Innovative Straßenbefestigung für Neubaugebiete
In der Erschließung neuer Wohngebiete ist es üblich, die Straßenbefestigung zunächst provisorisch mit einer Schotterdecke auszuführen. Der endgültige Ausbau erfolgt oft erst nach Fertigstellung der Hochbauten, um Beschädigungen durch schwere Baufahrzeuge zu vermeiden. Diese Vorgehensweise führt jedoch dazu, dass Anwohner in den ersten Jahren mit Staub und Schlamm konfrontiert sind.
Die Gemeinde Bürstadt im Kreis Bergstraße hat in den letzten sechs Jahren vier Baugebiete erschlossen und dabei einen Ansatz verfolgt, der eine höhere Wohnqualität von Anfang an gewährleisten soll. Ein Beispiel hierfür ist die Siedlung „Im Sonneneck“, in der 78 Einfamilienhäuser errichtet wurden.
Anforderungen an den Straßenbelag
Die Planer standen vor der Aufgabe, eine Straßenbefestigung zu finden, die bereits während der Hochbauphase den Belastungen durch schwere Baufahrzeuge standhält. Gleichzeitig sollte die Straße bereits bei Bezug der ersten Häuser fertiggestellt sein, um Belästigungen durch Staub und Schlamm zu minimieren. Dipl.-Ing. Michael Schweiger vom Büro Schweiger & Scholz, das für die Planung des Gebiets „Im Sonneneck“ verantwortlich war, erläutert die Zielsetzung:
Um die Belästigungen der Anwohner durch Staub und Schlamm möglichst gering zu halten, sollte die Straße bereits dann befestigt sein, wenn das erste Haus bezogen ist. Weil zu diesem Zeitpunkt die Hochbaumaßnahmen jedoch noch nicht abgeschlossen sein werden und das Gebiet von schweren Baufahrzeugen befahren wird, kam für die Befestigung nur ein Belag in Frage, der diesen Belastungen gewachsen ist. Asphalt schied für uns aus gestalterischen Gründen sofort aus. Gesucht war ein moderner Betonpflasterbelag, der neben den funktionellen Anforderungen an die Belastbarkeit, auch dem Anspruch an die hohe Wohnqualität der Siedlung gerecht wird. Die verkehrsberuhigte Straße sollte auch optische Akzente setzen und sich mit Hilfe von Rinnen und farblichen Differenzierungen von selbst erklären. Dabei muss die Oberfläche so beschaffen sein, dass sich auch Fußgänger und spielende Kinder sicher darauf bewegen können.
Die Wahl fiel auf das Steinsystem „Combi Stabil“ aus der Einstein-Pflasterfamilie von Beton Pfenning. Dieses System wurde als geeignet befunden, da es Funktionalität und Optik vereint und den gestellten Anforderungen an den Belag entsprach.
Einsatz des Pflastersystems „Combi Stabil“
Das Systempflaster „Combi Stabil“ zeichnet sich durch spezielle Verbundelemente aus, die eine Verschiebung der Steine verhindern. Ein Element eines Paares ist zylindrisch, das andere verjüngt sich kegelförmig nach oben. Dies schafft Kammern, die Fugenmaterial in allen Korngrößen aufnehmen und eine hohe Verbundwirkung ermöglichen. Die Kraftübertragung zwischen den Steinen erfolgt optimal, ohne dass ein flächiger oder linearer Betonkontakt entsteht, wodurch die Elastizität der Pflasterdecke erhalten bleibt.
Michael Schweiger hebt die Vorteile hervor:
Dieses Steinsystem hat es uns ermöglicht, im Baugebiet Sonneneck den Zeitpunkt des Endausbaus der Straße deutlich vorzuziehen. Über die rund 8.000 m² des Systempflasters sind bereits während der Hochbauphase etliche schwere Baufahrzeuge gerollt. Dank der D-Punkt-Fugensicherung des Einstein-Pflastersystems wird die zur regelmäßigen Aufnahme von Verkehrsbelastungen notwendige Fuge systembedingt stets eingehalten. Schub- und Horizontalkräfte werden abgepuffert und auf die gesamte Fläche übertragen. So findet eine optimale Kraftübertragung zwischen den Steinen statt. Selbst massive Rangierbewegungen der Baufahrzeuge stellten für die Fläche kein Problem dar.
Neben den funktionalen Aspekten überzeugte das Pflastersystem auch durch seine Optik. Die großen rechteckigen und quadratischen Formate sowie die klaren Linien und das ruhige Fugenbild des „Combi Stabil“ tragen zu einem angenehmen Wohnumfeld bei. Das Pflaster ist zudem gehfreundlich und fügt sich gut in die Architektur der Wohnhäuser ein.
Die 78 Einfamilienhäuser in der Siedlung „Im Sonneneck“ wurden im Frühjahr 2008 fertiggestellt. Trotz intensiver Nutzung sind keine Verschiebungen im Straßenbelag erkennbar. Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde das Steinsystem bereits für den zweiten Bauabschnitt vorbestellt.
