Digitale Fachvorträge zu Klimawandel und Biodiversität
Die GaLaBau-Foren 2020 des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen e.V. (FGL) wurden als digitale Fachvortragsreihe erfolgreich umgesetzt. Über 240 Logins verzeichnete der FGL im Oktober und November 2020 für die fünf Fachvorträge.
Die Vortragsreihe konzentrierte sich auf die Themen Klimawandel, Bewässerung und Biodiversität im städtischen Raum sowie im Privatgarten. Den Auftakt bildeten zwei Vorträge von Prof. Dr. Andreas Thon von der Hochschule Geisenheim University. Unter dem Titel „Standort- und bedarfsgerechte Bewässerung – eine Antwort auf den Klimawandel“ beleuchtete er Wasserkreisläufe und -bilanzen an verschiedenen Standorten sowie die Faktoren zur Ermittlung des Bewässerungsbedarfs. Zudem gab er Einblicke in die Planung effizienter Bewässerungsanlagen.
Maximilian Veit Colditz von der Hochschule Osnabrück ergänzte das Thema mit seinem Vortrag „Optimal den Garten beregnet – Mit welcher Pumpe?“. Er erläuterte wichtige Merkmale wie Pumpenkennlinien, Betriebspunkte und deren Ermittlung. Dabei ging es um die Anforderungen an eine optimale Pumpe, um Wasser zuverlässig von der Entnahmestelle zur Pflanze zu transportieren.
Die letzten beiden Vorträge widmeten sich der Biodiversität. Herr Weigand, M.Sc. der Integrativen Stadtland-Entwicklung und Gärtnermeister, sprach über „Biodiversität im Garten – neue alte Denkansätze zur Gartengestaltung im Anthropozän“. Er stellte Gartenprojekte und deren geschichtliche Entwicklung vor, beginnend mit Gärten der 1950er Jahre, die grün, pflegearm, schattenspendend und nahrungsbringend für Mensch und Tier waren.
Das ursprüngliche, von Effizienz geprägte, Handeln hat sich durch zunehmenden Wohlstand gewandelt, hin zu einem im Überfluss geprägtes Handeln.
Er beschrieb die Entwicklung hin zu gepflasterten Stellplätzen, weniger Nutzviehhaltung, Rasenflächen und Koniferen statt Stauden in den 1980er Jahren. Um dem Rückgang der Biodiversität zu begegnen, seien neue Denkansätze und traditionell orientierte Handlungsweisen gefragt. Es gelte, insektenfreundliche, vielfältige, grüne und klimafreundliche Gärten zu planen und bestehende umzugestalten.
Karla Krieger, Dipl.-Ing. der Architektur, Denkmalpflege & Gartenkultur, schloss mit ihrem Vortrag „Sag mir wo die Blumen sind – Warum der Mensch einen Garten braucht“ an. Sie betonte die Bedeutung von Grünflächen für den Menschen:
Gerade in den heutigen Zeiten merkt man, dass jeder Mensch einen Garten oder grüne Landschaft braucht. Damit sind nicht die sich erhitzenden, pflegeaufwendigen und immer mehr auftretenden Schottergärten gemeint – nein – es geht um Wiesenflur, Stauden- und Gehölzpflanzungen, sowie um die Feldflur, Parks und Wälder. Was ist ein Garten? Ein Garten ist ein abgegrenztes, meist privat genutztes Stück Land, in dem Pflanzen oder Tiere gepflegt werden. Gärten werden nicht nur angelegt, um einen Ertrag zu ernten wie in einem Nutzgarten, sondern auch aus künstlerischen, spirituellen oder therapeutischen Gründen oder zur Freizeitgestaltung und Erholung so genannte Ziergärten.
Die kostenlose Vortragsreihe richtete sich an Auftraggeber und Auftragnehmer im Garten- und Landschaftsbau sowie an Architekten, Planer und Fachpersonal aus Kommunen und Verwaltungen. Der FGL Hessen-Thüringen plant, an den GaLaBau-Foren als Veranstaltungsformat festzuhalten, da es eine wichtige Plattform für Weiterbildung, Austausch und Informationen über Neuheiten im GaLaBau darstellt. Das GaLaBau-Forum 2021 ist im Mai auf der BUGA2021 in Erfurt sowie in den drei Regionen in Hessen vorgesehen.


