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Granatapfel im Botanischen Garten Karlsruhe: Eine historische Pflanze im Fokus

Der Botanische Garten Karlsruhe präsentiert im Juli Granatapfelpflanzen in voller Blüte. Diese Tradition reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als markgräfliche Gärtner die exotischen Pflanzen kultivierten. Erfahren Sie mehr über die Geschichte und Symbolik dieser besonderen Frucht.

Granatapfel: Eine Pflanze mit langer Tradition in Karlsruhe

Im Juli präsentieren sich die Granatapfelpflanzen im Botanischen Garten Karlsruhe in voller Blüte. Diese Tradition reicht weit zurück: Bereits im Karlsruher Pflanzenverzeichnis von 1825 wurden Granatäpfel aufgeführt. Es wird angenommen, dass schon die markgräflichen Gärtner im 18. Jahrhundert diese exotischen Pflanzen kultivierten.

Die Schlossgärtner in Karlsruhe zeigen heute Granatäpfel mit unterschiedlichen Blütenfarben und -formen sowie fruchttragende Exemplare. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg stellen monatlich botanische Höhepunkte aus dem historischen Garten vor; im Juli liegt der Fokus auf dem Granatapfel. Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Botanischen Gartens verfügbar.

Symbolik und Herkunft des Granatapfels

Der gemeine Granatapfelbaum (Punica granatum) hat eine lange Tradition nördlich der Alpen. Die Frucht aus dem Mittelmeerraum, bekannt für ihr rotes Inneres, symbolisierte Leben und Fruchtbarkeit, aber auch Blut und Tod. Im Mittelalter war der Granatapfel oft in Darstellungen zu finden, beispielsweise in den Händen des Jesuskindes als Hinweis auf seinen späteren Opfertod. Als prächtige Pflanze gehörte sie zur Ausstattung vornehmer Gärten und wurde in Töpfen und Kübeln kultiviert, um den Winter in Orangerien zu überdauern. Schon im Gartenführer von 1825 sind Granatapfelpflanzen im Karlsruher Bestand erwähnt.

Die Exemplare, die wir heute im Botanischen Garten zeigen, pflegen wir seit über 35 Jahren. Inzwischen haben sie sich zu ziemlich stattlichen Pflanzen entwickelt.

Der Granatapfel stammt ursprünglich aus einer Region, die den heutigen Iran und Nordindien umfasst. Dieser sommergrüne Strauch kann eine Höhe von vier bis fünf Metern erreichen. Im Frühjahr treibt er rötlich aus, bevor sich die Blätter später hellgrün verfärben. Im Sommer erscheinen beim klassischen Granatapfel zahlreiche kräftig orangefarbene Blüten. Die Blütenknospe, umhüllt von einer dicken Schale, gibt zarte Blütenblätter frei.

Die Frucht und ihre Verwendung

Die Granatapfelfrucht wird als Scheinfrucht bezeichnet und besitzt eine harte, lederartige Außenhülle. Im Inneren befinden sich mehrere hundert Samen, die von einem rosafarbenen, glasigen Fruchtfleisch umgeben sind. Botanisch gehört die Pflanze zur Familie der Weiderichgewächse und ist nicht mit Äpfeln verwandt. Der Anbau erfolgt im gesamten Mittelmeerraum, wo die Früchte häufig auf Märkten angeboten werden. Sie finden vor allem in der Küche des östlichen Mittelmeerraums Verwendung. Granatäpfel werden auch nach Deutschland importiert, sowohl wegen ihres Zierwertes als auch aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts in Frucht und Saft.

Der aus Granatapfelsaft hergestellte Grenadinesirup ist besonders beliebt, vor allem für Mixgetränke.

Granatapfel für den Hobbygärtner

Für Hobbygärtner bietet der Fachhandel verschiedene geeignete Sorten, darunter auch gefüllte oder zweifarbig blühende Pflanzen. Früchte tragen jedoch nur die einfach blühenden Sorten. Züchtungen haben zudem bedingt winterharte Varianten hervorgebracht, die in Süddeutschland an geschützten Standorten im Freien überwintern können.

Die Punica Granatum ist absolut unproblematisch in der Überwinterung. Da sie ihr Laub abwirft, kann sie relativ kühl und dunkel stehen. Die Erde sollte dann allerdings trocken oder nur leicht feucht sein.

Für Standorte mit begrenztem Platzangebot eignet sich die zierlichere „Nana“-Form, die auch auf einem Balkon kultiviert werden kann.

Historische Anlage des Botanischen Gartens Karlsruhe

Die Glashäuser des Botanischen Gartens, vor denen sich eine große Wiese mit Blausternen erstreckt, stammen aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurden ursprünglich von Heinrich Hübsch entworfen, der auch für das Gebäude der Kunsthalle verantwortlich war. Die historischen Gewächshäuser aus Metall und Glas wurden aufwendig saniert und im April 2018 wiedereröffnet. Seitdem orientieren sich Gestaltung und Pflanzenauswahl an den historischen Vorlagen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

09.07.2019

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