Branchenentwicklung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Baden-Württemberg verzeichnete im Jahr 2024 einen Branchenumsatz von 2,05 Milliarden Euro, was einem Anstieg von einem Prozent entspricht. Dieses Wachstum wurde trotz widriger Wetterbedingungen und eines erhöhten Krankenstands erzielt.
Zusätzliche Belastungen ergaben sich durch die seit dem 1. Juli geltende Mautpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, die auch GaLaBau-Betriebe betrifft. Der Verband sieht hier Anpassungsbedarf seitens der Politik. Die Anzahl der organisierten Fachbetriebe sank leicht auf 795 Unternehmen, primär bedingt durch altersbedingte Austritte und einzelne Insolvenzen.
Arbeitsmarkt und Ausbildung
Die Zahl der Auszubildenden stabilisierte sich bei 1.286. 467 neue Ausbildungsverträge konnten abgeschlossen werden, was auf das Engagement der Ausbildungsbetriebe und gezielte Nachwuchswerbung zurückzuführen ist. Die Zahl der neu anerkannten Ausbildungsbetriebe blieb mit elf jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Der Garten- und Landschaftsbau bleibt ein relevanter Arbeitgeber: Die Anzahl der gewerblichen Arbeitnehmer stieg leicht auf 15.080. Der Fachkräftemangel begrenzt jedoch weiterhin das Wachstumspotenzial. Daher rücken Zielgruppen wie Frauen, Vorruheständler und Branchenwechsler verstärkt in den Fokus, auch durch gemeinsame Kampagnen mit dem Bundesverband.
Marktstruktur und Auftraggeber
Der Anteil privater Auftraggeber am Gesamtumsatz erhöhte sich auf 62 Prozent. Der gewerbliche Wohnungsbau sank auf 9 Prozent, und Industrieaufträge gingen auf 5 Prozent zurück. Die Öffentliche Hand blieb mit 19 Prozent stabil, wobei der Bedarf oft durch langwierige Vergabeverfahren gebremst wird.
Die Zahl der Fördermitglieder stieg um fünf Prozent auf 177 Unternehmen, die die berufsständische Arbeit des Verbands unterstützen.
Ausblick und Innovationspotenziale
Trotz aller Unkenrufe schauen wir vorsichtig optimistisch nach vorn.
Dies erklärte VGL-BW-Geschäftsführer Reiner Bierig. Gleichzeitig wird der Wettbewerb intensiver, da branchenfremde Anbieter in den Markt drängen, der Wohnungsbau schwächelt und private Kunden zurückhaltender agieren. Hinzu kommen gesamtwirtschaftliche Risiken.
Innovationspotenziale sieht der Verband im altersgerechten Wohnen mit Garten. Barrierefreie Umgestaltungen, pflegeleichte Pflanzungen und professionelle Pflegedienstleistungen bieten neue Chancen. Gärten tragen nachweislich zur körperlichen und mentalen Gesundheit bei.
Natürlicher Klimaschutz als Zukunftsfeld
Der Klimawandel macht die grün-blaue Stadtentwicklung zu einer zentralen Aufgabe.
Städte klimafit aufzustellen, wird eine unserer Kernaufgaben sein.
Dies betonte Erhard Schollenberger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Förderprogramme für Entsiegelung, Begrünung und Regenwassermanagement bieten hier Chancen, erfordern jedoch eine aktive Antragstellung.
Die Dienstleistungen des GaLaBau schaffen nachhaltige Lebensräume und steigern die Lebensqualität. Dach- und Fassadenbegrünungen, Regenwassermanagement und klimaresiliente Stadtplanung sind etablierte Praktiken.
Forderungen an die Politik
Der VGL BW fordert investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau und die Abschaffung der Mautregelung für den GaLaBau.
Unausgegorene Gesetzesinitiativen zwingen uns, vor Gericht zu ziehen.
Dies kritisierte Vorstandsvorsitzender Martin Joos. Verlässliche politische Leitplanken seien Voraussetzung für Investitionen, Innovationen und Beschäftigung.
Mit Blick auf klimaresiliente Städte, Fachkräftesicherung sowie nachhaltige Wohn- und Gewerbegebiete sieht der Verband die Branche gut positioniert, sofern die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

