Die Blutblume: Herkunft und botanische Merkmale
Die Prachtblume gehört zur Familie der Amaryllisgewächse. Sie entwickelt sich aus kräftigen, großen Zwiebeln, die giftige Alkaloide enthalten. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Afrika, wobei ihr Vorkommen von den Tropen bis in gemäßigte Gebiete Südafrikas reicht. Sie wächst sowohl im Tiefland als auch in den Wäldern der Berge und bevorzugt schattige Standorte in der Nähe von Flussufern.
Die erste wissenschaftliche Dokumentation erfolgte 1795 unter dem Namen Haemanthus. Bereits 1838 wurde der Name in Scadoxus geändert. Im Gartenführer des Botanischen Gartens Karlsruhe von 1825 ist eine nahe Verwandte, die getigerte Blutblume (Haemanthus tigrinus), erwähnt, auch wenn die heute kultivierte Art nicht explizit genannt wird.
Anbau der Prachtblume im heimischen Garten
In mitteleuropäischen Breiten ist die afrikanische Prachtblume nicht winterhart. Sie lässt sich jedoch gut in Kübeln kultivieren.
Im Sommer reichlich gießen und düngen und einen warmen sonnigen Standort, das reicht – mehr braucht sie nicht.
Im Winter durchläuft die Pflanze eine Ruhephase, in der das Gießen eingestellt wird, wobei der Kübel nicht vollständig austrocknen sollte. Die im Botanischen Garten kultivierte Art, Scadoxus multiflorus, blüht im Spätsommer mit doldenförmigen Blütenständen in Rosa oder Scharlachrot. Es existieren auch Arten, die bereits im Frühjahr blühen.
Historische Anlage des Botanischen Gartens Karlsruhe
Die Glashäuser des Botanischen Gartens, vor denen sich eine große Wiese mit Blausternen erstreckt, stammen aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurden ursprünglich von Heinrich Hübsch entworfen, der auch für das Gebäude der Kunsthalle verantwortlich zeichnete. Die historischen Gewächshäuser aus Metall und Glas wurden aufwendig saniert und 2018 wiedereröffnet. Seitdem orientieren sich Gestaltung und Pflanzenauswahl an den historischen Vorlagen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

