Lärmschwerhörigkeit vorbeugen: Technische und organisatorische Maßnahmen
Lärmschwerhörigkeit ist eine schleichende Berufskrankheit, die nicht heilbar ist. Um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und die Vorgaben der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung zu erfüllen, muss die tägliche Lärmexposition unter 80 Dezibel und das einmalige Lärmereignis unter 135 Dezibel gehalten werden.
Überschreiten die Werte die gesetzlichen Maximalwerte, sind Schutzmaßnahmen nach dem TOP-Prinzip (technisch, organisatorisch, persönlich) zu ergreifen.
Technischer und organisatorischer Lärmschutz
Technische und organisatorische Maßnahmen haben Vorrang und sind zuerst zu prüfen, um die Lärmbelastung zu minimieren. Im GaLaBau kommen hierfür folgende Ansätze in Betracht:
- Einsatz von lärmgeminderten Maschinen.
- Verwendung von lärmgeminderten Kreissägeblättern oder Trennscheiben.
- Nutzung der passenden Maschine für die jeweilige Tätigkeit, um Überdimensionierung zu vermeiden.
- Kennzeichnung von Lärmbereichen: Arbeitsbereiche, in denen die Lärmschutzgrenzen (ab 85 Dezibel am Tag und 137 Dezibel in der Spitze) überschritten werden, sind mit dem Hinweis „Gehörschutz tragen“ zu kennzeichnen und abzugrenzen.
- Vermeidung lärmintensiver Einsätze durch flexible Arbeitszeiten oder das Rotationsprinzip.
Persönlicher Gehörschutz als letztes Mittel
Reichen technische und organisatorische Maßnahmen nicht aus, um einen effektiven Gehörschutz zu gewährleisten, ist der persönliche Gehörschutz einzusetzen. Ab einem täglichen Lärmpegel von 85 Dezibel ist das Tragen von Gehörschutz obligatorisch. Dieser muss den Mitarbeitern in CE-geprüfter Qualität zur Verfügung gestellt werden.
Checkliste zur Auswahl des Gehörschutzes
Die Wahl des richtigen Gehörschutzes erfordert eine genaue Analyse der Arbeitsplatzbedingungen und Anforderungen. Arbeitgeber sollten folgende Fragen berücksichtigen:
- Wie hoch ist die Tages-Lärmexposition?
- Müssen wichtige Informationen trotz Lärm hörbar sein?
- Müssen Warnsignale erkannt werden?
- Müssen Schallquellen geortet werden können?
- Ist Kommunikation erforderlich?
- Wird bei Hitze gearbeitet?
- Ist der Arbeitsplatz besonders staubig?
- Wurden die Mitarbeitenden bei der Auswahl des Gehörschutzmodells miteinbezogen?
- Wurden die Mitarbeitenden in der Anwendung und dem Einsatz des Gehörschutzes unterwiesen?
