Renaturierung und neue Wege im Kurpark
Im staatlich anerkannten Heilbad Bad Bergzabern in der Südpfalz wurde der Erlenbach auf einer Strecke von 800 Metern offengelegt. Dieser schlängelt sich nun vom Schwanenweiher über das Gelände des Hotels Luisenpark bis in den vorderen Abschnitt des Kurparks. Im Zuge dieses Projekts wurden auch Wege und ein Parkplatz neu befestigt.
Die Planer entschieden sich für einen Betonpflasterbelag, der sowohl wartungsarm ist als auch den Verkehrsbelastungen standhält. Die Offenlegung des Erlenbachs ist Teil des Förderprojekts „Aktion Blau Plus“ des Landes Rheinland-Pfalz, das die Renaturierung von Gewässern unterstützt und bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten finanziert. Ziel ist es, die Gewässer in Rheinland-Pfalz in einen ökologisch einwandfreien Zustand zu bringen.
Anforderungen an den Pflasterbelag
Im Sommer 2021 begannen umfangreiche Gestaltungsarbeiten entlang des Bachlaufs, darunter die Begrünung von Flächen, die Errichtung eines Wasserspielplatzes und die Montage von Sitzgelegenheiten. Ein Schwerpunkt lag auf der Befestigung von Wegen und Parkplätzen im Kurpark.
Günter Burkhart, der das Projekt bei der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern federführend begleitete, erläutert die Anforderungen:
Bei der Befestigung der etwa 1.500 m² großen Flächen waren uns zwei Punkte besonders wichtig. Erstens suchten wir nach einem Belag, der den Verkehrsbelastungen der Fahrzeuge auf den Parkplätzen dauerhaft standhält. Einige Flächen werden häufig auch von Wohnmobilen genutzt und sind daher schon recht hohen Scherkräften ausgesetzt, wenn die z.T. recht schweren Fahrzeuge auf den Flächen rangieren. Hier war es uns besonders wichtig, ein Pflastersystem zu verwenden, bei dem die Fugen ihre Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen in optimaler Weise wahrnehmen können, damit es nicht zu Verschiebungen der Steine kommt. Zweitens suchte der Planer nach einem Belag, der auch langfristig wenig Pflegeaufwand bereitet: Ziel war es, den Aufwand für die Reinigung und das Nachsanden der Fugen so gering wie möglich zu halten.
COMBICONNECT mit EPDM-Fugen
Die Wahl fiel auf das Pflastersteinsystem COMBICONNECT des Herstellers Beton Pfenning. Dieses System verwendet anstelle von Sand oder Splitt Fugen aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk). Hendrik Jäger, Verkaufsleiter bei Pfenning, erklärt:
Bei unserem Betonsteinsystem COMBICONNECT sind die Steine mit einem werkseitig fixierten, steinumfassendem EPDM Profil ausgestattet. EPDM ist ein dynamisches Material und damit hervorragend geeignet für einen maximalen Lastabtrag. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von 4 mm.
EPDM ist ökologisch unbedenklich, gut recycelbar und zeichnet sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus. Es ist frost- und tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen -50 und +145 Grad Celsius.
Eignung für Belastungsklasse Bk 3,2
Die Eigenschaften des Systems qualifizieren es für die Belastungsklasse Bk 3,2. Die Fugen des COMBICONNECT-Systems bleiben dauerhaft gefüllt, was Schäden durch ausgewaschenes Fugenmaterial, beispielsweise durch Starkregen oder rangierende Fahrzeuge, nahezu ausschließt. Auch der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist unbedenklich.
Für den Kurpark wurde das Pflastersystem COMBICONNECT im Format 30 x 18 x 10 cm vorwiegend im Reihenverband verlegt. Eine speziell für die Verbandsgemeinde produzierte, wassergestrahlte Oberfläche wurde verwendet. Die Verlegung erfolgte zügig, da der Arbeitsgang des Verfugens entfiel. Die Offenlegung des Erlenbachs wurde im Frühjahr 2022 abgeschlossen.


