Ein preisgekröntes Konzept: Garten mit drei Erlebniszonen
Die 13 Meter lange Anlage ist in drei Bereiche gegliedert. Der erhöhte "Bug" ist dicht begrünt und wird von einem Osmanthus beschirmt, einem asiatischen Großstrauch, der im September blüht und duftet. Dieser Bereich repräsentiert die "Ur-Natur".
Anschließend öffnet sich eine Freifläche mit Stufen, die als Garteneingang dienen. In dieser "belebten Zone" befindet sich eine halbkugelförmige Metallschale mit einem Springbrunnen.
Das dritte Drittel bildet ein zur Gartenseite offener, rechteckiger Pavillon, die geschützte "Ruhezone". Ein flaches, auf schlanken Stützen schwebendes Dach spendet Schatten. Eine dreiviertelhohe Wand aus gestampftem Lehm im hinteren Bereich bietet Intimität und Windschutz. Eine beidseitig begrünte Kulisse verbindet Grün- und Sitzbereich optisch. Auf 65 Quadratmetern wurden so drei "Energiezonen" zu einer Einheit zusammengeführt.
Die konzeptionelle Klarheit und ausgewogene Raumverteilung verleihen der Inszenierung eine ruhige und lebendige Ausstrahlung. Diese Wirkung wird durch die Verwendung natürlicher Materialien wie Holz, Stein, Metall und vielfältiger Pflanzen verstärkt.
Bepflanzungskonzept und weitere Auszeichnungen
Den zweiten Platz belegte "Neunmalgrün", ein Garten von Grünimpuls - Garten & Landschaft Bühler & Thamm GbR, ebenfalls aus Backnang. Dieser Garten beeindruckte mit einem "vielschichtigen Gartenambiente auf engem Raum". Alle Elemente wie Terrasse, Freisitz, Hochbeete, Sonnensegel oder Robinien-Pergola sind Ausschnitte von Vielecken, die nach den Regeln des Goldenen Schnitts bemessen wurden. Das Bepflanzungskonzept kombiniert Gartenkräuter, Salate und Gemüsesorten mit Blüten- und Blattschmuckstauden. Ein flaches Wasserbecken aus Cortenstahl mit Schwallstein und Springbrunnen bildet den Mittelpunkt und spiegelt die Bepflanzung wider.
Ein Sonderpreis ging an das Gärtner-Trio Blattwerk aus Stuttgart, Herdamadre aus Gerstetten und die Staudengärtnerei Gaissmayer aus Illertissen. Sie setzten das Thema Duft und Farbe auf ungewöhnliche Weise um. Da im April noch wenig blüht, entwickelten sie eine künstlerische Lösung unter dem Motto "Gärten entstehen im Kopf ... und im Topf". In "Duft-Domen" werden durch verschiedene Sinneseindrücke Gartenvisionen ausgelöst.
Ein Laubenganggerüst aus Robinienhölzern, behängt mit zehn Kilometern Geschenkbandstreifen in Spektralfarben, schuf einen magischen Raum. Hier erleben Besucher an fünf Stationen die Wirkung von Farbe und farbidentischem Pflanzenduft. Über einem gärtnerisch gestalteten Rondell hängen duftbesprühte Tontöpfe. Besucher können hier ihren Kopf hineinstecken und Düfte wie Minze, Zitrone, Rosen, Lavendel oder Veilchen mit darauf abgestimmter Poesie erleben.
Hochkarätig besetzte Jury
Die Schaugärten wurden von einer Jury nach einem Bewertungssystem beurteilt. Die Jurymitglieder besichtigten die Gärten einzeln und trafen sich anschließend zu einem gemeinsamen Rundgang. Hauptkriterien waren Thema und Umsetzung, Charakter und Stil, Bepflanzung und Materialien sowie die Architektur der Anlage.
Die Jury setzte sich aus folgenden Fachleuten zusammen: Volker Kugel, Geschäftsführer Blühendes Barock, Ludwigsburg; Horst Mager, Leiter des Ressorts Garten der Cine Impuls Film und Video GmbH & Co. KG, Stuttgart; Professor Hubert Möhrle, Vorstandsbeirat der BDLA-Landesgruppe Baden-Württemberg und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen mbH, Stuttgart; Thomas Westenfelder vom Verband GaLaBau Baden-Württemberg e. V., Karlsruhe; und Markus Zeiler, Leiter Park, Garten und Forstwirtschaft, Mainau GmbH.
Preisverleihung in der "Nacht der Sinne"
Die Verleihung der Garten-Preise hat sich als fester Bestandteil und Höhepunkt der Messe etabliert. Die offizielle Prämierung durch die Jury fand am Donnerstagabend im Rahmen der "Nacht der Sinne" statt. Gäste aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben sowie Partner und Multiplikatoren der Garten- und Landschaftsbaubranche waren geladen. Andrea Müller, Fernsehmoderatorin der SWR-Sendung "Grünzeug", führte durch die Preisverleihung.
Neben einer Urkunde erhielten alle Preisträger einen Gartenzwerg aus der Welcome-Edition des Kunstprofessors Ottmar Hörl, dessen Farbe der jeweiligen Platzierung entsprach. Die GARTEN outdoor ambiente präsentierte bis Sonntag, den 14. April 2013, auf dem Stuttgarter Messegelände Schaugärten, Pflanzen, Wasseranlagen, Outdoormöbel und Garten-Accessoires.
