Verbände und Organisationen

Erfolgreiches Konzept der Staudenmischungen wird um Gehölze erweitert

24.04.2018

Seit 1998 erarbeiten Experten unterschiedlicher Institutionen im Arbeitskreis Pflanzenverwendung des Bundes deutscher Staudengärtner im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) bundesweit Konzepte, mit denen artenreiche Pflanzengesellschaften kostengünstig und pflegearm umgesetzt werden können. Diese sind vor allem auf öffentliches Grün, Gewerbeflächen und auch größere Privatgärten ausgerichtet.

Die bewährten Staudenmischungen entwickeln sich weiter: Künftig ergänzen auch Gehölze die modular aufgebauten Pflanzkonzepte. Ziel ist es, Flächen im öffentlichen Raum und im urbanen Umfeld noch vielfältiger zu gestalten und sowohl optisch als auch ökologisch aufzuwerten. Für Betriebe im Garten- & Landschaftsbau eröffnen sich damit zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bei gleichzeitig geprüfter Anwendungssicherheit.

Die Kombinationen aus Stauden und Geophyten sorgen über das gesamte Jahr für wechselnde Blühaspekte. Dadurch entstehen nicht nur abwechslungsreiche Bilder im Jahresverlauf, sondern auch kontinuierliche Nahrungsangebote für Insekten. Die erste Mischung „Silbersommer“ wurde bereits 2006 mit dem Innovationspreis des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) ausgezeichnet.

Seitdem wurden zahlreiche weitere Mischungen für unterschiedliche Standorte entwickelt. Insgesamt entstanden seit 1998 rund 45 Staudenmodule, die jeweils über mehrere Jahre hinweg getestet und optimiert wurden. Die sichere Anwendung in der Praxis steht dabei im Mittelpunkt.

"Im Zuge der Diskussion um den Artenrückgang bei Insekten werden die Vorteile der vielfältig gestalteten und Fauna fördernden Staudenmischungen von den Städten noch klarer erkannt", berichtet Prof. Cassian Schmidt, Leiter des BdS-Arbeitskreises Pflanzenverwendung.

Gehölze als neue Modulbausteine

Seit 2014 arbeitet der BdS-Arbeitskreis Pflanzenverwendung an der Weiterentwicklung der Mischungen durch zusätzliche Gehölzmodule. Die Gehölze sollen jährlich bodennah zurückgeschnitten werden („coppicing“), um sie kompakt zu halten und einen kräftigen Austrieb zu fördern. Dieses Verfahren schafft dichte, strukturreiche Pflanzbilder und erhöht die gestalterische Bandbreite.

„Die Blattformen, Laubfarben und attraktiven Rindenfärbungen der unterschiedlichen Gehölze sollen als Ergänzung zu den Blüten der Stauden zukünftig eine wesentliche Rolle in den Modulen spielen“, so Schmidt.

Mit der Integration von Gehölzen gewinnen die Module an Struktur und Ganzjahreswirkung. Neben den Blütenaspekten rücken damit auch Blatt- und Rindenmerkmale stärker in den Fokus. Für Planer und Ausführende entsteht ein differenziertes Instrument zur Gestaltung größerer Flächen.

Spartenübergreifende Zusammenarbeit

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) beteiligt sich nun offiziell an der Zusammenarbeit. Wie der BdS stellt auch der BdB die erforderlichen Pflanzen für die Versuche zur Verfügung. Die Praxisversuche starten ab April 2018 an sechs verschiedenen Standorten.

"Die fachliche Erweiterung des Themas um Gehölze ist für alle beteiligten Pflanzenexperten spannend und erfreulich", betont Schmidt, Leiter des Sichtungsgartens in Weinheim.

Die ersten Ergebnisse aus den Versuchsreihen werden für 2022 erwartet. Ziel ist es, die komplexeren Module hinsichtlich Etablierung, Pflegeaufwand und gestalterischer Wirkung belastbar zu bewerten. Für den Gartenbau entstehen damit weitere standardisierte Lösungen für dauerhafte, ökologisch wertvolle Pflanzungen.

"Ich begrüße die spartenübergreifende Zusammenarbeit sowohl in Bezug auf eine gute Kundenorientierung als auch zur Bereicherung der Artenvielfalt“, erklärte Michael Moll

Nach Einschätzung von Michael Moll, Vorsitzender des Bundes deutscher Staudengärtner, bieten die erweiterten Module Kunden eine komfortable und weitreichende Vorlage zur Gestaltung größerer Flächen. Die Kombination aus Stauden, Geophyten und künftig auch Gehölzen stärkt die Artenvielfalt und schafft zugleich attraktive, praxiserprobte Pflanzkonzepte für Menschen und Tiere.

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