Aus- und Weiterbildung

Calçada portuguesa: Landschaftsgärtner erlernen Mosaikpflastern in Lissabon

Der VGL Bayern organisiert Studienreisen nach Lissabon, um bayerischen Auszubildenden und Ausbildern die Kunst des portugiesischen Mosaikpflasterns näherzubringen. Gefördert durch Erasmus+, lernen die Teilnehmer die traditionelle Technik der Calçada portuguesa.

Hintergrund und Durchführung der Studienreisen

Thomas Fichter, Ausbilder bei der Firma Knittel Gartengestalter, kennt die Pflastersteinschule Escola de Calceteiros in Lissabon aus eigener Erfahrung. Er absolvierte dort vor zwei Jahren eine Fortbildung im Ornamentpflastern. Gemeinsam mit Patrick Schmidt, Referent für Nachwuchswerbung beim VGL Bayern, bereitet er die aktuellen Studienreisen vor und wird die 36 Teilnehmer vor Ort betreuen.

Der portugiesische Pflasterstein-Künstler Jorge Duarte unterrichtet die Auszubildenden und Ausbilder in speziell konzipierten Workshops. Dabei werden die Fertigkeiten der traditionellen Pflastertechnik vermittelt.

Calçada portuguesa, auf Deutsch portugiesischer Gehweg, ist eine charakteristische Wegpflasterung. Meist besteht sie aus weißem Kalkstein und schwarzem Basalt. Die Steinlegetechnik, ein Erbe der Römer, wurde in Lissabon um 1500 erstmalig angewendet. König Manuel der Glückliche ließ rund um den Königspalast und den Torre de Belém erstes Kopfsteinpflaster legen. Die kunstvollen Mosaikpflaster kamen später nach dem großen Erdbeben 1755 dazu.

Für Auszubildende sind drei Studienreisen mit jeweils vierzehntägigem Aufenthalt vorgesehen. Ausbilder nehmen an vier Studienreisen mit jeweils sechstägigem Aufenthalt teil. Patrick Schmidt betont, dass die Inhalte auf die Vorkenntnisse der Teilnehmer zugeschnitten sind und eine individuelle Betreuung gewährleistet wird. Grundkenntnisse in der Bearbeitung von Natursteinpflaster sind jedoch erforderlich.

Praktische Ausbildung und weitere Aspekte der Calçada portuguesa

Die praktischen Pflasterarbeiten beginnen in Übungsboxen. Bei erfolgreichem Fortschritt können die Auszubildenden in Vierergruppen ihre Fähigkeiten auf den Wegen des Schulgeländes weiterentwickeln und eigene Projekte umsetzen. Zudem besteht die Möglichkeit, an der Restaurierung älterer Pflasterflächen mitzuwirken.

Auf dem Campus befindet sich auch eine Gärtnerei mit eigener Baumschule, die den Teilnehmern zusätzliche gärtnerische Kenntnisse vermittelt. Neben den fachlichen Fertigkeiten werden in den Workshops auch Selbstsicherheit, Anpassungsfähigkeit und Toleranz gefördert.

Der internationale Charakter der Escola de Calceteiros fördert den interkulturellen Austausch und die europäische Idee im Sinne von Erasmus+. Das Programm wird durch Exkursionen in das Stadtgebiet und die Umgebung von Lissabon ergänzt.

11.12.2019

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