Wiedereröffnung zum Doppeljubiläum der Flora
Die Generalsanierung der Anlage wurde pünktlich zum Doppeljubiläum – 150 Jahre Flora und 100 Jahre Botanischer Garten – abgeschlossen. Unter dem rekonstruierten Tonnendach entstand ein zusätzlicher Veranstaltungssaal. Der Eingangsbereich und das Saal-Foyer wurden vergrößert. Ein neuer gläserner Anbau beherbergt ein Bistro, eine Orangerie und einen Parksalon für verschiedene Veranstaltungsformate. Durch die Erweiterung des Sockels wurde weiterer Nutzraum geschaffen. Die Flora dient nun wieder als Ort für Tagungen, Konzerte und gesellschaftliche Veranstaltungen.
Pflasterung nach historischem Vorbild
Im Zuge der Wiederherstellung, die von der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln beauftragt wurde, erfolgte auch eine Neugestaltung des Außenbereichs. Drei der vier angrenzenden Gebäudeflächen sowie der Zugang zum Haupteingang sollten gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes historisch gepflastert werden. Dies erforderte die Verwendung von Pflasterklinkern im Farbspektrum Orange-Gelb-Beige. In der Ausschreibung setzte sich Wienerberger mit seinem stranggepressten Klinker Florenz Bunt orangegelb geflammt aus dem Penter-Pflasterklinkerprogramm durch.
Die Naturfarbtöne dieses Pflasterklinkers schlagen eine Brücke zu den Farben der umgebenden Natur des botanischen Gartens, sind also Mittler zwischen Umgebung und Architektur. Außerdem unterstützt die hohe Qualität des Wienerberger-Pflasters die hochwertige, denkmalgeschützte Architektur der Flora. Trittsicherheit, Beständigkeit gegen Frost und Schmutz sowie die lebenslange Farbechtheit waren entscheidende Faktoren für den Pflasterklinker von Wienerberger.
Dies erläuterte Wieland Egger, Geschäftsführer des Stuttgarter Architekturbüros K+H Architekten und Generalplaner GmbH, zum planerischen Konzept.
Herausforderung Untergrund und Verlegung
Der Untergrund der angrenzenden Gebäudeflächen besteht nach der Sockelerweiterung aus Beton, wodurch eine natürliche Regenwasserversickerung nicht möglich ist. Der Schichtenaufbau für die drei zu pflasternen Flächen rings um die Flora musste entsprechend angepasst werden. Die bauausführende Firma Benning aus Münster brachte auf den Beton zunächst eine Dämmschicht aus Schaumglas auf und dichtete diese nach oben ab. Eine Dränmatte leitet das Sickerwasser ab, gefolgt vom Standardaufbau mit einer Splittschicht der Körnung 0/5 als Bettung. Auf Pflasterebene sorgen Drainagerinnen für zusätzliche Entwässerung. Die gesamte gepflasterte Fläche, einschließlich des tiefer liegenden Eingangsbereichs mit versickerungsfähigem Untergrund, umfasst knapp 1.600 Quadratmeter.
Das Team von Benning verlegte die Pflasterklinker südlich und östlich des Gebäudes im Ellenbogenverband. Der Zugang zum Haupteingang und die Freifläche des Bistros wurden klassisch in Reihe verlegt. Neben dem Standardformat 200 x 100 x 52 mm kamen auf zwei Dritteln der Fläche auch größere Pflasterklinker im Format 300 x 150 x 52 mm zum Einsatz. Die Pflasterflächen wurden durch Basaltplatten vor dem Haupteingang entlang der Handläufe aus Stahl sowie durch integrierte Sonnenschirme und Scheinwerfer strukturiert.
Weil die Flora rechtzeitig zum Jubiläum im Juni 2014 saniert sein musste, standen wir unter hohem Zeitdruck. Neben der besonderen Verarbeitung des Untergrundes kam erschwerend hinzu, dass Versorgungsleitungen in den Aufbau der Pflasterung integriert werden mussten. Trotzdem schafften wir es durch gute Planung und zusätzliche Nachtschichten, die Pflasterung innerhalb von drei Wochen abzuschließen. Sämtliche Klinker wurden von Wienerberger just in time angeliefert, waren maßhaltig, optisch einwandfrei und einfach zu verlegen.
Dies berichtete Detmar Jahn, Geschäftsführer von Benning. Die Pflasterung konnte durch die Zusammenarbeit von Planern, Verarbeitern und Lieferant rechtzeitig vor der Wiedereröffnung im Juni 2014 abgeschlossen werden. Die Flora ist somit wieder ein zentraler Veranstaltungsort für das gesellschaftliche Leben in Köln.


