Digitale Planung, Nachhaltigkeit und Sicherheit prägen moderne Sportstättenkonzepte
Zur internationalen Fachmesse FSB 2017 in Köln stehen aktuelle Entwicklungen im Bereich Sport-, Freizeit- und Freianlagen im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der parallel stattfindenden aquanale sowie dem IAKS Kongress bietet die Veranstaltung einen Überblick über neue Technologien, nachhaltige Baukonzepte und innovative Materialien im Stadion- und Arenabau.
Seit der vergangenen Messeausgabe haben sich insbesondere digitale Planungsmethoden, nachhaltige Gebäudekonzepte und intelligente Sportflächenlösungen deutlich weiterentwickelt.
BIM etabliert sich als Standard im Stadionbau
Zu den wichtigsten Entwicklungen zählt der zunehmende Einsatz von Building Information Modelling (BIM). Die digitale Bauwerksdatenmodellierung wird inzwischen nicht nur in Planung und Bau, sondern auch im späteren Betrieb von Sportanlagen eingesetzt.
Als Beispiel gilt das neue Stadion von Perth in Australien, bei dem dem Facility-Management-Team ein vollständiges BIM-Modell übergeben werden soll. Die Technologie ermöglicht unter anderem virtuelle Entwurfskontrollen, Kollisionsprüfungen sowie optimierte Abstimmungen zwischen Projektbeteiligten.
Auch Besucherführung, Medienplanung und Sicherheitsanalysen lassen sich frühzeitig simulieren und optimieren.
Nachhaltigkeit prägt moderne Stadionkonzepte
Nachhaltige Bauweisen gewinnen branchenweit weiter an Bedeutung. Dazu zählen Regenwassernutzung, Recyclingkonzepte sowie energieeffiziente Beleuchtungssysteme auf LED-Basis.
Das neue Stadion in Perth setzt beispielsweise auf rund 15.000 LED-Leuchten und strebt eine Zertifizierung nach dem australischen „Green Star“-Standard an.
Auch leichte Dachkonstruktionen aus ETFE-Folien spielen im modernen Stadionbau eine immer größere Rolle. Die Technologie ermöglicht transparente und zugleich energieeffiziente Gebäudehüllen mit reduziertem Materialeinsatz.
Ein Beispiel dafür ist das U.S. Bank Stadium in Minneapolis mit dem bislang größten ETFE-Dach Nordamerikas.
Ökologische Stadionprojekte gewinnen an Bedeutung
Im internationalen Sportstättenbau rücken ökologische Gesamtkonzepte zunehmend in den Fokus. Besonders hervorgehoben wird das neue Stadionprojekt des englischen Fußballclubs Forest Green Rovers.
Das geplante Stadion aus Holz soll gemeinsam mit einem angrenzenden Öko-Park klimaneutral beziehungsweise CO2-negativ betrieben werden. Neben Sportanlagen sind nachhaltige Büro- und Gewerbeflächen vorgesehen.
Auch die Bewerbung von Paris für die Olympischen Spiele 2024 setzt stark auf Nachhaltigkeit und verspricht deutlich geringere CO2-Emissionen im Vergleich zu früheren Großveranstaltungen.
Kunstrasen und Hybridrasen weiter auf dem Vormarsch
Im Bereich der Sportflächen gewinnen moderne Kunstrasensysteme weiter an Bedeutung. Sie werden längst nicht mehr nur auf Trainingsanlagen eingesetzt, sondern zunehmend auch in Stadien sowie auf Tennis- und Hockeyanlagen.
Mit dem „One Turf-Konzept“ stellten FIFA, World Rugby und die Internationale Hockey-Föderation gemeinsam entwickelte Standards für multifunktionale Kunstrasenflächen vor. Ziel ist eine flexible Nutzung verschiedener Sportarten auf einer Fläche.
Parallel dazu etablieren sich Hybridrasensysteme als Kombination aus Naturrasen und Kunstfasern insbesondere in Profi-Stadien und Mehrzweckarenen.
Digitale Technologien verändern Stadionbetrieb
Auch im Bereich digitaler Infrastruktur schreitet die Entwicklung voran. Virtuelle LED-Bandenwerbung mit regional angepassten Inhalten ermöglicht inzwischen zielgruppenspezifische Werbeeinblendungen bei internationalen TV-Übertragungen.
Im Sportbereich gewinnen zudem digitale Trainings- und Analysesysteme an Bedeutung. Systeme wie „SmarTracks“ von Polytan ermöglichen die präzise Leistungsanalyse über integrierte Sensorik und digitale Auswertungen.
Sicherheitskonzepte rücken stärker in den Fokus
Nach mehreren Anschlägen auf Veranstaltungsorte weltweit steigt auch die Bedeutung moderner Sicherheitslösungen. Zugangskontrollen, Videoüberwachung sowie digitale Steuerungs- und Kommunikationssysteme werden weiter ausgebaut.
Die FSB 2017 zeigt damit die zunehmende Verzahnung von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Sicherheit im internationalen Sportstättenbau.
