Auswirkungen von EEG und Mindestlohn auf die Pilzbranche
Die deutsche Pilzproduktion sieht sich zunehmenden Herausforderungen gegenüber, die maßgeblich durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde beeinflusst werden. Diese Themen standen im Mittelpunkt einer Vorstandssitzung des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) im Zentralverband Gartenbau (ZVG).
Die Vorstandsmitglieder des BDC äußerten die Einschätzung, dass diese Entwicklungen dramatische Folgen für die Pilzproduzenten haben werden. Der Sektor steht in einem intensiven internationalen Wettbewerb. Eine Befreiung von der EEG-Umlage, die in anderen EU-Mitgliedstaaten nicht existiert, ist für deutsche Pilzerzeuger bislang nicht vorgesehen. Dies gilt auch für die Novelle des Gesetzes, die keine Befreiungsmöglichkeit für Großverbraucher aus der Landwirtschaft vorsieht. Der BDC fordert diese Befreiung jedoch nachdrücklich.
Wettbewerbsdruck durch Mindestlohn und Marktentwicklungen
Die Einführung des Mindestlohns verschärft den internationalen Wettbewerb für die Pilzanbauer zusätzlich. Romana Hoffmann, stellvertretende Generalsekretärin des ZVG und Rechtsanwältin, informierte den Vorstand über den aktuellen Sachstand und den politischen Willen zur Umsetzung des Mindestlohns.
Trotz dieser Herausforderungen ist die Nachfrage nach Pilzen aus Deutschland und der Region derzeit gut, wie BDC-Vorsitzender Michael Schattenberg berichtete. Insbesondere braune Champignons erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Dennoch sind die Preise für alle Pilzarten aus Sicht der Produzenten angesichts steigender Kosten weiterhin unbefriedigend.
Zusätzliche Sorge bereitet die politische Situation in der Ukraine. Viele polnische Champignonproduzenten haben sich auf den ukrainischen und russischen Markt spezialisiert. Sollte es dort zu Problemen kommen, könnte dies den Druck auf die deutschen Betriebe weiter verstärken.
Jahrestagung und Öffentlichkeitsarbeit des BDC
Eine intensive Marktanalyse wird unter anderem auf der öffentlichen Vortragstagung im Rahmen der 66. BDC-Jahrestagung behandelt, die vom 9. bis 11. Oktober in Rostock-Warnemünde stattfindet. Die Agenda umfasst neben der traditionellen Betriebsbesichtigung auch Vorträge zu neuen technischen Entwicklungen.
Die Öffentlichkeitsarbeit des BDC, die vom Grünen Medienhaus gestaltet wird, wird als sehr erfolgreich bewertet. Der Vorstand arbeitet derzeit an einer Sonderkampagne, die verstärkt Schulen ansprechen soll.
