Herausforderungen und Chancen für GaLaBau-Betriebe
Die Vorbereitungen für die Bundesgartenschau (BUGA) 2009 in Schwerin laufen. Ein Jahr vor der Eröffnung am 23. April 2009 begann der offizielle Countdown. Für die beteiligten Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus haben die Arbeiten jedoch bereits deutlich früher begonnen.
Bundesgartenschauen werden in der Regel mit einem Vorlauf von sieben bis zehn Jahren vergeben. Diese Zeitspanne ist notwendig, um Landschaften und Parks umzugestalten oder neu anzulegen und die Anlagen bis zum Eröffnungstag fertigzustellen. Die Leistung der Garten- und Landschaftsbaubetriebe wird oft erst dann sichtbar, wenn Besucher die Veränderungen im Vergleich zum ursprünglichen Zustand wahrnehmen können. Doch welche Bedeutung hat die Mitarbeit an einer BUGA für einen GaLaBau-Betrieb und welche Besonderheiten ergeben sich dabei?
Stellvertretend für zahlreiche Betriebe, die seit der ersten Bundesgartenschau 1951 an solchen Projekten mitgewirkt haben, werden im Folgenden drei Unternehmen vorgestellt, die sich in den letzten Jahren auf einer IGA oder BUGA engagiert haben.
Besondere Anforderungen an die Ausführung
Die Niederlassung Halle/Saale der Alpina AG war an der Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg beteiligt. Obwohl der Betrieb bereits an der BUGA 1999 in Magdeburg mitgearbeitet hatte, stellte der Einsatz in Gera und Ronneburg aufgrund der individuellen Gegebenheiten jeder Gartenschau keine Routine dar. Für dieses Projekt wurden 25 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.
Zu den realisierten Projekten gehörten der 12.000 m² große Rosengarten, die Bereiche Landschaftstheater, Präriestauden, Wildstauden, nachwachsende Rohstoffe und der Wildobstgarten in Ronneburg. In Gera legten die Mitarbeiter Beetstaudenflächen an und errichteten Holzdecks an der Weißen Elster. Während der Laufzeit der BUGA wurden zudem Pflegeleistungen auf einer Gesamtfläche von 36,5 Hektar in Gera und Ronneburg erbracht.
Der Auftrag, der im Rahmen eines öffentlichen Ausschreibungsverfahrens vergeben wurde, war für die Betriebsleitung und die Mitarbeiter der Alpina AG ein besonderes Projekt.
Schon während der Bauphase haben wir viel Anerkennung für unsere Arbeit von unserem Auftraggeber aber auch aus der Öffentlichkeit erhalten. Das hat unsere Mitarbeiter sehr motiviert. Sie hatten Spaß daran, eine BUGA zu gestalten und waren stolz auf ihre Arbeit. Das alles hat sehr positive Auswirkungen auf unser ohnehin schon gutes Betriebsklima gehabt.
Die Mitarbeit an einer BUGA stellt eine Auszeichnung für einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb dar. René Swikle von Alpina betonte, dass trotz der positiven Kundenresonanz und der Bereitschaft, jederzeit wieder für eine Bundesgartenschau zu arbeiten, kaum neue Aufträge oder Kunden gewonnen wurden. Aktuell führt die Niederlassung Halle/Saale der Alpina AG die Rückbaumaßnahmen im Ronneburger Teil der BUGA 2007 durch.
Die Leistungen der Niederlassung Halle/Saale auf der BUGA 2007 wurden mehrfach ausgezeichnet. Im gärtnerischen Bauwettbewerb erhielt das Unternehmen drei Gold- und eine Silbermedaille. Hinzu kamen die Große Goldmedaille des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) und der Ehrenpreis des Bundesverbands GaLaBau e.V. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) würdigte die Bauleistungen mit dem Ehrenpreis in Silber. Für die Leistungen im gärtnerischen Pflegewettbewerb wurden sechs Goldmedaillen und eine Silbermedaille, eine weitere Große Goldmedaille des ZVG sowie der Ehrenpreis in Gold des BMELV verliehen.
Hohe Identifikation mit der Aufgabe
Auch für die Bundesgartenschau 2005 in München wurden Garten- und Landschaftsbaubetriebe über öffentliche Ausschreibungen beauftragt. Die May Landschaftsbau GmbH & Co. aus Feldkirchen war einer der erfolgreichen Betriebe. Der Auftrag umfasste neben anderen Bereichen den Grundausbau und die Anlage der „Parallelen Gärten“ mit der Pflanzung von 150.000 Stauden.
Das Unternehmen begann im September 1998 mit dem Grundausbau und im Frühjahr 1999 mit den Pflanzungen der Gehölzmassive für den Landschaftspark Riem, wo die BUGA am 28. April 2005 eröffnet wurde. Die fast siebenjährige Auftragsdauer war ein besonderes Merkmal dieses Engagements.
Die Bundesgartenschau hielt viele Herausforderungen für uns bereit. Das waren vor allem die außergewöhnlichen Ideen der Planer, wie zum Beispiel das überdimensionierte Vogelnest, das wir mit Baumstämmen gebaut haben.
Die Bewältigung dieser Aufgaben wirkte sich positiv auf die Mitarbeiter des Feldkirchener GaLaBau-Betriebs aus. Volker May, Firmengründer, resümiert:
Unsere Mitarbeiter zeigten eine sehr hohe Identifikation mit der Aufgabe. Sie waren mit Recht stolz auf das Geleistete, zumal wir auch sehr viel Anerkennung für unsere BUGA-Aktivitäten von unseren Kunden bekommen haben.
Während der BUGA 2005 präsentierte das Unternehmen seine Arbeiten mit einer eigens gedruckten Broschüre und bot wöchentlich acht Führungen für Kunden und Gäste an. Volker May ist überzeugt, dass die Arbeit für die Bundesgartenschau ein nachhaltig positives Image für den Betrieb geschaffen hat.
Das ist nicht unbedingt in Euro und Cent zu messen, auch wenn es einige neue Kunden oder auch Aufträge von Bestandskunden gab. Hauptsächlich ging es aber darum, unser fachliches Können einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren.
Aktuell ist die May Landschaftsbau GmbH & Co. mit der Pflege der Anlagen auf dem ehemaligen BUGA-Gelände, dem Landschaftspark Riem, beauftragt.
Qualität als Maßstab
Für die IGA Rostock 2003 wurde die Rumpf Garten- und Landschaftsbau GmbH aus Rampe bei Schwerin mit der Anlage der schwimmenden Gärten und dem Bau des Hallenhauses einschließlich der Pflege beauftragt. Sven-Arne Sommer, der verantwortliche Bauleiter, erinnert sich:
Besonders der Bau der schwimmenden Gärten auf Pontons war eine große logistische und fachliche Herausforderung.
Die Anlage der „Schwimmenden Wiese“ für die BUGA 2009 in Schwerin, die zusammen mit der Gestaltung des Haupteingangs und des Gartens des 21. Jahrhunderts erneut an die Firma Rumpf vergeben wurde, stellt den erfahrenen Bauleiter vor geringere Probleme. Dennoch bleibt eine BUGA eine Herausforderung:
Der Termindruck und teils wirklich kniffelige Aufgaben sowie das Finden der Balance zwischen den hohen Ansprüchen der Auftraggeber und den wirtschaftlichen Zwängen stellen uns fast täglich vor neue Herausforderungen. Aber trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – macht es Spaß, für eine BUGA zu arbeiten.
Sommer ist überzeugt, dass Bauvorhaben für eine Gartenschau eine gute Referenz für ein Garten- und Landschaftsbauunternehmen sind. Potenzielle Auftraggeber erhalten dadurch verlässliche Informationen über die Qualität und termingerechte Ausführung des Betriebs. Angesichts der Situation für GaLaBau-Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern hofft die Firma Rumpf, auch mit der Pflege des BUGA-Geländes nach Abschluss der Gartenschau in Schwerin beauftragt zu werden. Die Image-Aspekte sind für die Betriebsleitung und die Mitarbeiter der Rumpf Garten- und Landschaftsbau GmbH wichtige Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg.
Für eine BUGA arbeiten wir nicht besser als für jeden anderen Kunden. Die Qualität unserer Arbeit muss einfach immer gut sein, denn letztlich werden wir vor allem daran gemessen.
BUGA – gut fürs Image
Die Erfahrungen der drei vorgestellten Betriebe zeigen, dass eine Bundesgartenschau eine positive Wirkung auf das Image eines Unternehmens haben kann. Sie bietet Betrieben der grünen Branche eine Plattform, um ihr fachliches Können, gärtnerisches Geschick und innovative Ideen einem breiten Publikum zu präsentieren.
Die Anzahl der GaLaBau-Betriebe, die direkt mit der Gestaltung und Anlage eines BUGA-Geländes beauftragt werden, ist begrenzt. Jedoch steht allen anderen Gartenbaubetrieben die Möglichkeit offen, sich an den zahlreichen Hallen- oder Freilandschauen zu beteiligen. Diese Schauen sind ein fester Bestandteil jeder BUGA und bieten Betrieben jeder Größe die Gelegenheit, ihre fachliche Kompetenz der Branche und den Besuchern zu demonstrieren.
