Liebherr steigert Umsatz 2012 auf 9,1 Milliarden Euro
Die Firmengruppe Liebherr blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2012 zurück. Zwar machte sich die nachlassende Dynamik der Weltwirtschaft in den letzten Monaten im Auftragseingang bemerkbar, der Umsatz blieb davon jedoch weitgehend unbeeinflusst. Insgesamt stieg der Gruppenumsatz um mehr als 760 Millionen Euro beziehungsweise über neun Prozent auf 9,1 Milliarden Euro.
Die Produktbereiche Baumaschinen und Mining-Geräte legten um beinahe 490 Millionen Euro oder neun Prozent zu und erreichten Verkaufserlöse von rund 5,87 Milliarden Euro. Damit entfielen – wie im Vorjahr – rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes auf diese Bereiche. Außerhalb von Baumaschinen und Mining erzielte Liebherr 3,22 Milliarden Euro, ebenfalls ein Plus von rund neun Prozent.
Baumaschinen und Mining mit starkem Wachstum
Überdurchschnittlich entwickelte sich die Sparte Mining: Der Umsatz wuchs um knapp 280 Millionen Euro oder 28 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro und übertraf damit die Vorjahreswachstumsrate. Auch Fahrzeugkrane legten nach einem Rückgang im Vorjahr wieder deutlich zu: plus über 200 Millionen Euro oder 12 Prozent auf mehr als 1,94 Milliarden Euro.
In den Sparten Erdbewegung sowie Turmdrehkrane und Betontechnik lagen die Erlöse in etwa auf Vorjahresniveau. Erdbewegungsgeräte erreichten rund 2,06 Milliarden Euro, Turmdrehkrane und Betontechnik zusammen rund 580 Millionen Euro.
Weitere Sparten legen zu – Werkzeugmaschinen mit höchster Rate
Alle Sparten außerhalb von Baumaschinen und Mining verzeichneten Zuwächse. Maritime Krane erreichten bei plus drei Prozent einen Umsatz von rund 830 Millionen Euro. Aerospace und Verkehrstechnik wuchsen um nahezu 120 Millionen Euro oder 13 Prozent auf etwa 1,03 Milliarden Euro.
Besonders stark legten Werkzeugmaschinen und Automationssysteme zu: rund 260 Millionen Euro Umsatz, ein Wachstum von über 70 Millionen Euro oder 39 Prozent. Hausgeräte steigerten sich um 45 Millionen Euro oder fünf Prozent auf 890 Millionen Euro. Sonstige Erzeugnisse und Leistungen wuchsen um knapp 20 Millionen Euro oder neun Prozent auf mehr als 210 Millionen Euro.
Regionen: Wachstum in allen Absatzmärkten
Liebherr verzeichnete 2012 in allen Absatzregionen Umsatzsteigerungen, mit besonders hohen Raten in Osteuropa und Afrika. Zu den zehn größten Einzelmärkten zählten Deutschland, Russland, die USA, Australien, Frankreich, Großbritannien, Brasilien, Kanada, die Niederlande und Österreich.
In Westeuropa stieg der Umsatz leicht auf rund 3,97 Milliarden Euro (plus über 150 Millionen Euro oder vier Prozent). Osteuropa wuchs um annähernd 150 Millionen Euro oder 16 Prozent auf über 1,05 Milliarden Euro. Im Nahen und Mittleren Osten lagen die Erlöse bei nahezu 310 Millionen Euro (plus fast 20 Millionen Euro oder sechs Prozent). Amerika erreichte circa 1,5 Milliarden Euro (plus rund 140 Millionen Euro oder 11 Prozent).
Afrika entwickelte sich besonders dynamisch: rund 590 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von über 120 Millionen Euro oder 26 Prozent. In Fernost/Australien knüpfte Liebherr an 2011 an und erzielte über 1,67 Milliarden Euro (plus circa 180 Millionen Euro oder 12 Prozent).
Konzerngewinn steigt, Investitionen deutlich höher
Der Konzernabschluss der Liebherr-International AG in Bulle (Schweiz) weist einen Konzerngewinn von rund 540 Millionen Euro aus. Das entspricht einer Steigerung um annähernd 60 Millionen Euro oder knapp 12 Prozent.
Die Gesamtinvestitionen beliefen sich 2012 auf etwa 840 Millionen Euro und stiegen damit um mehr als 170 Millionen Euro oder über 25 Prozent. Investiert wurde in die Modernisierung und Erweiterung des weltweiten Produktionsnetzwerks sowie in den Ausbau von Vertrieb und Service. Den Investitionen standen Abschreibungen in Höhe von rund 430 Millionen Euro gegenüber.
Ausbau von Standorten und Produktionsnetzwerk
Im Bereich Baumaschinen und Mining investierte Liebherr rund 560 Millionen Euro (plus 26 Prozent), mehr als die Hälfte davon in der Sparte Erdbewegung. Bei Kirchdorf an der Iller ist der Bau eines Logistikzentrums geplant; dafür wurde die Liebherr-Logistics GmbH gegründet. Am Standort soll zudem eine Halle für die Endmontage von Hydraulikzylindern entstehen, außerdem ist die Ansiedlung der internen IT-Dienstleistungsgesellschaft vorgesehen.
Weitere Projekte umfassen den Neubau eines Sozial- und Verwaltungsgebäudes in Bischofshofen, eine Erweiterung in Dalian um eine 12.000 m² große Produktionshalle mit Verwaltungsgebäude sowie Investitionen in Mining-Standorte, darunter der Ausbau in Newport News und Colmar sowie Erweiterungen in Adelaide mit Lager/Logistikzentrum (12.000 m²) und einem Zentrum zur Wiederaufbereitung von Komponenten (16.000 m²). In Ehingen wurde der Bau einer neuen Montagehalle für Mobil- und schwere Raupenkrane vorangetrieben.
Betontechnik erweitert Programm, neue Zentren für Vertrieb und Service
In der Sparte Turmdrehkrane und Betontechnik wurden deutlich mehr als 80 Millionen Euro investiert. In Biberach gehören ein neues Ausbildungszentrum und ein automatisches Hochregallager mit vorgelagertem Wareneingang zu den Projekten. In Pune ging eine neue Produktionsstätte in Betrieb; dort wurden in einer 8.000 m² großen Halle erste Fahrmischer, Mischanlagen und Turmdrehkrane für den indischen Markt gefertigt.
Im Herbst 2012 übernahm Liebherr den Betonpumpenhersteller Waitzinger aus Neu-Ulm, der seit Januar 2013 als Liebherr-Betonpumpen GmbH firmiert. Damit wurde das Produktprogramm im Bereich Betontechnik vervollständigt. In der Nähe von Sydney wurde ein neues Vertriebs- und Servicezentrum fertiggestellt, das Anfang 2013 eröffnet wurde und Vertrieb sowie Service für Erdbewegungs- und Spezialtiefbaumaschinen sowie Fahrzeugkrane in Australien und Neuseeland koordiniert.
Beschäftigung wächst, Ausblick stabil
Zum Jahresende 2012 beschäftigte Liebherr weltweit rund 37.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, etwa 2.470 mehr als im Vorjahr. In Deutschland stieg die Zahl auf rund 15.500, in Österreich auf etwa 4.790. In Frankreich waren zum 31.12.2012 etwa 3.270 Personen beschäftigt, in der Schweiz 1.280. Außerhalb Europas erhöhte sich die Belegschaft auf circa 7.880, davon rund 3.480 in Amerika sowie mehr als 3.550 in Asien und Australien. In Afrika arbeiteten fast 850 Personen für die Gruppe.
Für 2013 erwartet Liebherr einen Gesamtumsatz auf dem Niveau von 2012 und Investitionen in etwa auf Vorjahresniveau. Durch den weiteren Ausbau von Vertriebs- und Servicenetz sowie Kapazitätserweiterungen sind weitere Neueinstellungen geplant.
Liebherr auf der Bauma 2013
Vom 15. bis 21. April 2013 präsentiert sich Liebherr auf der Bauma in München. Auf insgesamt vier Messeständen werden 117 Exponate aus den Bereichen Baumaschinen, Mining Equipment und Komponenten gezeigt, darunter mehr als zehn Weltpremieren.
