Baustoffe & Materialien

Erosionsschutz im GaLaBau: Natürliche Materialien für stabile Böschungen und Ufer

Erosion stellt eine Herausforderung für den Garten- und Landschaftsbau dar. Natürliche Materialien wie Erosionsschutzmatten, Schutzgewebe und Faschinen bieten effektive Lösungen, um Böschungen und Ufer langfristig zu stabilisieren und Schäden vorzubeugen.

Herausforderungen und präventive Maßnahmen im Erosionsschutz

Erosion stellt eine Herausforderung für den Garten- und Landschaftsbau dar, sei es an Straßenböschungen, in Grünanlagen oder an Gewässerufern. Wenn Erdreich in Bewegung gerät, kann dies zu erheblichen Schäden führen und die Sanierung der betroffenen Flächen aufwendig machen. Präventive Maßnahmen sind daher entscheidend, um langfristige Stabilität zu gewährleisten.

Die Ursachen für Erosion sind vielfältig. Neben wechselnden Frost-Tau-Zyklen tragen insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels, wie Starkregen, Wind und intensive Sonneneinstrahlung, zur Belastung von Hängen und Böschungen bei. Dies kann zum Abrutschen von Erdmassen, Entwurzelung von Vegetation und der Bildung von Schlammlawinen führen. An Gewässern ist neben dem Klimawandel auch die Landnutzung ein Faktor. Das Zurückdrängen natürlicher Ufervegetation ermöglicht es Flüssen und Bächen, sich ungehindert auszubreiten, was zu erodierten Uferzonen, Auskolkungen und erhöhten Strömungsgeschwindigkeiten führt.

Besonders anfällig für Erosion sind neu gestaltete Böschungen an Verkehrswegen und Bachläufen. Die Schäden können so gravierend sein, dass die Funktionsfähigkeit der Anlagen beeinträchtigt wird. Erosion ist nicht nur ein ästhetisches und wirtschaftliches Problem, sondern kann auch durch die Verlagerung großer Bodenmassen Menschen gefährden.

Wird kein wirksamer Erosionsschutz praktiziert, ist das ein Kampf gegen Windmühlen. Ist die Böschung an einem Ort wieder befestigt, rutscht andernorts ein Hang oder eine Uferzone ab. Weitaus effektiver und sicherer ist es daher, die Steigungen von Vornherein dauerhaft zu stabilisieren.

Dies betont Jörg Baumhauer, Geschäftsführer des Unternehmens re-natur, das auf ökologische Techniken und Materialien für Außenanlagen spezialisiert ist.

Methoden für den Erosionsschutz an Böschungen und Gewässern

Für die langfristige Befestigung von Hängen und Böschungen stehen sowohl an Land als auch im Wasser zuverlässige Methoden zur Verfügung. Dazu gehören Erosionsschutzmatten aus Kokos, Stroh, Heu oder Wolle, Schutzgewebe aus Jute sowie Faschinen aus Weiden und Kokos. Diese natürlichen Materialien bieten effektive Lösungen für den Erosionsschutz.

Erosionsschutzmatten

Künstliche Böschungen, beispielsweise an Straßen oder Lärmschutzwällen, sind besonders erosionsgefährdet, solange keine Vegetation den Boden stabilisiert. Um die Zeit zwischen der Aussaat und der vollständigen Verwurzelung der Vegetationsdecke zu überbrücken, eignen sich Erosionsschutz- oder Böschungsmatten. Auch in Privatgärten finden sie Anwendung, um bepflanzte Hänge frühzeitig zu befestigen.

Erosionsschutzmatten bestehen aus losen Fasern, die durch ein Ober- und Unternetz zusammengehalten werden. Sie sichern den Hang, bis die Vegetation ausreichend entwickelt ist, und zersetzen sich anschließend auf natürliche Weise. Jörg Baumhauer erklärt, dass Erosionsschutzmatten auf Abhängen eine ähnliche Funktion wie Dachbegrünungen auf Dächern erfüllen, indem sie die darunterliegende Schicht schützen und stabilisieren. Das Unternehmen bietet Matten mit und ohne eingelagertes Saatgut an. Matten mit Saatgut ermöglichen die Verlegung von Saat und Matte in einem Arbeitsgang und tragen durch eine konstante Feuchtigkeitsregulierung zu einer gleichmäßigen Keimung bei.

Erosionsschutzgewebe

Eine Alternative zu Erosionsschutzmatten ist das Erosionsschutzgewebe, das netzartig mit sichtbaren Maschen strukturiert ist. Diese Gewebe sind leicht, bieten aber eine hohe Stabilität. Sie werden je nach Einsatzgebiet aus Jute oder Kokos gefertigt. Jute wird im Gewässerbau nicht eingesetzt, findet aber in der Dachbegrünung und im Böschungsschutz Verwendung. Sie ist weniger dehnfähig und haltbar als Kokos, speichert jedoch Wasser gut und bildet eine geeignete Basis für Saatgut.

Faschinen aus Weide und Kokos

Die Bepflanzung von Böschungen, Hängen und insbesondere Gewässern mit Weiden (Salix) hat sich über Jahrhunderte bewährt. Weidenarten sind anpassungsfähig und lassen sich gut verarbeiten. Aus ihnen entstehen Flechtwerke, Faschinen und Walzen, die in der Gewässersanierung sowie bei der Böschungs- und Hangsicherung eingesetzt werden.

Die Vielfalt der Weiden als Böschungsschutz kennt kaum Grenzen. Ob Stecklinge, Ruten, Pflöcke oder Flechtwerke – Weiden wachsen. Und je dicker sie werden, desto besser wachsen sie an.

Daher zählen Weiden zu den ältesten Baumitteln im Wasserbau, so Baumhauer. Bei der Befestigung mit Weiden werden Gräben von 20 bis 40 cm Breite ausgehoben, lebende Weidenfaschinen eingesetzt, mit lebenden Weidenpfählen befestigt und die Gräben anschließend verfüllt. Sobald die Weiden Wurzeln schlagen, beginnt die natürliche Erosionssicherung. Neben Weidenfaschinen kommen heute auch Kokosfaschinen, mit oder ohne Bepflanzung, im Gewässerschutz zum Einsatz. Als Bepflanzung eignen sich hier Röhrichte wie Sumpfsegge, Schilf, Teichbinse, Rohrkolben, Kalmus oder Sumpfschwertlilien.

01.12.2016

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