Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Baden-Württemberg hat sich 2024 erneut als stabile Branche erwiesen. Der Branchenumsatz stieg auf 2,05 Milliarden Euro, was einem Plus von einem Prozent entspricht. „Das nasse Wetter bis Mitte Mai war für die Produktivität nicht zuträglich und ein ungewöhnlich hoher Krankenstand belastete die Ertragskraft der Betriebe zusätzlich“, erläutert VGL-BW-Geschäftsführer Reiner Bierig.
Zusätzlichen Druck brachte die seit dem 1. Juli geltende Mautpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, die auch GaLaBau-Betriebe betrifft. Hier sieht der Verband dringenden politischen Anpassungsbedarf. Die Zahl der organisierten Fachbetriebe sank leicht auf 795 Unternehmen, was vor allem altersbedingten Austritten und einzelnen Insolvenzen geschuldet ist.
Arbeitsmarkt und Ausbildung
Die Zahl der Auszubildenden stabilisierte sich mit 1.286 Azubis auf einem weiterhin hohen Niveau. 467 neue Ausbildungsverträge sind dem Engagement der Ausbildungsbetriebe und intensiver Nachwuchswerbung zu verdanken. Gleichzeitig bleibt die Zahl neu anerkannter Ausbildungsbetriebe mit elf hinter den Erwartungen zurück.
Der Garten- und Landschaftsbau bleibt ein attraktiver Arbeitgeber: Die Zahl der Beschäftigten stieg leicht auf 15.080 gewerbliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der Fachkräftemangel begrenzt jedoch weiterhin das Wachstum. Zielgruppen wie Frauen, Vorruheständler und Branchenwechsler rücken daher stärker in den Fokus, unter anderem durch gemeinsame Kampagnen mit dem Bundesverband.
Marktstruktur und Auftraggeber
Der Umsatzanteil privater Auftraggeber erhöhte sich auf 62 Prozent. Der gewerbliche Wohnungsbau sank auf 9 Prozent, Industrieaufträge gingen auf 5 Prozent zurück. Die Öffentliche Hand blieb mit 19 Prozent stabil, wobei der hohe Bedarf häufig durch langwierige Vergabeverfahren gebremst wird.
Positiv entwickelte sich die Zahl der Fördermitglieder, die um fünf Prozent auf 177 Unternehmen anstieg. Sie unterstützen die berufsständische Arbeit des Verbands nachhaltig.
Ausblick 2025: Markt wird enger
„Trotz aller Unkenrufe schauen wir vorsichtig optimistisch nach vorn“, erklärt Bierig. Gleichzeitig wird der Wettbewerb intensiver. Branchenfremde Anbieter drängen in den Markt, der Wohnungsbau schwächelt und auch private Kunden agieren zurückhaltender. Hinzu kommen gesamtwirtschaftliche Risiken, etwa aus der Automobilindustrie.
Innovationspotenzial sieht der Verband insbesondere im altersgerechten Wohnen mit Garten. Barrierefreie Umgestaltungen, pflegeleichte Pflanzungen und professionelle Pflegedienstleistungen bieten neue Chancen. Gärten leisten dabei nachweislich einen Beitrag zur körperlichen und mentalen Gesundheit.
Natürlicher Klimaschutz als Zukunftsfeld
Der Klimawandel macht grün-blaue Stadtentwicklung zu einer zentralen Zukunftsaufgabe. „Städte klimafit aufzustellen, wird eine unserer Kernaufgaben sein“, betont Erhard Schollenberger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Förderprogramme für Entsiegelung, Begrünung und Regenwassermanagement bieten große Chancen, erfordern jedoch aktive Antragstellung.
Die grünen Dienstleistungen des GaLaBau schaffen nachhaltige Lebensräume und steigern die Lebensqualität. Dach- und Fassadenbegrünungen, Regenwassermanagement und klimaresiliente Stadtplanung sind längst keine Zukunftsvisionen mehr, sondern gelebte Praxis.
Forderungen an die Politik
Der VGL BW fordert investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau und die Abschaffung der Mautregelung für den GaLaBau. „Unausgegorene Gesetzesinitiativen zwingen uns, vor Gericht zu ziehen“, kritisiert Vorstandsvorsitzender Martin Joos. Verlässliche politische Leitplanken seien Voraussetzung für Investitionen, Innovationen und Beschäftigung.
Mit Blick auf klimaresiliente Städte, Fachkräftesicherung und nachhaltige Wohn- und Gewerbegebiete sieht der Verband die Branche gut positioniert – sofern die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

