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Stauden, Rosen und Standortkonzepte: Einblicke in die Pflanzplanung der BUGA 2015

06.06.2014

Die BUGA 2015 zeigt, wie durchdachte Bodenvorbereitung, standortgerechte Pflanzkonzepte und vielfältige Stauden-, Rosen- und Gehölzverwendungen zu nachhaltigen und praxisnahen Lösungen im Garten- und Landschaftsbau führen.

Planung, Pflanzenwahl und Ausführung im Fokus der BUGA-Gestaltung

Musste der Boden vorbereitet werden? Wenn ja, wie?

In Brandenburg an der Havel werden rund 22.000 Stauden in etwa 400 Arten und Sorten gepflanzt. Grundlage dafür ist eine intensive Bodenvorbereitung mit vorherigen Nährstoffanalysen. Der Oberboden wird in einer Tiefe von 30 bis 40 Zentimetern bearbeitet, mit Humus verbessert und gezielt nachgedüngt.

Wie sehen die Kombinationen mit Stauden aus?

Am Südaufgang entstehen farbintensive Pflanzbilder aus Bodendeckern, Stauden und Wechselflor. Gräser wie Carex und Stipa sorgen für Struktur, während Bergenien, Astern, Geranium, Hemerocallis, Heuchera und Helenium die Vielfalt moderner Staudenverwendung zeigen.

Auf dem Marienberg trifft historische Staudenverwendung auf moderne Konzepte. Neben klassischen Pflanzungen entstehen großflächige Beete mit Achillea, Delphinium, Echinacea, Lavandula und Astern. Ergänzt werden diese durch strukturgebende Gräser wie Miscanthus.

Ein besonderes Gestaltungselement sind die „Farbterrassen“ am Südaufgang. Hier wird ein breites Spektrum moderner Stauden in Gelb-, Orange- und Rottönen präsentiert, darunter Sorten wie Geranium ‘Apfelblüte’, Aster ‘Havelland’ oder Echinacea ‘Sunset’.

Welche Rolle spielt die Ausführung?

Die Pflanzung von insgesamt 11.400 Stauden übernimmt ein regionaler Garten- und Landschaftsbau-Betrieb. Ergänzend entstehen thematische Bereiche wie ein Heidegarten mit Zwerggehölzen, der bewusst zeitlich versetzt bepflanzt wird, um über die gesamte Ausstellungsdauer hinweg Blühaspekte zu sichern.

Welches sind Trendpflanzen?

Gräser bleiben ein prägendes Gestaltungselement. Sie werden gezielt zur Auflockerung eingesetzt, etwa in Kombination mit Dahlien in großflächigen Wechselflorpflanzungen. In Rathenow entstehen so Flächen von bis zu 600 Quadratmetern mit sommerlichen Blühaspekten.

Wird es besondere Themenbereiche geben?

Die Pflanzkonzepte orientieren sich konsequent am Standort. Schattenbereiche unter Altbaumbestand werden ebenso thematisiert wie vollsonnige Lagen. Insgesamt werden rund 6.800 Rosen in etwa 150 Sorten integriert, abgestimmt auf unterschiedliche Licht- und Bodenverhältnisse.

Sind auch neue Züchtungen zu sehen?

Ein Teil der gezeigten Rosensorten wird erstmals präsentiert. Insgesamt wurden rund zehn neue Züchtungen ausgewählt, teilweise noch ohne endgültigen Sortennamen. Zum Einsatz kommen ausschließlich robuste Sorten, vielfach mit ADR-Prädikat.

Die Rosenpflanzungen erforderten einen vollständigen Neuaufbau des Bodens. Auf eine Drainageschicht von zehn Zentimetern folgt ein rund 80 Zentimeter starker Oberboden mit Lehmanteil, ergänzt durch Düngung und Humusgaben.

Wie wird mit Krankheiten wie Pilzbefall umgegangen?

Die exponierte Lage auf dem Marienberg sorgt für gute Luftzirkulation und schnelles Abtrocknen der Pflanzen. Ergänzend kommen Pflanzenstärkungsmittel zum Einsatz, um die Blattgesundheit zu fördern und den Befall durch Pilzkrankheiten zu reduzieren.

Gibt es besondere Gehölzkonzepte?

In bestehenden Parkanlagen werden Gehölze unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten ergänzt, vorwiegend mit heimischen Arten. Im Packhof stehen Vergleichspflanzungen von Birken, Eichen und Ahorn im Fokus, um Unterschiede in Wuchs, Rinde und Blattstruktur sichtbar zu machen.

Weitere Standorte setzen auf thematische Gehölzverwendungen, etwa mit Rhododendren, Hortensien oder Gehölzen mit auffälliger Laubfärbung. Diese dienen sowohl der Gestaltung als auch der räumlichen Gliederung.

Wie werden Besucher informiert?

Die Beschilderung erfolgt über großformatige Aluminiumtafeln mit Pflanzenabbildungen in verschiedenen Entwicklungsstadien. Ergänzt werden diese durch Angaben zu botanischen Namen, Herkunft sowie beteiligten Planern und Lieferanten.

An mehreren Standorten stehen zudem Fachinformationen zur Verfügung, etwa in Informationszentren zu Garten- und Landschaftsbau, Gartenbau, nachwachsenden Rohstoffen oder Friedhofsgestaltung. Führungen und Fachpersonal ergänzen das Angebot.

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit?

Die Umsetzung basiert auf enger Abstimmung zwischen Planung, Ausführung und Fachberatung. Externe Experten bringen ihre Erfahrung insbesondere bei standortkritischen Pflanzungen ein. Die Gartenschau wird als Gemeinschaftsleistung des gesamten Berufsstandes verstanden.

Welche Besonderheiten gibt es bei Wildrosen?

Wildrosen werden gezielt mit Stauden kombiniert, um über die gesamte Ausstellungsdauer hinweg Blühaspekte sicherzustellen. Dabei kommen sowohl einmal blühende als auch remontierende Arten zum Einsatz, ergänzt durch bienenfreundliche Pflanzkonzepte.

Was zeichnet die Pflanzungen in Havelberg aus?

In Havelberg werden rund 18.000 Stauden in verschiedenen Themenbereichen eingesetzt. Dazu zählen Kombinationen aus Stauden, Gehölzen und Spalierobst, aber auch Pflanzungen mit Kräutern und Wechselflor. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Grabgestaltung und historischer Pflanzenverwendung.

Die unterschiedlichen Standorte zeigen die gesamte Bandbreite moderner Pflanzenverwendung im Garten- und Landschaftsbau und liefern zahlreiche Anregungen für die praktische Umsetzung in öffentlichen und privaten Projekten.

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