Praktische Einblicke in den Landschaftsgärtnerberuf
Am 17. September 2019 fand am Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau (LVG) in Erfurt ein Praxistag für Geflüchtete statt. Elf Teilnehmer aus Afghanistan, Syrien, Somalia und der Elfenbeinküste erhielten im Rahmen der Berufsorientierung Einblicke in das Berufsbild des Landschaftsgärtners.
Unter Anleitung von Auszubildenden des Garten- und Landschaftsbaus konnten die Teilnehmer an drei Stationen typische Tätigkeiten des Berufsfeldes kennenlernen und ausprobieren. Besonders beliebt war die Bedienung eines Mini-Baggers, mit dem Geschicklichkeitsübungen durchgeführt wurden. Auch das Verlegen von Rollrasen sowie das Pflanzen von Gehölzen und Stauden, die sich die Teilnehmer aus dem Angebot des LVG aussuchen durften, stieß auf Begeisterung. Beim Verlegen von Natursteinpflaster kamen Werkzeuge wie Pflasterhammer, Wasserwaage und Richtschnur zum Einsatz.
Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von den schnell sichtbaren Ergebnissen ihrer Arbeit und der Möglichkeit, Maschinen zu bedienen. Unternehmer des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen e. V. (FGL) informierten sich vor Ort über das Konzept und sprachen mit den Geflüchteten. Das Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau war ebenfalls an der Organisation und Koordination der Veranstaltung beteiligt.
Ich habe junge Leute erlebt, die mit Freude an der Sache aktiv waren. Größter Erfolg eines solchen Tages wäre sicher das Anbahnen von Ausbildungsverhältnissen im Galabau für einige Teilnehmer. Das Gewinnen junger Leute für den Gärtnerberuf ist für uns Herzenssache.
Referatsleiter Dr. Reinhard Wagner äußerte sich positiv über die Fortschritte bei der Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit. Im Anschluss an die Veranstaltung können sich interessierte Teilnehmer mit einer Teilnahmeurkunde und Unterstützung des FGL bei GaLaBau-Unternehmen um Praktikums- und Ausbildungsplätze bewerben.
Der Praxistag wurde von den FGL-Mitgliedsunternehmen BTS Gartenwerk GmbH (Erfurt), GaLaFlor GmbH (Döllstedt), 2 Gärten von Panknin GmbH (Apolda) und LINDENLAUB GmbH (Weimar) unterstützt, die ihre Auszubildenden für die Veranstaltung freistellten. Referenten des FGL stellen den Beruf des Landschaftsgärtners regelmäßig in Berufsorientierungskursen für Geflüchtete vor und werben für die duale Berufsausbildung.
Für eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner sind gute Deutschkenntnisse (mindestens Sprachniveau B1) erforderlich, um dem Unterricht in der Berufsschule folgen zu können. Zudem sind Interesse an Pflanzen, handwerkliches Geschick und die Bereitschaft, früh aufzustehen, wichtige Voraussetzungen. Michael Hahn, Unternehmer im Regionalpräsidium Thüringen, betonte die Vielfalt des Berufs:
Landschaftsgärtner pflegen nicht nur Gärten, wir gestalten unsere Umgebung nachhaltig! Einen großen Teil der Arbeitszeit ist man auf Baustellen und baut im Team mit unterschiedlichen Materialien: Naturstein, Holz, Beton und natürlich Pflanzen. Werkzeuge und Maschinen erleichtern dabei einen großen Teil der körperlichen Arbeit.

