Nachhaltige Gestaltung und Materialwahl
Der Dachgarten umfasst zehn große Bäume, Stauden und artenreiche Blühwiesen. Mehrere Plätze sind durch ein Wegenetz miteinander verbunden und laden mit Tischen und Bänken zum Verweilen ein. Die Wege und Plätze sind als offenporiges Wegedeckensystem ausgeführt. Für die Konstruktion wurde auf einer 12 bis 15 cm dicken Tragschicht etwa 80 Tonnen HanseMineral als Zwischenschicht eingebaut. Dieses Material soll ein ausgewogenes Wassermanagement und eine hohe Scherfestigkeit gewährleisten. Die oberste Schicht besteht aus rund 50 Tonnen HanseGrand Deckschicht. Die Produktion der Materialien erfolgte regional in Petersberg bei Halle, was sich positiv auf Transportkosten und den ökologischen Fußabdruck auswirkte.
Beitrag zum Quartiersklima und Wassermanagement
Neben Blühwiesen und Substraten tragen auch die wasserdurchlässigen Wege zur Wasseraufnahme bei. Das Regenwasser kann im gesamten Dachgarten vor Ort versickern, wodurch die städtischen Kanalsysteme entlastet werden. Ein weiterer Effekt ist die Verdunstungsleistung: Der Dachgarten kann rund 65 % des Jahresniederschlags verdunsten. Die wassergebundenen Wegedecken speichern einen Teil des Regenwassers in ihren Hohlräumen. Bei Sonneneinstrahlung wird dieses Wasser durch Kapillaren nach oben transportiert und verdunstet. Zur zusätzlichen Bewässerung in trockenen Perioden wurde eine Regenwasserzisterne installiert.
Begrünte Dächer und Fassaden sind eine wunderbare Methode, um der Überhitzung urbaner Gebiete entgegenzuwirken und die Aufenthaltsqualität für BesucherInnen und auf dem Areal arbeitende Menschen zu erhöhen. Die verminderte Reflexion der Sonneneinstrahlung im Zusammenhang mit der durch Verdunstung entstehenden Kühle kann die Lufttemperatur im Umfeld der Begrünungen um bis zu 2 °C reduzieren. Somit leistet der Wirkbau einen positiven Beitrag gegen die weitere Überhitzung unserer Städte.
Dies erklärte Landschaftsarchitektin Uta Gehrhardt.
Projektpartner und Förderung
Die Realisierung des Projekts erfolgte durch die Eigentümerin MIB Wirkbau Chemnitz GmbH & Co. KG in Zusammenarbeit mit der Landschaftsarchitektin Uta Gehrhardt von Gehrhardt Landschaft und dem Architekturbüro Meyer-Grohbrügge. Die MIB Coloured Fields GmbH war die treibende Kraft hinter der Entwicklung. Das Vorhaben wurde aus dem Konjunkturprogramm „Nachhaltig aus der Krise“ des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft gefördert. Die Finanzierung erfolgte mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.


