Die Grüne Stadt, Verbände und Organisationen

FGL-Mitglieder diskutieren Herausforderungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge

Die Mitgliederversammlung des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (FGL) in Cottbus bot eine Plattform für den Austausch über die Vergabe öffentlicher Aufträge. Trotz geringerer Teilnehmerzahl ermöglichte der Veranstaltungsort eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema "Perspektive GaLaBau mit öffentlichen Mitteln".

Herausforderungen und Perspektiven im GaLaBau

Die Mitgliederversammlung des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (FGL) bot in Cottbus eine Plattform für den Austausch über die Vergabe öffentlicher Aufträge. Obwohl die Teilnehmerzahl im Vergleich zu den Vorjahren geringer ausfiel, ermöglichte der Veranstaltungsort eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema "Perspektive GaLaBau mit öffentlichen Mitteln".

Marietta Tschoppe, Beigeordnete für Bauwesen der Stadt Cottbus, begrüßte die Anwesenden und hob die Bedeutung der BUGA 1995 für ihre Stadt hervor. Gleichzeitig sprach sie die Herausforderungen an, die sich aus sinkenden Einwohnerzahlen und finanziellen Engpässen ergeben, insbesondere bei der Finanzierung freiwilliger Leistungen wie der Grünpflege. Sie lobte die Image- und PR-Kampagne des Verbandes, die in der Einladungskarte sichtbar wurde. Sowohl Stefan Müller vom BGL-Präsidium als auch der FGL-Vorsitzende Carsten Henselek betonten die Notwendigkeit eines stärkeren ehrenamtlichen Engagements der Mitglieder, um die Verbandsarbeit zu stärken.

Initiativen zur Stärkung des öffentlichen Grüns und der Branche

Im Rahmen der Tagung stellte Peter Menke die Arbeit der Stiftung "Die Grüne Stadt" vor. Ziel der Stiftung ist es, die öffentliche Wahrnehmung von Grünanlagen zu verbessern und deren Nutzen für Bürger und Politik zu verdeutlichen. Als erfolgreiches Beispiel nannte er den Firmengärtenwettbewerb, der branchenfremde Unternehmen einbindet. Prof. Gerd Helget beleuchtete die Marktsituation öffentlicher Aufträge aus wissenschaftlicher Perspektive und traf dabei den Nerv der Landschaftsgärtner. Reinhold Dellmann, ehemaliger Minister und Landtagsabgeordneter, erläuterte die begrenzten Möglichkeiten staatlicher Rahmensetzung im Wettbewerb und plädierte für einfache, klare Rahmenvorgaben sowie deren konsequenten Vollzug.

Podiumsdiskussion: "Gut aufgestellt für den Wettbewerb um öffentliche Aufträge der Zukunft"

Die Podiumsdiskussion, moderiert von Oliver Hoch, bot Raum für verschiedene Perspektiven. Ingrid Letsch vom Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen der Stadt Cottbus schilderte die lokale Situation. Sie forderte die Betriebe auf, verstärkt in die Ausbildung zu investieren und bedauerte das Fehlen gesetzlicher Vorgaben für die Gründung eines GaLaBau-Betriebes. An den Fachverband richtete sie die Erwartung, die Öffentlichkeitsarbeit für Grünflächen zu intensivieren und das Verbandslogo als Qualitätssiegel zu etablieren. Zudem wünschte sie sich einen stärkeren politischen Einfluss des Berufsstandes.

Jens Henningsen, Landschaftsarchitekt BDLA, beleuchtete die Probleme aus Sicht der Auftraggeber. Er bestätigte den Fachkräftemangel und sah Verbesserungsbedarf in der Organisation und Kommunikation zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern, um Kostenexplosionen und Konflikte zu vermeiden. Holger Schulz von der Brandenburgischen Schlösser GmbH, ein Auftraggeber mit besonderen Ansprüchen, unterstützte diese Aussagen. Er beklagte die geringe Facharbeiterquote im GaLaBau und betonte, dass er qualifizierte Gärtner von Anfang an auf der Baustelle benötige. Er merkte an, dass der günstigste Anbieter nicht immer der schlechteste sei und hohe Preise oft auf mangelhafte Logistik zurückzuführen seien.

An der Podiumsdiskussion nahmen neben den genannten Sprechern auch Prof. Helget, Minister a.D. Dellmann und Georg Firsching für die Landschaftsgärtner teil. Schnell wurde deutlich, dass alle Beteiligten im Grunde gleiche Interessen verfolgen: Eine qualifizierte Verwaltung, die fachgerechte Ausschreibungen und Prüfungen ermöglicht, sowie Landschaftsplaner, die kein Interesse an zu niedrigen Kostenschätzungen oder der Beauftragung unqualifizierter Betriebe haben. Auch der Denkmalschutz benötigt hochqualifizierte Arbeit und greift oft auf einen Pool von spezialisierten Betrieben zurück, was zu beschränkten Ausschreibungen führt.

Kontroversen um Ausschreibungsverfahren und Kommunalverfassung

Das Thema "Teilnahmewettbewerb und beschränkte Ausschreibung" führte zu einer lebhaften Debatte. Prof. Helget wies darauf hin, dass mit dem richtigen Vermerk prinzipiell alles beschränkt ausgeschrieben werden könne. Dies löste bei öffentlichen Auftraggebern Befürchtungen aus, in die Kritik nicht berücksichtigter Bewerber zu geraten. Dellmann unterstützte diese Bedenken, stieß jedoch auf Widerspruch aus dem Publikum. Die öffentliche Ausschreibung kleiner Aufträge aus Angst vor Begründungspflichten wurde als Zeitverschwendung kritisiert.

Auf die Frage nach der Kommunalverfassung in Brandenburg reagierte Reinhold Dellmann ausweichend und betonte die Aufgabenerfüllung des Staates. Die anwesenden Unternehmer zeigten sich damit nicht zufrieden und äußerten Bedenken hinsichtlich starker Bauhöfe in den Kommunen, die bei lukrativen Aufträgen mitbieten könnten. Dellmann versprach, die Argumente der FGL-Mitglieder in die abschließenden Diskussionen zum Gesetz einzubringen. Die Schlussrunde verdeutlichte, dass eine Verbesserung der Situation nur durch verstärkten Dialog und gemeinsame Anstrengungen der Fachleute für Grünanlagen erreicht werden kann.

Die Mitgliederversammlung endete mit einer Exkursion zum Spreeauenpark, dem Gelände der BUGA 1995. Die Führung durch Karola Komolka, die den Park seit der BUGA betreut, verdeutlichte das große Engagement der Parkleitung, das den überraschend guten Zustand des Parks trotz begrenzter Mittel erklärt.

18.04.2011

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