Historische Gärten auf der BUGA 23
Unter dem Titel „Die facettenreiche Schönheit der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ stellen die historischen Gärten des Landes auf der Bundesgartenschau 2023 aus. Der rund 1.000 Quadratmeter große Garten auf dem Spinelli-Gelände in der ehemaligen U-Halle zeigt ausgewählte Elemente der Gärten Baden-Württembergs.
Unsere Idee war die Verbindung von alter Größe mit neuer Schönheit. Nachhaltigkeit ist das Leitmotiv der BUGA 23. Der achtsame Umgang mit der Natur und der aktive Schutz von Umwelt und Klima liegen bei unserer Arbeit in den Monumenten und besonders in den historischen Gartenanlagen immer im Fokus. Hier auf der Bundesgartenschau soll die Kunst aus unseren Gärten im Verbund mit der Ökologie in neuen Farben leuchten.
erläutert Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten.
Blühende Geschichte in der U-Halle
In der Trägerkonstruktion der U-Halle, einer ehemaligen Lagerhalle im Spinellipark, entfaltet sich der Schaugarten. Gelb und orange blühende Pflanzen prägen das zentrale Hochbeet.
Bei der Gestaltung haben wir uns an den Gestaltungsprinzipien des badischen Künstlers und Karlsruher Professors Max Laeuger orientiert.
erläutert Dr. Meike Kirscht, Leiterin des Referats Historische Gärten. Max Laeuger war Generalplaner der Gärten der Internationalen Kunst- und großen Gartenbauausstellung 1907 in Mannheim. Dr. Meike Kirscht führt weiter aus:
Auch er folgte dabei historischen Vorbildern und empfand in moderner klarer Formensprache das Badhaus aus dem Schlossgarten Schwetzingen nach.
In der U-Halle findet sich eine hölzerne Reminiszenz an dieses Badhaus. Metallene wasserspeiende Vögel, ebenfalls ein Zitat aus Schwetzingen, schmücken diese moderne Interpretation.
Hommage an historische Gartenkunst
Max Laeuger prägte auch den Schlossgarten am Residenzschloss Rastatt, wo er zwischen 1920 und 1926 einen Volkspark schuf. Auf dem BUGA-Gelände greifen die Staatlichen Schlösser und Gärten seine geometrischen Formen, monochromen Farben der Blühpflanzen, Heckenwände und Birken auf. Innerhalb dieser Geometrie sind Kopien der Charakterköpfe der Zwerge aus dem Schlossgarten Weikersheim zu entdecken. Diese Sandsteinfiguren sind eine Hommage an den gräflichen Hofstaat, deren Originale den barocken Garten in Hohenlohe schmücken.
Kulturelles Erbe im Zeichen des Klimaschutzes
Der Beitrag der Staatlichen Schlösser und Gärten, in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekturbüro „helleckes landschaftsarchitekten“, steht im Dialog mit der rückgebauten Architektur. Aus dem Boden entnommene Betonquader werden zu Sitzbänken und einem Hochbeet umfunktioniert, in dem junge Bäume wachsen.
Dieser spannende Kontrast zwischen den Zitaten aus den historischen Gärten und der neu genutzten U-Halle ist kein Widerspruch, denn auch unsere jahrhundertealten Gärten müssen fit für die Zukunft gemacht werden.
führt Dr. Meike Kirscht aus. Die Gärten des Landes dienen als Archen der Biodiversität und Gartendenkmale, die die Gestaltung der Natur durch frühere Generationen zeigen.
Angesichts der ökologischen Krise setzen die Staatlichen Schlösser und Gärten auf neue Ansätze: Blühwiesen ersetzen kurz geschnittenen Rasen, und trockenheitstolerantere Pflanzen werden eingesetzt. Diese Vielfalt soll zu Entdeckungen und Austausch anregen.
Kooperationen und umfangreiches Programm
Die Staatlichen Schlösser und Gärten beschreiten mit ihren Kooperationspartnern neue Wege für eine Bundesgartenschau.
Wir überschreiten im wahrsten Sinne des Wortes Grenzen.
erklärt Frank Krawczyk, Leiter des Bereichs Kommunikation und Marketing der Staatlichen Schlösser und Gärten, bei der Eröffnung. Als Partner präsentiert sich die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer. Eine Ausstellungswand zeigt historische Gärten aus beiden Bundesländern. In Bilderrahmen aus Ahorn und Eiche, die an Holzarten in Schlossgärten erinnern, finden Besucher Informationen zu den Gartendenkmalen.
Der Marketingleiter ergänzt:
Mit dieser zweiten Informationsebene möchten wir für den Erhalt der historischen Gärten im Klimawandel sensibilisieren.
Über QR-Codes können Besucher weitere Informationen auf der Website der Schlösserverwaltung abrufen.

