Vorteile einer begrünten Fassade im Detail
Eine Fassadenbegrünung trägt zur Anpassung an den Klimawandel bei. Das Laub der Pflanzen beschattet die Wand, wodurch bei dichtem Bewuchs die Temperatur an der Fassade um bis zu 15 Grad Celsius gesenkt werden kann. Neben dem verbesserten Mikroklima am Haus wird auch eine optische Aufwertung erzielt. Durch gezielte Wuchsrichtungen, Blüten oder intensive Herbstfärbungen lassen sich Fassaden individuell gestalten. Zudem schützt der Bewuchs vor Graffitis, bindet Feinstaub und mindert Lärm. Begrünte Fassaden schaffen Lebensraum und Nahrungsquellen für Insekten und Vögel, was insbesondere in städtischen Gebieten zur Erhaltung der Artenvielfalt beiträgt.
Planung und Pflanzenauswahl
Im privaten Bereich wird häufig die bodengebundene Fassadenbegrünung angewendet, bei der Pflanzen direkt vor der Wand in die Erde gesetzt werden. Hierbei wird zwischen Selbstklimmern und Gerüstkletterpflanzen unterschieden. Selbstklimmer wie Efeu oder Kletterhortensien haften eigenständig an der Wand. Pflanzen wie Clematis, Geißblatt oder Kletterrosen benötigen hingegen eine Rankhilfe in Form einer Gitter- oder Seilkonstruktion. Gerüstkletterpflanzen ermöglichen eine gezielte Steuerung der Wuchsrichtung. Selbstklimmer hingegen bieten einen großflächigen, dichten Bewuchs, erfordern jedoch regelmäßige Pflegeschnitte, um ein Einwachsen in Lüftungsschächte, Fenster oder unter das Dach zu verhindern.
Schutz des Bauwerks und Umgang mit Insekten
Bei der Begrünung mit Selbstklimmern wie Wildem Wein ist darauf zu achten, dass die Fassade rissfrei ist, um ein Eindringen der Pflanzen zu vermeiden. Bei intaktem Putz sind Schäden durch den Bewuchs in der Regel nicht zu befürchten. Für gedämmte Wände sind Selbstklimmer ungeeignet; hier sollten Gerüstkletterpflanzen eingesetzt werden. Wichtig ist dabei eine feste Verankerung der Rankhilfe, ohne die Dämmung zu beeinträchtigen oder Wärmebrücken zu erzeugen. Die Befürchtung, dass Insekten oder andere Tiere durch die Fassadenbegrünung ins Haus gelangen könnten, ist unbegründet. Eine erhöhte Anzahl von Kleinstlebewesen zieht auch deren Fressfeinde, wie Vögel, an.
Standortfaktoren
Die Auswahl geeigneter Pflanzen hängt maßgeblich vom Standort ab. Entscheidend sind die Dauer und Intensität der Sonneneinstrahlung auf die Fassade sowie die Bodenbeschaffenheit. Auch die Verfügbarkeit und Bewässerungsmöglichkeiten für Wasser sind zu berücksichtigen. Angesichts zunehmend trockener und heißer Sommer kann das Sammeln von Regenwasser in Fässern oder Zisternen eine gezielte Bewässerung der Pflanzen unterstützen.
Informationsangebot zur Fassadenbegrünung
Experten des Projekts „Mehr Grün am Haus“ bieten in einem kostenlosen Online-Seminar Informationen zur Fassadenbegrünung an. Das Seminar behandelt Möglichkeiten, Pflanzenauswahl und technische Hinweise. Diese Online-Seminare finden jeden ersten Mittwoch im Monat statt.
