöhe und Reichweite der eingesetzten Maschinen stimmen. Da wir keine hohen Hublasten haben, ist die Korbverfüllung ein ideales Einsatzfeld für unsere Böschungsbagger, die wir hier zusätzlich zu den klassischen Erdbaustellen als echte Schlüsselmaschinen auslasten können.
Erläutert Bauingenieurin Christina Ilchmann. Zu den bisher vier Langarm-Maschinen in Raupen- und Mobilversion kam Anfang Mai ein Hitachi ZX250LCN-3 hinzu, der mit einer 5-Meter-Hubkabine und 18-Meter-Auslegergeometrie den Anforderungen in der Gabionen-Verfüllung entspricht.
Der neue Hitachi ZX250LCN-3 im Einsatz – Präzision und Effizienz
Der neue 26-Tonnen-Bagger ist der vierte Hitachi, den Nacken Landschaftsbau Steisslingen seit 2004 von der Niederlassung Baden des Hitachi-Exklusivpartners Kiesel bezogen hat. Neben einem Kurzheck-Hitachi ZX225US verstärken bereits zwei Hitachi ZX250LCN-3 mit 15-Meter-Longfront und konventioneller Kabine die Nacken-Böschungsflotte.
Preislich liegen heute alle entsprechenden Anbieter auf vergleichbarem Niveau. Wir haben uns deshalb außer für Hitachi, vor allem für Kiesel und deren Service-Leistungen entschieden,
begründet Christina Ilchmann die erneute Zusammenarbeit. Die Ausstattung des Standard-ZX250LCN-3 "Super Long Front" umfasste die CRES-II-Kabine in Hubversion sowie eine arbeitshydraulische Wechsel-Ausrüstung mit einem 2-Meter-Schwenklöffel (ca. 0,5 m³) und einem Pendelgreifer für präzise Befüllungen in großen Höhen.
Schneller Korbleger
Anfang Mai wurde der Hitachi ZX250LCN erstmals beim Bau von rund 1200 m Gabionen-Lärmschutz an der A6 bei Mannheim-Viernheim eingesetzt. Im Auftrag des Generalunternehmers F. Kirchhoff verbaute Nacken über 6.000 m³ Gabionen. Mehr als 60 Prozent des Füllmaterials stammten aus auf der Baustelle gebrochenem Betonaufbruch. Für die 50 cm starken Sichtschichten innerhalb der Körbe wurden zusätzlich rund 2300 m³ hoch schallabsorbierender Lavaschotter und als gestalterischer Akzent auf 60 Metern Länge etwa 120 m³ heller Jurakalk zugeliefert.
Die bis zu 4,0 Meter hohen Schallschutz-Gabionen stützen gleichzeitig den dahinter liegenden Erdwall sowie die darauf aufgesetzten, mit Betonpfahl-Konstruktionen gegründeten Beton-Lärmschutzwände. Nacken setzte bei den auf knapp 11 Wochen bemessenen Arbeiten zwischen 10 und 20 Mitarbeiter ein, die mit der kompletten Logistik trassenseitig agierten. Lediglich ein Radlader unterstützte den Hitachi ZX250LCN-3 im Materialumschlag.
Der 132 kW starke Longfront mit 9,70-m-Ausleger und 7,88-m-Stiel benötigte aufgrund seiner Standfestigkeit selbst bei weiter Ausladung nur selten Unterstützung. Ohne langwieriges Umsetzen nimmt der Langarmbagger das per Baustellenkipper chargenweise entlang der Einbaustrecke aufgehaldete Material vom Boden auf und verfüllt es schichtenrein per Schwenklöffel präzise in die Drahtkörbe. Die Präzision des Baggerführers Manuel Jennewein reduziert den manuellen Nacharbeitsaufwand des Nacken-Personals.
Neben der exakten Verdrahtung der Korbelemente aus Bezinalverzinktem Stahl und deren fachmännischer (Nach-)Verdichtung mit Rüttelplatten müssen die Teams auch das exakte Finish der Sicht- und Funktionsschichten aus Ziersteinen oder poröser Lava gewährleisten. Bei konventionellen Geräten arbeitet der Baggerführer ab bestimmten Höhen trotz Einweisung im "Blindflug". Stößt er an die Drahteinfassung, muss nachjustiert werden. Selbst bei einem Treffer kann das manuelle Nachsortieren der teuren Sonderchargen Zeit kosten.
Die 5-Meter-Hubkabine des Hitachi ZX250-LCN ermöglicht es Baggerführer Jennewein, per Knopfdruck freie Sicht auf die Kippstelle zu erhalten. Dies verbessert die Kontrolle der Schaufelbewegungen und gewährleistet sicherere sowie staubfreiere Arbeitsbedingungen für die Kollegen auf der Wand. Ab etwa sechs Meter Arbeitshöhe wechselt Baggerführer Jennewein auf den 0,4-m³-Pendelgreifer, der die Schüttung noch präziser einbaut.
Wir verfügen mit unserem neuen Hitachi-Longfront jetzt über einen echten Spezialisten, der dennoch als originärer Böschungsbagger mit allen Vorteilen eines niedrigen Betriebs- und Transportgewichts vollauf die breiten Anforderungen unseres Maschinenparks erfüllt,
resümiert Christina Ilchmann die positiven Erfahrungen mit der Hitachi-Technik.
